Kanu-Sport

Die Olympia-Chancen der Hohenlimburger Wildwasser-Strecke

Die Wildwasserstrecke an der Lenne aus der Luft.

Die Wildwasserstrecke an der Lenne aus der Luft.

Foto: Hans Blossey

Hohenlimburg.  Die Spiele 2032 sollen in 14 Städte des Ruhrgebiets geholt werden. Was fehlt, ist ein Wildwasser-Kanal wie in Hohenlimburg.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der Sportevent-Manager Michael Mronz wollen die Olympischen Spiele 2032 ins Ruhrgebiet holen und in den Sportstätten von 14 Städten ausrichten. In der NRW-Landesvertretung in Berlin machten Laschet und Mronz am Montagabend deutlich, wie ernst es ihnen mit dem Projekt „Rhein Ruhr City 2032“ ist. Die einzige Sportstätte, die noch fehlt, ist eine Wildwasserstrecke für den Kanu-Sport. Und damit kommt Hohenlimburg plötzlich in das Licht der größten Sportbühne der Welt.

Doch der Traum von Olympia an der Lenne platzt bereits jetzt.

Die bekannte Hohenlimburger Strecke, in der Vergangenheit oft Ausrichtungsort, ist die einzige natürliche Wildwasserstrecke dieser Art in Deutschland. Sie entstand vor rund 40 Jahren. Wurde sie zunächst händisch kanalisiert, wurde sie nach Hochwasser-Zerstörungen 1986 und 1987 hochwasserfest ausgebaut. 2002 und 2003 wurde die Strecke noch einmal modernisiert. Genauer: das Lennewehr, das heute mit zwei hydraulischen Klappwehren auf der rechten Lenneseite insbesondere dem Hochwasserschutz dient und eine immer konstante Wassermenge in der Wettkampfstrecke garantiert. Kosten: 1,2 Millionen Euro.

„Die Strecke ist nicht olympiareif“, sagt Ralf Kriegel vom Kanu-Club Hohenlimburg. „Wir hatten ja die Idee, anzubauen an die Strecke und sie um 100 Meter zu verlängern, aber das hätte sie auch nicht olympiatauglich gemacht. Außerdem ist bei Olympia ein zweiter Kanal für den Trainingsbetrieb gefordert. Das kommt neben fehlender Höhen und Länge noch hinzu. Schon für die Olympischen Spiele 2012 wäre die Strecke nichts mehr gewesen.“

Der regionale Hauptgrund, warum man die Strecke für mögliche Olympische Spiele 2032 nicht in größerem Stile umbaut, liegt aber in Dormagen im Kreis Neuss. Denn am Straberg-Nievenheimer See in Dormagen soll ein hochmoderner Wildwasserpark für Kanuten entstehen, der zu mindestens 60 Prozent von Leistungssportlern genutzt werden soll. Alle sind schon mit im Boot: Der Sportclub WSC Bayer Dormagen, Kanu-Verband NRW, Deutscher Kanu-Verband, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss und Land NRW. Perspektivisch könnte hier ein Bundesleistungsstützpunkt entstehen. Das Projekt hat hingegen Olympia-Format.

Kanu-Rennen in Duisburg

Wie konkret über Hohenlimburg als möglichen Olympia-Standort wirklich nachgedacht wurde, dass konnte aus Reihen des Projekts „Rhein Ruhr City“ gestern nicht beantwortet werden. Der Pressesprecher war nicht zu erreichen, und die Düsseldorfer Staatskanzlei konnte keine genaueren Angaben machen.

Klar ist bislang nur: Falls das Ruhrgebiet den Zuschlag für die Spiele kriegen sollte, sollen die klassischen Kanu-Wettbewerbe in Duisburg ausgetragen werden. „Wir konzentrieren uns in Hohenlimburg weiter auf uns“, sagt Ralf Kriegel. „Wir sind Bundesstützpunkt für die Nachwuchsförderung und es ist mit unserer Strecke weiterhin möglich, große internationale Veranstaltungen an die Lenne zu holen.“ Zuletzt geschehen bei der Kanu-Slalom-EM der U23-Junioren im Jahr 2017.

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