Politik

Bahnhofsvorplatz in Hagen – Politik wird ungeduldig

Es fällt schwer, die Situation auf dem Bahnhofsvorplatz als einladen zu empfinden. Die Politik erwartet, dass die Verwaltung Vorschläge liefert, um die Situation zu verbessern.

Es fällt schwer, die Situation auf dem Bahnhofsvorplatz als einladen zu empfinden. Die Politik erwartet, dass die Verwaltung Vorschläge liefert, um die Situation zu verbessern.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Die Situation auf dem Bahnhofsvorplatz ist der Politik ein Dorn im Auge. Optik, Sauberkeit und Sicherheitslage sollen sich verbessern.

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Dass es auf dem Bahnhofsvorplatz, der vielzitierten Visitenkarte der Stadt Hagen, nicht immer so abläuft, dass die eintreffenden Gäste echte Wohlfühl-Emotionen überwältigen, treibt die politischen Fraktionen schon seit Jahren um. Während die SPD zuletzt vorzugsweise mit Vor-Ort-Terminen versuchte, die Verantwortlichen der Stadt zu konsequenterem Durchgreifen in Sachen Stadtsauberkeit zu bewegen, macht die CDU seit anderthalb Jahren auf dem politischen Beratungsweg mit konkreten Verbesserungsvorschlägen zu Sicherheitsfragen Druck. Mit bislang überschaubarem Erfolg: „Bis heute gibt es zu den wesentlichen Punkten noch immer keine Maßnahmenvorschläge“, kritisiert der umweltpolitische Sprecher Jörg Klepper (CDU), „dieser Mangel sollte schnellstmöglich behoben werden“.

Höhere Aufenthaltsqualität

Dabei sind die Anregungen der Union durchaus konkret: So soll die Gestaltung des Berliner Platzes durch eine Erweiterung der Außengastronomie, eine zeitgemäße Optimierung des Mobiliars oder auch Spielgeräte für Kinder verbessert werden. Auch eine ansprechendere Gestaltung des Pavillons – beispielsweise auch in Kombination mit der geforderte Fahrradstation – taucht auf dem Forderungskatalog auf. „Wir wollen die Aufenthalts- und optische Qualität sowie den Aspekt Stadtsauberkeit verbessern. Der Platz soll möglichst gut einsehbar werden und über breite Sichtachsen verfügen“, blickt Klepper aber nicht bloß auf gestalterische Punkte. In Zusammenarbeit mit Polizei, Bundespolizei, Bahnhofsmanagement, Arbeitsagentur, Entsorgungsbetrieb, SIHK und Einzelhandelsverband solle ein Konzept entwickelt werden, das auch bei den Menschen den gefühlten Eindruck hinterlasse, dass sich die Sicherheitslage verbessere.

Zudem erwartet die CDU, dass Wege gefunden werden, den störenden Alkoholkonsum abseits der Gastronomiebetriebe rund um den Platz zu unterbinden. Hier seien auch die Ordnungsbehörden gefordert, Begleiterscheinungen wie mutwillige Verschmutzungen, zerborstene Flaschen oder auch Wildpinkeln konsequent einzudämmen – auch durch höheren Personaleinsatz. Ebenso dürfe der offensichtliche Drogenhandel rund um den Platz nicht länger toleriert werden. „Die Polizei hat hier die Lage fest im Blick – und zwar durch die Fenster der neuen Wache“, fügte zuletzt SPD-Ratsherr Werner König im Umweltausschuss ironisch-süffisant hinzu.

Workshop mit allen Partnern

Einstimmig beschloss das Gremium, dass die Verwaltung zeitnah einen Workshop auf die Beine stellt, um die leidige Thematik endlich einmal konkret anzugehen. Auf die ursprüngliche Idee der Stadt, erst im Rahmen des INSEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für das Bahnhofsquartier) die Gesamtsituation zu betrachten, wollte die Politik angesichts der Brisanz der Lage rund um den Hauptbahnhof sich nicht einlassen. Hier dominiert die Sorge, dass sich sonst frühestens im Jahr 2024 etwas bewegen werde.

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