Debütspielfilm

Hagener Regisseur bringt Film „Pawo“ in 25 Programmkinos

Hochkonzentriert geht es am Set zu: Regisseur Marvin Litwak (Zweiter von rechts) und sein Team gehen einzelne Szenen immer und immer wieder durch. „Pawo“ ist der erste Spielfilm des gebürtigen Hageners. Foto: Veranstalter

Hochkonzentriert geht es am Set zu: Regisseur Marvin Litwak (Zweiter von rechts) und sein Team gehen einzelne Szenen immer und immer wieder durch. „Pawo“ ist der erste Spielfilm des gebürtigen Hageners. Foto: Veranstalter

Hagen.   Der Hagener Regisseur Marvin Litwak hat seinen ersten Spielfilm gedreht. „Pawo“ läuft bundesweit in 25 Programmkinos, im Mai auch in Hagen.

Aufatmen bei Marvin Litwak und seinem Team: Eigentlich sollte der erste Spielfilm des Hagener Regisseurs längst deutschlandweit über die Leinwände in Programmkinos laufen, doch die Vorbereitungen zogen sich beinahe endlos hin.

„Bei Independence-Filmen mit knappem Budget ist die Vermarktung immer ein Problem“, sagt der 31-Jährige und ist froh, dass „Pawo“ – so der Titel des 117-minütigen Spielfilms – am Donnerstag, 19. April, endlich Premiere feiert. „Wir starten mit unserem deutsch-indischen Film in Programmkinos in Münster und Essen, am kommenden Freitag sind wir dann in Dortmund und vom 10. bis 16. Mai läuft ,Pawo’ endlich auch in Hagen“, so Marvin Litwak erleichtert.

Film basiert auf wahrer Geschichte

„Pawo“ bedeutet übersetzt Held. Der Streifen basiert auf der wahren Geschichte eines jungen, tibetischen Aktivisten (wir berichteten bereits).

Aus Protest gegen die chinesische Besetzung Tibets hat sich besagter Aktivist Jamphel Yeshi auf einer Demo in Delphi öffentlich verbrannt. Das entsetzliche Bild hielt ein Fotograf, der zufällig in der Nähe war, fest. Das Foto ging um die Welt.

Auch Marvin Litwak wurde auf das Foto nebst der dazugehörigen Tragödie aufmerksam. Gemeinsam mit seinem früheren Studienkollegen und Kumpel Dustin Steinkühler flog er im September 2012 zur Recherche nach Indien.

„Damals – also vor fünfeinhalb Jahren – fassten wir den Entschluss, über das Ereignis einen Film zu drehen. Das Original wurde in tibetischer Sprache gedreht, „als Co-Regisseur konnte ich Sonam Tseten gewinnen, der in Indien im Exil lebt. Er konzentrierte sich auf die Sprache, ich mich aufs Drehbuch und die Schauspieler am Set“.

Die ersten Testszenen entstanden 2013, die Dreharbeiten starteten 2014. „Ende 2015 haben wir eine Vorfassung in der Pelmke gezeigt, dann lief ,Pawo’ auf Festivals und 2017 entstand die deutsche Synchronfassung in einem Studio in Hamburg“, blickt Marvin Litwak zurück.

Ernster Film mit Dokumentar-Charakter

Er und sein Team seien nie davon ausgegangen, dass der ernste Film mit Dokumentar-Charakter in großen Multiplexkinopalästen gezeigt werde, „nein, Nischenfilme wie ,Pawo’ gehören ins Programmkino“. Selbstbewusst ergänzt der 31-Jährige, der mittlerweile in Dortmund lebt, das Kulturzen­trum Pelmke aber noch immer als sein Wohnzimmer ansieht und auch heute noch beim SC Concordia Fußball spielt: „Mit 25 Filmkopien bundesweit unterwegs zu sein, das ist schon gut.“

>>>HINTERGRUND

  • Marvin Litwak machte 2008 sein Abitur an der Ricarda-Huch-Schule und studierte dann (gemeinsam mit dem Hagener Dustin Steinkühler) Film/Regie an der Kunsthochschule Ruhr­akademie in Schwerte.
  • Vom 10. bis 16. Mai wird ­„Pawo“ im Kulturzentrum Pelmke gezeigt, am 11. Mai ist Marvin Litwak anwesend. Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik