Imkerei Lange

Geschmacksstern für Schoko-Honig

Ramunas Lange mit seinen Bienen. Er bezeichnet seine Imkerei als die kleinste in Deutschland.

Ramunas Lange mit seinen Bienen. Er bezeichnet seine Imkerei als die kleinste in Deutschland.

Foto: WR

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Boelerheide.Schoko-Honig – klingt für Sie nach einem Werbegag? Keineswegs, vielmehr ist dieses Naturprodukt der Hagener Imkerei Lange kürzlich vom „International Taste & Quality Institute“ in Brüssel mit dem „Superior Taste Award 2012“ ausgezeichnet worden.

Welchen Stellenwert dieser Stern besitzt, wurde Jovita und Ramunas Lange bei der Preisverleihung in Brüssel deutlich. „Wir fanden uns dort plötzlich zwischen 200 Vertretern von teilweise international anerkannten Firmen wieder“, erinnert sich Lange. „Als wir die Geschmacksproben eingeschickt hatten, wussten wir überhaupt nicht genau, auf was wir uns da eingelassen haben.“

Kleinste Imkerei Deutschlands

Dabei weiß Ramunas Lange normalerweise sehr gut, auf was er sich einlässt. Die Imkerei ist für den ehemaligen Küchenchef keinesfalls nur ein Hobby. Vielmehr bezeichnet er seine 2006 gestartete Unternehmung gern als kleinste Imkerei Deutschlands. „Wir haben zwischen 180 und 200 Bienenvölker; das ist für Berufsimker wenig.“ Seine Berufskollegen kümmern sich um mindestens 500 Völker. „Dann allerdings wird die gewissenhafte Kontrolle schwierig“, weiß Lange, der aus einer Imkerfamilie stammt. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, als Imkerei klein zu bleiben und unsere Völker liebevoll zu betreuen.“ Seiner Ehefrau Jovita kommt dabei die Zucht von Königinnen zu, was gleichzeitig auch ihr Schwerpunkt des Studiums der Agrarwissenschaften war. „Bei Gelegenheit unterstützt uns mein Bruder Arunas noch, denn ein Imker kann eigentlich nur 50 bis 60 Völker betreuen, bei gezüchteten etwas mehr“, so Lange.

Die Zucht spielt eine große Rolle in der Geschäftsphilosophie der Langes. „Wir können das Verhalten der Tiere einschätzen, weil wir deren Vorfahren kennen“, so Lange, der seine Bienen scharf selektiert. „Wichtig ist ein ruhiges Verhalten der Tiere und eine hohe Honigausbeute.“ Jovita und Ramunas Lange haben sich auf die Ernte von Sortenhonigen spezialisiert. „Ich fahre mit unseren Völkern zum Beispiel zur Edelkastanienblüte in die Pfalz“, so Lange. „Die Bienen fühlen sich von dem intensiven Duft derart angezogen, dass ich sortenreinen Honig ernten kann, der einen prägnanten Geschmack mitbringt.“ In der Lausitz etwa setzt Lange auf Buchweizen, der dem Honig homöopathische Wirkung verleihen soll. Zuletzt war er mit seinen Völkern in der Uckermark unterwegs.

Neben diesen Sortenhonigen hat Ramunas Lange die Verfeinerung seiner Honige als Hobby entdeckt. „Ich würze die Honige mit edlen Zutaten“, verrät Lange. „Wichtig ist die Qualität der Beigaben, denn deren Anteil liegt unter einem Prozent.“ So verwendet er für seinen Zimt ausschließlich indischen Caneel. „Bei zum Beispiel chinesischem Zimt müsste ich viel mehr nehmen und dann würde der Honig mit der Zeit ungenießbar.“

Es gibt noch Luft nach oben

Mittlerweile gibt es aus dem Hause Lange Honig mit Zimt, Vanille, Sanddorn, Nüssen und Schoko. Cranberry ist zudem in einer Testphase und pünktlich zu Weihnachten soll es schließlich noch Marzipan-Honig geben. Ein Test mit Chili wurde jedoch zu den Akten gelegt. „Auf die Idee des Schoko-Honigs sind wir gekommen, um auch Kinder an unser Produkt heranzuführen“, so Lange. „Dabei bleibt unser Honig aber ein Naturprodukt, weil wir nur wenig Kakaorohmasse beifügen.“ Die Geschmackstester in Brüssel hat er bereits überzeugt, sich selbst hingegen noch nicht zu hundert Prozent. „Wir haben einen Stern bekommen. Darauf bin ich stolz. Die Skala reicht aber bis zu drei Sternen“, umschreibt Lange seine mittelfristige Zielsetzung.

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