Coronavirus

Corona in Hagen: Bürger sollen jetzt Schutzmasken nähen

Mitglieder der Pauluskirchengemeine sowie Pfarrein Elke Schwerdtfeger haben in Hagen bereits Schutzmasken genäht. Die Stadt hat dazu aufgerufen.

Mitglieder der Pauluskirchengemeine sowie Pfarrein Elke Schwerdtfeger haben in Hagen bereits Schutzmasken genäht. Die Stadt hat dazu aufgerufen.

Foto: Stadt Hagen

Hagen.  Schutzmasken werden im Kampf gegen das Coronavirus dringend benötigt. Die Stadt Hagen fordert die Bürger auf, zu Nadel und Faden zu greifen.

Mund-Nasen-Schutze sind zurzeit überall auf der Welt Mangelware – auch in Hagen. Benötigt werden sie nicht nur in Krankenhäusern und Arztpraxen, sondern auch in Pflegeeinrichtungen, in der ambulanten Pflege, sowie von anderen systemrelevanten Berufsgruppen.

Die Stadt Hagen bittet all ihre Bürger, die geschickt mit Nadel und Faden sind, diesem Notstand entgegenzuwirken und ehrenamtlich aus nicht mehr benötigten Stoffresten Mundschutze zu nähen. Zur Herstellung eines Mund-Nasen-Schutzes kann jeder Baumwollstoff (100 Prozent Baumwolle) verwendet werden, der sich bei 90 Grad waschen lässt. Ausrangierte Bettwäsche oder Tischdecken eignen sich beispielsweise sehr gut.

Anleitung gibt es im Internet

Die Stadt Hagen bittet darum, zur Herstellung der Masken die Anleitung zu nutzen, welche hier heruntergeladen werden können.

Die Freiwilligenzentrale Hagen übernimmt in Kooperation mit der Stadt Hagen die Annahme und Verteilung der Masken. Bürger können direkt mit dem Auto vor das Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, fahren, um ihre genähten Schutze während der normalen Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 13 Uhr) in Tüten oder Kartons verpackt an der Pforte am Wasserband abzugeben. So können die Mundschutze überreicht werden, ohne sich einer zusätzlichen Infektionsgefahr auszusetzen.

Masken werden gewaschen und verteilt

Anschließend werden die Mund-Nasen-Schutze gewaschen, verpackt und nach einer Prioritätenliste verteilt.„Natürlich können selbstgenähte Mundschutze aus Baumwolle die medizinischen nicht ersetzen“, sagt Dr. Katrin Hoffmann, Ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes im Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Hagen. „Aber er ist ein wichtiger zusätzlicher Baustein, um andere Menschen und sich selbst zu schützen.“

Das Coronavirus wird beim Sprechen, Husten und Niesen durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Durch das Tragen eines Mundschutzes können Menschen, die kaum Symptome haben und daher nicht wissen, dass sie am Coronavirus erkrankt, die Ansteckung anderer verhindern. Trotzdem müssen natürlich weiterhin die gültigen Regeln des Kontaktverbotes beachtet werden.

Werkhof und Theaterschneiderei haben vorgelegt

In manchen Nähstuben wird bereits fleißig gearbeitet: Die Schneider des Werkhofs „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Werkhof gem. GmbH“ und des Theaters Hagen fertigen Mundschutze für die Einsatzkräfte der Feuerwehr an. Vergangene Woche ist bereits eine Lieferung mit 500 Exemplaren vom Theater bei der Feuerwehr eingetroffen. Am heutigen Dienstag schließt sich der Werkhof mit der nächsten Lieferung an.

Gemeinsam mit Elke Schwerdtfeger, Pfarrerin der Pauluskirchengemeinde in Wehringhausen, hat Dr. Katrin Hoffmann die Initiative zum ehrenamtlichen Nähen von Mund-Nasen-Schutzen in Hagen ins Leben gerufen – mit vollem Erfolg. Allein in der Pauluskirchengemeinde sind inzwischen 150 selbstgenähte Schutze zusammengekommen. Auch Pfarrerin Elke Schwerdtfeger hat bereits selbst an der Nähmaschine gesessen: „Wir können jede Hilfe gebrauchen, um möglichst viele Hagener zu versorgen!“

Die Stadt Hagen bedankt sich bei allen fleißigen Helfern. Bei Fragen steht die Freiwilligenzentrale unter 02331/1841-70 oder 02331/1841-71 und unter coronahilfe@fzhagen.de zur Verfügung.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben