Feuerwehr

Acht neue Gerätehäuser in 13 Jahren

Die Löschgruppe Halden vor ihrem veralteten Domizil.

Die Löschgruppe Halden vor ihrem veralteten Domizil.

Foto: WP Michael Kleinrensing WP

Hagen.   Grundlage für die Errichtung von acht neuen Feuerwehrhäusern in den vergangenen 13 Jahren ist die 1988 vom Stadtrat verabschiedete Neukonzeption für Brandschutz und Rettungsdienste .

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Der Streit um das geplante Gerätehaus in Halden, gegen dessen Errichtung Anwohner des Exterweges zu Felde ziehen, spaltet die Gemüter. Während die Anlieger Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln, sieht sich die Feuerwehr in ihrem Selbstverständnis getroffen. Dabei ist es ausgerechnet der letzte Neubau einer ganzen Reihe von Gerätehäusern, der für Ärger sorgt. Da es sich um ein im Außenbereich liegendes Gebäude für den Gemeinbedarf handelt, muss nicht zwingend ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Als erstes politisches Gremium wird sich nach den Sommerferien der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema befassen und beraten, wie es weiter geht. Auch ein Ortstermin in Halden ist geplant.

Neukonzeption für Brandschutz und Rettungsdienste

Grundlage für die Errichtung von acht neuen Feuerwehrhäusern in den vergangenen 13 Jahren ist die 1988 vom Stadtrat verabschiedete Neukonzeption für Brandschutz und Rettungsdienste in Hagen – ein seitdem fortlaufend überarbeitetes Papier, das zuletzt vor vier Jahren aktualisiert wurde. Kernstück des Programms ist die einsatztaktische Zusammenlegung von Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr unter gleichzeitiger Reduzierung der Standorte. Statt 22 soll es zukünftig nur noch zehn Gerätehäuser geben, an denen teilweise mehrere Löschgruppen zusammengezogen werden. „Dadurch werden wir schlagkräftiger und leistungsfähiger“, hebt Veit Lenke, stellvertretender Feuerwehrchef in Hagen, hervor: „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Falle eines Alarms in voller Löschzugstärke ausrücken können, wird dadurch deutlich erhöht.“

Die Standorte der Gerätehäuser seien sorgfältig ausgewählt worden unter der Maßgabe, dass die Feuerwehrleute sie schnell erreichen könnten. Die Zielmarke liegt bei neuneinhalb Minuten vom Meldungseingang bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte am Ort des Unglücks. Während die Einsatzbereiche jeder einzelnen Löschgruppe früher per Zirkel auf einem Atlas festgelegt wurden, wird das mit den heute gebräuchlichen Isochronen-Karten, die alle Straßen und tatsächlich zu fahrenden Entfernungen einbeziehen, den Anforderungen viel eher gerecht.

Funktionalität hat Vorrang

Die neuen, funktionalen Gerätehäuser ähneln sich in Aufbau und Aussehen. Unten stehen die Fahrzeuge, die Mannschaftsräume liegen im oberen Stock, über den Gebäuden wölbt sich ein sogenanntes Tonnendach. Als Prototyp gilt das Gerätehaus in Haspe, das 2008 als erstes in Betrieb genommen wurde. „Endlich ist dafür gesorgt, dass sich unsere ehrenamtlichen Kräfte nicht mehr bei laufenden Abgasen umziehen müssen“, so Lenke.

Auch die beklemmende Enge in einigen der alten Gerätehäuser gehört der Vergangenheit an. Die Löschgruppe Fley residiert derzeit noch in der Scheune eines Bauernhofs, manche Löschgruppe konnte bislang keine Frauen aufnehmen, weil es keine getrennten Toiletten gab. Die Bezirksregierung Arnsberg hat bereits auf die teilweise unhaltbaren Zustände hingewiesen und Abhilfe angemahnt. „Die alten Gebäude entsprechen eben in keinster Weise mehr den gültigen Richtlinien“, so Brandoberamtsrat Ralf Blumenthal, Nummer 3 in der Hagener Feuerwehr-Hierarchie.

Plan zur Zusammenlegung von Löschgruppen verworfen

Übrigens war zeitweise die Zusammenlegung der fünf Löschgruppen aus Halden, Fley, Herbeck, Berchum und Garenfeld in einem gemeinsamen Gerätehaus linksseitig der Lenne erwogen worden. Dieser Plan wurde mit der Argumentation verworfen, dass die Lenne bei einem Jahrhundert-Hochwasser alle Brücken überspülen könnte und das rechte Ufer dann für die Einsatzkräfte unerreichbar sei. Die Löschgruppen aus Berchum und Garenfeld erhalten deshalb ein eigenes Gerätehaus an der Verbandsstraße. Dort soll Anfang 2016 der Grundstein gelegt werden, in Halden zwei Jahre später.

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