Gericht

Audi-Fahrer (34) bringt Vorstrafe zu Raser-Prozess mit

Die Kaisberg-Apotheke in Vorhalle: Hier wurde der schwere Tresor gestohlen.

Foto: Alex Talash

Die Kaisberg-Apotheke in Vorhalle: Hier wurde der schwere Tresor gestohlen. Foto: Alex Talash

Hagen.   Einer der beiden Angeklagten im Hagener Raser-Prozess (Beginn 29. Mai) ist wegen eines Einbruchs in die Kaisberg-Apotheke verurteilt worden.

Er (34) ist einer der beiden Angeklagten im bald beginnenden Hagener Raser-Prozess mit fünf Schwerverletzten. Denn er saß beim illegalen Autorennen im schwarzen Audi. Im selben Wagen saß er schon Monate vorher und transportierte einen gestohlenen Tresor vom Tatort weg – befand gestern in zweiter Instanz das Landgericht. Und schickte ihn für zwei Jahre und zwei Monate hinter Gitter.

Tresor aus dem Fenster gewuchtet

Am 28. März 2015 war frühmorgens in die Kaisberg-Apotheke in Vorhalle eingebrochen worden. Drei Täter hatten einen Tresor aus der Wand herausgestemmt, mit untergelegten weißen Handtüchern über den Boden des Labors geschleift und anschließend aus dem Fenster gewuchtet. Dabei schlug der schwere Safe auf den Rasenboden auf.

Zeuge auf Balkon bemerkt die Tat

Die Einbrecher transportierten den Tresor dann mit Hilfe einer Schubkarre zu dem schwarzen Audi, luden ihn in den Kofferraum. Auf dem Balkon gegenüber beobachtete ein aufmerksamer Zeuge das Geschehen, auf das er durch laute Geräusche aufmerksam geworden war. Er notierte die Autonummer und erkannte den Angeklagten später auf Polizeifotos wieder. Dessen Freundin gehört der schwarze Audi.

Das Fahrzeug wurde eine Stunde nach dem Einbruch, abgestellt am Ischeland, von Polizeibeamten entdeckt. Zwar war der Motor noch warm – doch der Tresor bereits verschwunden. In ihm hatten sich die Tageseinnahme der Apotheke sowie verschreibungspflichtige Mittel im Wert von 1500 Euro befunden.

Einbruchswerkzeug im Auto

Zum Tatvorwurf schwieg der angeklagte Familienvater in beiden Instanzen. Dadurch wurde das Verfahren zum reinen Indizienprozess. Richter Dieter Krause dröselte die Beweiskette im Urteil kleinlich auf: Da waren die verräterischen Moos- und Lehmspuren im Kofferraum, identisch mit Proben von der Aufprallstelle. Oder das verdreckte weiße Handtuch. Und da sind diese Einbruchswerkzeuge, die noch im Auto lagen: ein Hammerstiel, eine Rohrzange, zwei Eisensägen, ein Seitenschneider, ein Paar Handschuhe.

In der Summe kein Zweifel

Richter Krause: „Es gibt so viele Indizien, die in der Summe keinen vernünftigen Zweifel hinterlassen.“

Am 29. Mai beginnt der spektakuläre Raser-Prozess. Dann spielen der schwarze Audi und sein Fahrer erneut die Hauptrolle vorm Landgericht. Bis dahin bleibt der Verurteilte auf freiem Fuß.

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