Coronakrise

Hagen: Engel von Tuning-Werkstatt beschenken Bedürftige

Die Brüder Adam, Radomir und Daniel Gwardynski (von links) von der Auspuff Tuning Werkstatt „Workshop No. 5“ verschenken Toilettenpapier, Schokolade und Heringsfilets an Bedürftige. 

Die Brüder Adam, Radomir und Daniel Gwardynski (von links) von der Auspuff Tuning Werkstatt „Workshop No. 5“ verschenken Toilettenpapier, Schokolade und Heringsfilets an Bedürftige. 

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Mitten in der Coronakrise gibt es in Hagen Menschen, die andere denken. Zum Beispiel die Inhaber einer Tuningwerkstatt in Eckesey.

Es gibt diese Momente, die lassen diesen Brüdern die Herzen aufgehen. Das Lächeln der alten Dame und das simple Wort „danke“ in jenem Augenblick, als ihr Radomir Gwardynski mit Schutzhandschuhen eine Packung mit Klopapier, eine Konservenbüchse und eine Tafel Schokolade in die Hand drückt zum Beispiel.

Festgehalten hat Radomir Gwardynski dieses kurze Lächeln in einer „Instagram-Story“, in kurzen Filmsequenzen, die er hochgeladen hat. „Nicht, weil wir dafür Zuspruch und Likes brauchen, sondern weil wir darauf hoffen, dass unsere Idee so bekannt wird und wir Menschen erreichen, die unsere Unterstützung gut gebrauchen können.“

Eine Idee voller Herzlichkeit und Nächstenliebe

Es ist eine ebenso simple wie tolle Idee. Eine Idee voller Nächstenliebe, Wärme und Herzlichkeit, die in diesen schwierigen Zeiten gar etwas Weihnachtliches hat. Adam, Radomir und Daniel Gwardynski, drei Brüder, die sich im wirklichen Leben vorzugsweise mit exklusiven Auspuffen für Oldtimer und Sportwagen beschäftigen, haben selbst eingekauft und verschenken Waren an Bedürftige: Klopapier, Schokolade, Konserven.

Drei Engels aus der Tuningwerkstatt
Drei Engels aus der Tuningwerkstatt

„Workshop No. 5“ heißt ihre Firma, auf deren Homepage dem Besucher zunächst ein Ferrari-Pferd und dann chromblitzende Abgasanlagen begegnen. „Ganz ehrlich: Noch hat uns die Coronakrise zum Glück nicht erfasst“, sagt Radomir Gwardynski, „noch haben wir eine gute Auftragslage, wissen aber natürlich nicht, wie lange das noch so bleibt.“ Internetstars, Youtuber, Influencer gehören zu ihren Kunden. Menschen auch, die dazu bereit sind, aus einem teuren Auto ein besonderes werden zu lassen und dabei nicht jeden Cent zweimal umdrehen müssen.

Brüder wollen etwas zurückgeben

Uns geht es gesundheitlich gut, uns geht es finanziell gut“. sagt Radomir Gwardynski, „also haben meine Brüder und ich uns dazu entschlossen, dass wir etwas zurückgeben wollen. In einer Zeit, in der es in den Nachrichten manchmal den Eindruck macht, als kämen wir aus der Hölle nicht mehr raus, wollen wir einfach die ersten Schritte gehen.“

Also haben die Inhaber des Unternehmens an der Herdecker Straße zwischen der ehemaligen Avia-Tankstelle und dem VW-Autohaus Schulz ihre Idee über die Kanäle verbreitet, die auch in ihrem Unternehmensalltag eine wichtige Rolle spielen: Instagram, Facebook, Youtube. „Natürlich erreichen wir damit in aller Regel nicht ältere Menschen, die unsere Unterstützung gebrauchen können, direkt“, so Radomir Gwardynski, „aber wir haben doch viele Hinweise erhalten von jenen, die uns in den sozialen Netzwerken folgen. Viele kennen in der Nachbarschaft irgendjemanden, der sich über unser kleines Geschenk freut und dem es wirklich hilft.“

Mit dem Firmentransporter und Geschenken auf Tour

Am Mittwoch sind die Brüder zum ersten Mal mit vollem Firmentransporter vom Hof gefahren, um ihre Mitmenschen glücklich zu machen. „Wir waren vor allem in Vorhalle und Eckesey unterwegs“, sagt Radomir Gwardynski, „wir hatten ein Megafon dabei und haben so unsere Botschaft an die Menschen verkündet.“ Dabei reagierten einige zunächst skeptisch, als sie die drei stabilen Männer in ihren dunklen Jacken erblickten. „Die haben erst gedacht, wir wollten sie überfallen. . .“

Dass ihre Großzügigkeit ausgenutzt werden könnte, fürchten die Brüder, die für gut 1000 Euro im Großmarkt eingekauft haben, nicht. „Wir sprechen ja mit den Leuten“, sagt Radomir Gwardynski, „wenn wir den Eindruck haben, dass ein Sohn anruft, der selbst noch fit ist, um etwas für seine Eltern abzustauben, dann sagen wir ihm, dass er selbst seinen Hintern hochkriegen soll. Aber es gibt in dieser Zeit genug Menschen, die sich selbst nicht helfen können und auch niemanden haben.“

Brüder wollen Vorbild für andere sein

Diese Nächstenliebe tut den Brüdern auch selber gut. „Wir sind bestimmt keine Engel“, sagt Radomir Gwardynski, „aber wir wollen aufrütteln: Jeder kann sich in seinem eigenen Umfeld umschauen und wird Menschen entdecken, denene er helfen kann.“

Wer die Brüder unterstützen möchte oder wer Hilfe benötigt, kann sie im „Workshop No. 5“ unter 02331/7879850 oder per E-Mail an info@workshop-no5.de kontaktieren.

Wer die Brüder unterstützen möchte oder wer Hilfe benötigt, kann sie im „Workshop No. 5“ unter 31/7879850 oder per E-Mail an info@workshop-no5.de kontaktieren

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