Wald und Forst

Hagen: Waldbauer stellt NRW Millionen-Rechnung für Schäden

Hans de Myn ist Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hagen-Ruhrtal und hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nun eine Rechnung geschickt.

Hans de Myn ist Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hagen-Ruhrtal und hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nun eine Rechnung geschickt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Waldbesitzer Hans de Myn aus Hagen sendet NRW-Ministerpräsident Laschet eine Millionen-Rechnung. Das hat für ihn gleich mehrere Gründe.

Der Hagener Waldbesitzer Hans de Myn hat der NRW-Landesregierung eine Rechnung in Höhe von 10,3 Millionen Euro zukommen zukommen lassen. De Myn will mit dieser hohen Forderung auf die „Katastrophe“ aufmerksam machen, die in den heimischen Wäldern geschehe und der Öffentlichkeit gleichzeitig zeigen, wie alleingelassen sich die Waldbesitzer fühlen. Als Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hagen-Ruhrtal ist de Myn mitverantwortlich für mehr als 3000 Hektar Wald von mehreren Waldbauern. „Meine Rechnung entspricht aus meiner Sicht dem tatsächlichen Wert des Waldes für die Volkswirtschaft und das Allgemeinwohl“, sagt de Myn.

In seiner Argumentation stützt er sich auf ein Gutachten, wonach jeder Hektar im Hagener Waldgebiet einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 2800 Euro habe. „Wald bindet CO2, speichert Wasser, hat einen Erholungswert - um nur einige der Waldleistungen zu nennen.“ Hans de Myn macht mich Blick auf Hagen eine weitere schmerzhafte Rechnung auf: „Nach meinen Informationen stehen in den Hagener Wäldern 400.000 Festmeter Holz, die vom Borkenkäfer befallen sind. Weitere 400.000 Festmeter stehen noch. Und wenn es mit dem Borkenkäferfall, allein mit Blick auf Hagen, so weiter geht, dann steht bald keine einzige Fichte mehr. Es ist zwar mittlerweile eine „Task Force Wald“ auf Landesebene gebildet worden. Aber die kümmert sich nur um die Symptome, nicht um die Lösungen.“

Betreuungszuschuss soll wegfallen

Das vom Borkenkäfer befallene Holz müsse eigentlich raus aus den Wäldern. Dieser Abtransport koste die Waldbesitzer aber aktuell rund 25 Euro pro Kubikmeter Holz. Dann müsse das befallene Holz bespritzt werden. Die Mittel dazu seien aber aktuell gar nicht auf dem Markt zu kriegen. „Dazu kommt, dass der Absatz des Holzes im Moment gleich null ist. Nur ein wenig Export nach China läuft noch“, sagt Hans de Myn, der sich zusätzlich darüber ärgert, dass es ab 2021 keine Bezuschussung mehr für die Betreuung der Waldflächen durch Förster geben wird. „70 Prozent dieser Kosten tragen bislang Brüssel, das Land oder der Bund. Demnächst wird das nicht mehr so ohne Weiteres gehen. Wir sollen dann eine europaweite Ausschreibung der „Dienstleistung Betreuung“ rausgeben und ein Flächenkataster mit jeder einzelnen Parzelle anlegen. Ich brauche doch einen Förster vor Ort und eine Finanzierungshilfe. Das schaffen wir doch alleine gar nicht.“

Ministerium liegt Erhalt des Waldes „am Herzen“

„Unter Bezugnahme auf den Waldgipfel in Düsseldorf sowie die Ankündigung von Ministerin Heinen-Esser, die sich für eine Honorierung der Ökosystem-Leistungen des Waldes einsetzt und der C02-Prämien, für die Sie sich stark gemacht haben, erlauben wir uns Ihnen diese Rechnung zu überreichen“, schreibt Hans de Myn an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Die Staatskanzlei teilte auf Anfrage mit, dass das Schreiben in der vergangenen Woche angekommen sei und nach einer „Zwischenantwort“ an das zuständige Ministerium für Umwelt zur weiteren Beantwortung weitergeleitet worden sei. Dem Ministerpräsidenten und der gesamten Landesregierung liege der Erhalt und die Zukunft des Waldes „sehr am Herzen“, so ein Sprecher. Ein Hektar Wald, so de Myn, speichere jährlich fünf Tonnen CO2. „Bei einem Börsenpreis von 25 Euro pro Tronne CO2 macht dies allein schon 125 Euro pro Hektar aus.“

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