Lieblingsplätze

Coach Altfeld freut sich auf sein Leben ohne Termine

Sein Lieblingsplatz ist die kleine Turnhalle in Breckerfeld: Hans-Gerhard Altfeld hat hier als Aktiver und als Coach so manche Stunde verbracht. Jetzt gibt er die Leitung der Grundschul-AG an Fabian Köppen ab.

Sein Lieblingsplatz ist die kleine Turnhalle in Breckerfeld: Hans-Gerhard Altfeld hat hier als Aktiver und als Coach so manche Stunde verbracht. Jetzt gibt er die Leitung der Grundschul-AG an Fabian Köppen ab.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Breckerfeld.  Jahrelang hat er Kindern die Faszination des Basketball-Sports vermittelt, doch jetzt gibt Hans-Gerhard Altfeld die Leitung der Schul-AG ab.

Beim Dribbling federt er noch geschmeidig in den Kniegelenken, beim Korbleger fällt der Ball zuverlässig durch den Ring. „Wenn ich nicht treffe, lachen die Kinder mich aus“, ist sich Hans-Gerhard Altfeld, der sich regelmäßig im Kraftraum fit hält, der kritischen Blicke seiner Schützlinge durchaus bewusst. Über Jahre hat der leidenschaftliche Basketballer die Grundschul-AG geleitet. Doch mit Blick auf seinen bevorstehenden 70. Geburtstag entschied der Breckerfelder, der vor zwei Jahrzehnten den Weg aus Hagen in die Hansestadt fand, zum Schuljahresende die Aufgabe in die Hände von Fabian Köppen zu legen. „Jetzt ziehe ich mir die Schuhe bloß noch dienstagabends für unsere TuS-Hobby-Truppe an“, erzählt Altfeld beim Gespräch an seinem Lieblingsplatz auf der Trainerbank der kleinen Sporthalle.

Leidenschaft ohne Gardemaß

Vor einem halben Jahrhundert entdeckte der gelernte Koch, der über Jahrzehnte in einem Herdecker Altenheim als Küchenchef bis zu 300 Essen am Tag auf die Tische zauberte, seine Leidenschaft für den Sport mit dem orangefarbenen Ball. In Boele-Kabel half er mit, die Basketball-Abteilung aus der Taufe zu heben und spielte selbst in der Kreisliga: „Ich bin vor allem zum Basketball gekommen“, erzählt der Mann mit den blitzenden Augen, aber ohne das sonst übliche Gardemaß, „weil seinerzeit die Spiele immer während der Trainingseinheiten in der Woche stattfanden – am Wochenende hatte ich in meinem Job ja nie Zeit.“ Parallel machte der Familienvater noch seinen Schiedsrichterschein, und sorgte in Senioren- und Jugendligen für faires Miteinander auf den Spielfeldern.

Obendrein hatte der Koch, dessen Eltern einst die Hagener Traditionsgaststätte „Altfeld am Markt“ betrieben, längst seine Kinder Sabrina und Sebastian mit dem Basketball-Virus infiziert. „Bei uns wurde am Frühstückstisch nie über Politik, sondern immer über Basketball diskutiert.“ Mit den Jugend-Teams von Brandt-Hagen und TSV 1860 folgte er, wenn es seine Zeit erlaubte, den Kindern quer durch NRW zu den Auswärtsspielen: „Ich kenne in fast jeder Stadt die Turnhallen, aber selten die Marktplätze.“ Ebenso mit den Brandt-Bundesliga-Basketballern reiste er jahrelang quer durch die Republik und war selbstverständlich beim Deutschen Meistertitel der Hagener in Heidelberg live dabei.

Eine hitzige Passion, die natürlich nicht erkaltete, als Hans-Gerhard Altfeld sein Haus kaufte und mit seiner Familie aus Eckesey auf die Breckerfelder Höhen zog. Schnell fand die Basketballer-Familie Anschluss beim TuS. „Eines Tages sprach mich Ingrid Möller an, ob ich nicht die Schul-AG übernehmen wolle. Da habe ich mich mit 60 Jahren noch einmal hingesetzt und Trainer-Lehrgänge besucht. Ich hatte einfach Lust, noch mal was mit Kindern zu machen.“ Regelmäßig hat er versucht, Mädchen und Jungen der ersten bis vierten Klasse die Faszination des Basketball-Sport zu vermitteln, ihnen die Angst vor dem Ball zu nehmen und sie fürs traditionelle Grundschul-Turnier vorzubereiten.

Aber jetzt ist endgültig Schluss. „Ich fühle mich zwar körperlich noch fit, aber die Resonanz war zuletzt auch nicht mehr so toll“, hinterfragt sich Altfeld durchaus selbstkritisch. Allerdings ist ihm auch nicht entgangen, dass den Kleinen immer häufiger die Lust an der Bewegung fehlt, was man ihnen auch durchaus körperlich ansehe. Die Faszination der Bildschirme ist auch für die Basketball-AG eine echte Konkurrenz.

Freude auf die Terrasse

„Andauernd da zu sein – das möchte ich nicht mehr. Ich genieße es, keine Termine mehr zu haben. Das sind alles schöne Erinnerungen, die ich niemals missen möchte. Aber jetzt ist der Moment gekommen, auf der Terrasse zu sitzen und die Zeit für mich selbst zu nutzen.“ Oder auch für Enkelin Greta, die mit ihren zwei Jahren gelegentlich ebenfalls schon zum Basketball greift. Die Sorge, in ein Vakuum zu fallen, kennt Altfeld nicht: „Dafür wird schon meine Frau sorgen. Und wenn Not am Mann ist, helfe ich auch in Zukunft beim Basketball gerne mal aus . . .“

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