CDU-Parteitag

CDU: Purps erneut Parteichef, aber mit schwächerem Ergebnis

Christoph Purps wurde als Kreisvorsitzender wiedergewählt

Christoph Purps wurde als Kreisvorsitzender wiedergewählt

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Der CDU-Parteitag bietet nur Erwartbares. Man lobt sich überschwänglich und wählt den Kreisvorsitzenden wieder. Mit schwächerem Ergebnis.

Dass der CDU-Kreisvorsitzende Christoph Purps so kräftig gegen die neue Bundes-Spitze der SPD, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, polterte, mag ja auf einem CDU-Kreisparteitag erstmal nicht besonders überraschen. Das SPD-Duo erachtet er als schwach und zitierte Friedrich Merz: „Die SPD hat ihre beiden ehemaligen Vorsitzenden gewählt.“ Als Purps so redete, wusste er noch nicht, dass er selbst wenig später nur mit 67,7 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt werden würde. Noch mal fünf Prozent weniger als vor zwei Jahren.

Was soll man erzählen über diesen Kreisparteitag der Hagener CDU? Etwas zugespitzt: Er verlief ohne Kontroversen, ohne Aussprache, ohne Diskussion und nervte teilweise selbst die Delegierten, weil die sich durch die „Beschlussfassung über eine Neufassung der Satzung des CDU-Kreisverbands Hagen“ quälen mussten. Die war zum letzten Mal 2003 beschlossen worden und hatte nichts mehr mit dem zu tun, was die Bundespartei mittlerweile fordert. Kreisvorsitzender Christoph Purps versuchte diese späte Neufassung der Satzung marketingtechnisch positiv zu verkaufen: „Wir werden die modernste Satzung in NRW haben.“

Absolute Reibungslosigkeit

Ansonsten: Reibungslosigkeit. Inhaltliche Diskussionen: Fehlanzeige. Dafür aber: Übermäßige Lobhudelei für „unseren Oberbürgermeister Erik O. Schulz“, „die hervorragende Arbeit unseres Kämmerers Christoph Gerbersmann“ und zwischendrin auch Lob für Ordnungs-Dezernent Thomas Huyeng, ebenfalls ein CDU-Mann, und die „erfolgreiche Arbeit der CDU-Ratsfraktion in der Allianz mit Grünen, FDP und Hagen Aktiv ist. Würde man nicht wissen, wie es um viele Themenbereiche in Hagen bestellt ist, hätte man den Eindruck gewinnen können, dass die CDU bei der Kommunalwahl im nächsten Herbst mindestens 50 Prozent holt.

Während Hans-Dieter Fischer, seines Zeichens Erster Bürgermeister Hagens, zusätzlich erwähnte, dass das Gespann aus OB und Kämmerer „unschlagbar sei“ und Christoph Purps OB-Kandidat Wolfgang Jörg als „Profi-Hinterbänkler im Landtag“ bezeichnete, der mit AfD-Parolen losziehe, war nur aus dem Mund von Schatzmeister Rainer Kurth zu hören, dass die Kommunalwahl diesmal eine echte „Personenwahl“ und noch dazu „schwierig“ werden könnte.

Beim einzig spannenden Punkt des Tages, den Kreisvorstandswahlen, dann sehr ernüchternde Zahlen für den alten und neuen Chef Christoph Purps. Von 65 gültigen erhielt er 44-Ja- und 21 Nein-Stimmen. Eher schwache 67,7 Prozent Zustimmung für einen lokalen Parteichef. Vor zwei Jahren hatte Purps 73 Prozent eingefahren.

Dazu kommt: Von 80 stimmberechtigten Delegierten, waren nur 69 gekommen. Cemile Giousouf (48-Ja-Stimmen) und Peter Krauß-Hoffmann (41) wurden zu den stellvertretenden Kreisvorsitzenden hinter Christoph Purps gewählt.

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