Wirtschaft

Hagener Grundstücksmarkt mit dickem Umsatzplus

In nahezu allen Grundstücksteilmärkten – von Eigentumswohnungen bis zu Mehrfamilienhäusern –  ist eine Preissteigerung zu verzeichnen.

In nahezu allen Grundstücksteilmärkten – von Eigentumswohnungen bis zu Mehrfamilienhäusern – ist eine Preissteigerung zu verzeichnen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Bei Eigentumswohnungen, Reihenhäusern oder Mehrfamilienhäusern in Hagen ist eine Preissteigerung zu verzeichnen.

Dickes Umsatzplus auf dem Hagener Grundstücksmarkt: 2018 ist der Geldumsatz gegenüber dem Vorjahr bei gleichbleibendender Anzahl von Kaufverträgen in Hagen um 316 Millionen Euro gestiegen.

In nahezu allen Grundstücksteilmärkten – von Eigentumswohnungen bis zu Mehrfamilienhäusern – ist eine Preissteigerung zu verzeichnen. Alarmierend hingegen ist: Es stehen immer weniger Flächen zum Neubau zur Verfügung, was ebenfalls zur Preissteigerung führt.

Die Gewinner und Verlierer

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Hagen präsentiert sein frischstes Zahlenwerk. Auf die beiden großen Teilmärkte der Eigentumswohnungen und der Ein- und Zweifamilienhäuser entfallen rund 60 Prozent aller Grundstückskaufverträge und rund 40 Prozent des Geldumsatzes.

Die großen Umsatzgewinner sind die Hagener City, Eppenhausen, Delstern und vor allem Hohenlimburg, wo 51,2 Millionen Euro umgesetzt wurden. Umsatzverlierer oder stagnierende Gebiete in Bezug auf Verkäufe sind Fley, Haspe, Boele und Dahl.

„Es wird aktuell viel Geld für ältere Immobilien bezahlt“, sagt Dirk Weißgerber, Vorsitzender des Gutachterausschusses. „Es gibt eben kaum noch freie Grundstücke und deswegen schauen sich die Interessierten auf dem bebauten Grundstücksmarkt um. Wir benötigen in Hagen dringend freie Flächen für Neubauprojekte im Bereich von Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbau für Eigentumswohnungen beispielsweise.“

Der Umsatz im Bereich der unbebauten Grundstücke hat sich halbiert. Wurden 2017 noch 242 Hektar freie Fläche verkauft worden, waren es 2018 nur noch 77 Hektar.

Die Gewerbegebiete

In Hagen fehlt es massiv an Gewerbeflächen. Die Verkaufszahlen zeigen das Dilemma. Verkaufte Gewerbeflächen machen nur fünf Prozent aller Grundstücksverkäufe in Hagen aus. Weißgerber: „Die Nachfrage ist hoch, aber freie Flächen können eben nicht zur Verfügung gestellt werden. Es gibt meistens nur Arrondierungen im Bestand.“

Der Immobilien-Kalkulator

Positiv für Häusle- und Wohnungsbauer in Hagen ist der technische Fortschritt im Bereich des Grundstückportals „Boris NRW“. Der neue Immobilien-Preis-Kalkulator trägt für viele Verkäufer und Erwerber bei weitaus verbesserter Anwendung zur Grundstücksmarkttransparenz bei.

Die bisher bekannten Informationen über den Hagener Grundstücksmarkt sind bereits unter www.boris.nrw.de veröffentlicht. Um den Wert einer Eigentumswohnung oder eines Ein- oder Zweifamilienhauses wertmäßig besser einschätzen zu können, hat der Gutachterausschuss auf der genannten Internetplattform Immobilienrichtwerte veröffentlicht.

Durch die Produktauswahl „Immobilienrichtwerte“ und Eingabe der Objektanschrift, erhält der Anwender den Kartenausschnitt mit der Kennzeichnung des Objektes in der entsprechenden Immobilienrichtwertzone. Mit Klick in die Immobilienrichtwertzone erscheint ein Fenster mit den örtlichen Fachinformationen.

Nur wenige individuelle Angaben erforderlich

Hier kann ausgewählt werden, ob der Immobilienrichtwert für eine typische Eigentumswohnung, ein freistehendes Ein- und Zweifamilienhaus oder ein Reihen- und Doppelhauses angezeigt werden soll. „Zur überschlägigen Preisfindung sind dann nur noch wenige individuelle Angaben des zu bewertenden Objektes erforderlich“, sagt Dirk Weißgerber.

Es sei vollkommen ausreichend, wenn das Baujahr, die Grundstücksgröße oder die Wohnfläche annähernd bekannt seien, da bei der Ableitung der Immobilienrichtwerte auch Klassen- und Wertebereiche verwendet worden seien. Bei Veränderung der Eingabemerkmale werde der Immobilienpreis angepasst.

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