Hegge-Platz

Auf Fußballer folgen Pferde: Neuer Reitplatz in Hohenlimburg

Neuerdings reiten Island-Pferde auf dem ehemaligem Fußballplatz Hegge Hohenlimburg.

Neuerdings reiten Island-Pferde auf dem ehemaligem Fußballplatz Hegge Hohenlimburg.

Foto: Frauke Höller / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Auf den ehemaligen Fußballplatz auf der Hegge in Holthausen spielte längst kein Fußballer mehr – und das brachte einen Pferdefreund auf eine Idee

Als Klaus Hübel die Besucherinnen und Besucher auf dem ehemaligen Hegge-Fußballplatz in Holthausen begrüßte, konnte er seine Tränen nicht zurückhalten. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, Susanne Burkhardt, pachtet er nun den Sportplatz und bietet so einen neuen Stützpunkt für Island-Pferde.

Seit 50 Jahren gibt es die Islandpferde-Freunde in Hohenlimburg. Eine lange Zeit war das Theis-Gelände in Hagen-Halden Trainings-und Veranstaltungsort für die Islandpferde und seine Reiterinnen und Reiter. Durch eine geplante Bebauung begannen Susanne Burkhardt und Klaus Hübel schon vor über 20 Jahren ein neues Gelände zu suchen, da sie das ursprüngliche verlassen mussten.

Im Sommer 2018 stieß Hübel durch einen Zeitungsartikel auf den ehemaligen Fußballplatz auf der Hegge in Holthausen. Da der TuS Holthausen und Eintracht Hohenlimburg fusionierten und seitdem auf dem Kirchenbergplatz spielen, blieb der Hegge-Sportplatz ungenutzt. „Ich erinnere mich an viele Geschichten aus meiner eigenen Jugend auf diesem Platz“, sagte Klaus Hübel, „hier ist ein sehr harter Boden vorhanden, der eher ungeeignet für andere Bebauungen ist.“

Vor knapp einem halben Jahr kam dann grünes Licht von der Stadt; Hübel und Burkhardt können den Platz für die Islandpferde pachten. Durch die Unterstützung von der Kultur-und Dorfgemeinschaft Holthausen („KuDg“) und der Kommunalpolitik wurde der Bau einer neuen Ovalbahn in Gang gesetzt. „Als wir mit Kreide die ersten Striche auf dem Platz gemalt hatten, war das ein unglaublich emotionaler Anblick, bei dem mir die Tränen kamen“, sagte Klaus Hübel.

Der 75-jährige baute mit Hilfe seiner Ehefrau und einer Interessengemeinschaft von 30 Leuten Zäune, die Ovalbahn, Markierungen, Bänke und Stallmöglichkeiten auf der Hegge. „Jeden Morgen bin ich zwei Stunden hier und tue etwas. Vieles schafft mal alleine, aber man braucht Hilfe und ohne die wäre das nicht möglich gewesen“, sagte Klaus Hübel.

Hunderte Besucher bei Eröffnung

Denn nicht nur die Umbauten für das neue Trainingsgelände waren kompliziert; dadurch, dass kein eingetragener Verein besteht, sondern eine Interessengemeinschaft, ist der Verwaltungsaufwand groß. „Für die Zukunft müssen wir schauen, wie sich die Eigenregie innerhalb der Interessengemeinschaft entwickelt“, sagte Klaus Hübel, „wir müssen schauen – wie entwickelt sich das? Bekommen wir Zuschüssen von der Stadt?“ Fragen, auf die sich für das Ehepaar in Zukunft Antworten entwickeln sollen.

Jetzt aber feierte man das neue Trainingsgelände auf der Hegge bei der Eröffnung. Hunderte von Besucherinnen und Besuchern kamen dafür von Düsseldorf, Hamm oder Gütersloh nach Holthausen. Sowohl die Reiterinnen des „Fleyerhofs“ als auch der amtierende deutsche Jugendmeister und weitere Top-Reiter der Islandpferde-Szene präsentierten das Können der Islandpferde und ihrer Reiterinnen und Reiter durch die Gangarten Galoppieren, Tölt oder Pass. Die Vorführungen passierten mit Show-Musik; außerdem wurde Pferde-Fußball gespielt. Unter anderem sorgte auch der durch die Pro7-Show „Voice of Germany“ bekannt gewordene Sänger Dennis LeGree für musikalischen Unterhaltung.

Bei den Besucherinnen und Besuchern traf die neue Reitanlage auf der Hegge auf große Begeisterung. Frank Schmidt von „Bürger für Hohenlimburg“ würdigte im Namen Bezirksvertretung Hohenlimburg den Umbau des ehemaligen Fußballplatzes: „Wer Klaus Hübel kennt weiß, dass er beim Wort zu nehmen ist. So hat er es geschafft, dass dieser Platz wieder mit Leben erfüllt ist. Mit dem Möglichen haben sie das Optimale geschafft. Ich freue mich, dass die Idee Gestalt angenommen hat und hoffe, dass sie auf Jahre das Gebiet optimal nutzen können.“

Heribert und Gertraude Möllers von der KuDG freuen sich ebenfalls über die neue Anlage. Gertraude Möllers sagte: „Es ist ganz wichtig, dass hier so etwas naturnahes genutzt wird. Es ist toll, was man auf dem Rücken der Pferde in Holthausen bereiten kann.“Heribert Möllers sagte: „Für Holthausen ist das auch ein Alleinstellungsmerkmal. Das Gelände wurde adäquat genutzt, die Islandpferde passen in die Umgebung – eine sehr schöne Investition.“

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