Literatur

Hagener bringt Buch heraus: Ein Autor mit einem eigenen Stil

Entspannen soll man sich bei seinem neuen Buch, sagt Hans-Jürgen Quass-Meurer. Das beherzigt er auch auf diesem Bild und nimmt erst einmal Platz. 

Entspannen soll man sich bei seinem neuen Buch, sagt Hans-Jürgen Quass-Meurer. Das beherzigt er auch auf diesem Bild und nimmt erst einmal Platz. 

Foto: Quass-Meurer

Hagen.  Hans-Jürgen Quass aus Hagen hat sein viertes Buch herausgebracht. Er schweift gerne mal ab, zeigt aber im Plauderton auch Haltung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist kein klassisches Buch. Jedenfalls dann, wenn man unter „klassisch“ ein streng lektoriertes Werk versteht. Wenn Hans-Jürgen Quass-Meurer jetzt sein viertes Buch herausbringt („Aber schön war es doch – Rückblicke eines „Un“-Ruheständlers“) dann ist das eines in dem für ihn gewohnten Plauderton. Man könnte auch sagen: Der 67-Jährige schweift gerne mal ab, erzählt gerne, warum er nun gerade diese Geschichten erzählt.

Und aus diesem Prinzip macht der Autor auch keinen Hehl: „Ich schreibe, wie ich spreche“, sagt Quass-Meurer, der auch als Zauberer Quassoni, Stadtführer und Vereinsfunktionär in Hagen und insbesondere in seinem Wehringhausen bekannt ist.

Was Anhänger der Hochkultur vielleicht die Nase rümpfen lässt, kommt bei seinen Zuhörern an. Etwa bei seiner letzten Lesung in Hohenlimburg. Da sagte Zuhörerin Heidi Steinwender im Anschluss: „Die Geschichten sind witzig und aus dem Leben heraus. Dinge, die wir alle erlebt haben und gut kennen.“ Solche „Kritiken“ sind Hans-Jürgen Quass-Meurer denn auch wichtiger als ein Expertenlob.

In seinem neuen Buch – immerhin 118 Seiten oder, wie er zum Schluss schreibt, 19.489 Wörter oder 76.458 Zeichen lang – gibt es die Anekdoten, Geschichten, Erlebnisse aus dem Alltag, aus dem fast sieben Jahrzehnte währenden Leben des Hans-Jürgen Quass-Meurer. Aufgeteilt hat er das Ganze in die großen Kapitel Schule, Jugend, Erwachsensein und Un-Ruhestand. Ergänzt durch das Kapitel „Nachgeschobenes und Lyrisches“.

Das Schreiben fällt ihm leicht

„Denen, die auch die ersten drei Bücher gelesen haben, wird einiges bekannt vorkommen“, sagt der Autor. „Denn einige Geschichten, die ich da schon verwendet hatte, passten einfach in die Chronologie dieses Buches. Aber kein Angst, ich verspreche, dass auch meine ,Fans’ genug Neues lesen werden.“ Und die hat er nun nach immerhin 25 Lesungen, die er schon abgehalten hat.

Das Schreiben, so sagt der 67-Jährige, fällt ihm inzwischen leicht: „Ich bin da viel lockerer geworden.“ Das Ganze beginnt in seinem neuen Buch mit einer Einleitung – mal eben Schlappe fünf Seiten lang – und jede Geschichte hat natürlich noch einmal – apropos Plauderton – eine kurze Einleitung, von Hans-Jürgen Quass „Brückentext“ genannt. Und so kreiert er seinen fast schon eigenen Stil, mit dem er tatsächlich die Verbindung zwischen diesen scheinbar doch wahllos ausgesuchten Anekdoten hinbekommt.

So etwa die Geschichte, wie er – damals noch als Betreiber eines Herrenmodenladens in Hagen – eher durch Zufall in den VIP-Bereich einer Modenschau in Köln geraten war und dort nicht nur auf Alfred Biolek traf und mit ihm am Buffet plauderte, sondern auch auf Michael Schuhmacher, als dieser noch kein großer Star war. Und im Anschluss folgen dann – mit einem „plaudernden“ Zwischentext – seine Erinnerungen an die Prominenten im Hasper Hammer wie z.B. Karl Dall, die er als Aktiver in Kulturzentrum auch über die Jahre betreut hat.

Es reiht sich so Geschichte an Geschichte, seine Klassiker wie „Anruf bei der Krankenkasse!“ dürfen nicht fehlen. Und Hans-Jürgen Quass-Meurer vergisst auch nicht, seine Leser zwischendurch zu ermahnen, mal eine Pause zu machen und einen Kaffee zu trinken. Das Ganze sei ja auch ein Entspannungsbuch.

Der Autor zeigt Haltung

Doch Hans-Jürgen Quass-Meurer erzählt nicht nur, sondern er dichtet auch in seinem neuen Buch. Und da mag es in einem Gedicht wie „In Deutschland an so mancher Ecke, da bleibt Einiges auf der Strecke!“ manchmal etwas bemüht gereimt klingen. Aber die Botschaft des so vielfältig engagierten Wehringhausers wird klar: Er macht sich Sorgen um die Natur-Zerstörung und um mangelnden Chance für Migranten. Auch im Plauderton kann man Haltung zeigen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben