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Flickschusterei kurz vor Sanierung: Hagenerin fassungslos

Zahlreiche Schlaglöcher kennzeichnen die Straße am Waldesrand auf Emst – hier ein Symbolbild. Obwohl die Decke komplett saniert wird, bessert der Wirtschaftsbetrieb Hagen noch Löcher aus.

Zahlreiche Schlaglöcher kennzeichnen die Straße am Waldesrand auf Emst – hier ein Symbolbild. Obwohl die Decke komplett saniert wird, bessert der Wirtschaftsbetrieb Hagen noch Löcher aus.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Neues aus Absurdistan? Warum der Wirtschaftsbetrieb Hagen noch kurz vor einer Straßensanierung Schlaglöcher flickt.

Als Ulla Rafflenbeul am Morgen das erste Mal aus dem großen Fenster blickte, rieb sie sich verwundert die Augen. Vor ihrer Tür war ein Fahrzeug des Wirtschaftsbetriebs Hagen vorgefahren. Drei Arbeiter machten sich an der Fahrbahndecke zu schaffen – dabei hatte man die Anwohner doch informiert, dass die Sanierungs-Arbeiten erst am 23. September starten sollten.

Ulla Rafflenbeul sah genauer hin und beobachtete, wie Männer mit Asphalt begannen, Löcher in der Fahrbahn zu stopfen. Und das, obwohl doch für die kommende Woche eine komplette Deckensanierung angekündigt worden war. „Zum Teil ist ja schon gesperrt, Schilder sind aufgestellt“, so die Emsterin, „was macht es denn für einen Sinn, mit einer solchen Flickschusterei wenige Tage vor einer Komplettsanierung zu starten?“

Arbeiten aus Sicht der Anwohnerin überflüssig

Ulla Rafflenbeul verließ ihr Haus und erkundigte sich bei den Arbeitern, was sie denn da im Schilde führten. Doch ihren Hinweis auf die bevorstehende Rundum-Sanierung kontern diese nur mit dem Hinweis, dass sie von ihrem Chef beauftragt worden seinen, die Ausbesserungen vorzunehmen. „Die hat gar nicht interessiert, dass ihre Arbeit eigentlich völlig überflüssig ist“, sagt Ulla Rafflenbeul.

Also rief Ulla Rafflenbeul direkt beim Wirtschaftsbetrieb Hagen an. Sie schilderte, was sich gerade vor ihrer Haustür abspielte. „Aber da hat man mir nur erklärt, dass alles seine Richtigkeit habe“, sagt sie und empört sich: „Es mag ja nur eine Kleinigkeit sein – aber aus meiner Sicht werden hier Steuergelder verschwendet. Das ist doch eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für drei WBH-Mitarbeiter. Die könnten in der Zwischenzeit Sinnvolleres tun.“

Wirtschaftsbetrieb Hagen rechtfertigt Maßnahme

Das sieht man beim Wirtschaftsbetrieb Hagen ganz anders. „Wir haben einen Hinweis von Anwohnern bekommen“, erklärt WBH-Sprecherin Gabriele Zmarowski, „daraufhin haben wir uns die Situation vor Ort angesehen und drei tiefe Löcher verfüllt. Sie hatten eine große Gefahr dargestellt. Fahrradfahrer oder Motorradfahrer hätten hier stürzen können. Wir mussten kurzfristig handeln.“

Eine Argumentation, die Ulla Rafflenbeul so gar nicht nachvollziehen kann. „Seit Jahren ist die Straße in einem bedauernswerten Zustand“, sagt sie, „hier gibt es zahlreiche tiefe Löcher. Und ausgerechnet jetzt sollen drei aufgefallen sein – das glaubt doch kein Mensch.“

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