Kultur

Hagen: Kinderstück „Pardauz“ feiert im Theater Lutz Premiere

Im Kinderstück „Pardauz“ spielen (von links) Anne Schröder und Lilian-Felicitas Prudlo.

Im Kinderstück „Pardauz“ spielen (von links) Anne Schröder und Lilian-Felicitas Prudlo.

Foto: Klaus Lefebvre

Hagen-Mitte.  Der Tanz-Objekt-Theater-Spaß „Pardauz“ setzt auf Fantasiesprache und Farben. Das Stück für Kinder ab drei feiert am 19. Oktober im Lutz Premiere.

Auch das Kinder- und Jugendtheater Lutz greift das Thema „100 Jahre Bauhaus in Hagen“ auf, und zwar mit dem Tanz-Objekt-Theater-Spaß „Pardauz“, der am Samstag, 19. Oktober, um 15 Uhr Premiere feiert.

„Nach ,Sternenstaub’ und ,Der fliegende Koffer’ ist ,Pardauz’ die dritte Produktion, mit der wir uns an die ganz kleinen Besucher wenden“, sagt Anja Schöne, seit der Spielzeit 2017/18 Leiterin des Lutz. Und auch dieses Mal müssen die Kinder ab drei Jahren nicht auf Stühlen Platz nehmen, sondern dürfen es sich auf „Fläz-Matten“ bequem machen.

„So können die Kinder ganz selbstverständlich ins Geschehen eintauchen“, sagt Sabine Kreiter, die für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet.

Bis zu 80 Besucher (für Erwachsene werden auch einige Stühle am Bühnenrand platziert) können das Stück mit dem merkwürdig klingenden Namen „Pardauz“ verfolgen.

Hinfallen und Aufstehen

„Pardauz ist ein alter Begriff und steht für hoppla“, erklärt Anja Schöne, die Regie führt, und verrät damit schon indirekt, um was es geht: Um Bewegung, um Stolpern und um Wiederaufstehen. „Wir möchten keine philosophische Botschaft vermitteln, aber im Grunde funktioniert genau so Leben – Hinfallen und Aufstehen.“

Wie sich die Kunstrichtung Bauhaus im Stück widerspiegelt? „In klaren Farben und Formen. So spielen die beiden Protagonistinnen zum Beispiel mit rechteckigen Kisten und dreieckigen Accessoires“, erläutert Sabine Kreiter. Und die jungen Frauen seien neugierig und würden tollkühn agieren, „sie stürzen sich genau so ins Leben wie damals die Bauhaus-Künstler auf ihre Werkstoffe.“

Kein überhöhtes Kunststück

„Pardauz“ setzt auf Bewegung, weniger auf Sprache. „Anfangs wollte ich Sprache im Stile des Dadaismus verwenden, doch das wäre für Dreijährige wohl zu schwierig gewesen. Wir wollen schließlich kein überhöhtes Kunststück zeigen“, unterstreicht Lutz-Leiterin Anja Schöne. Nun parlieren die Hauptdarstellerinnen in Fantasiesprache, „die Sprache ist sehr lautmalerisch und für Kinder leicht verständlich.“

Um was es geht? Zwei junge Frauen entdecken unabhängig voneinander die Welt. Sie sehen viel, fassen viel an – und stoßen plötzlich aufeinander. Nach anfänglicher Skepsis freunden sich die beiden an und gehen dann ihren Weg gemeinsam.

Choreograph Jozsef Hajzer bringt kein Tanz-, sondern ein Bewegungsstück auf die Bühne. Die beiden Darstellerinnen krabbeln und rennen über die Fläche, sie fechten und verstecken sich hinter Kulissenteilen.

Performerin Anne Schröder ist seit 2017 am Theater Lutz als Dramaturgin und Schauspielerin engagiert und bei etlichen Besuchern ein bekanntes Gesicht. Neben ihr spielt Lilian-Felicitas Prudlo. Die 25-jährige gebürtige Iserlohnerin hat gerade ihre Schauspielausbildung in Köln abgeschlossen. Mit „Pardauz“ gibt sie ihr Debüt auf der Lutz-Bühne.

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