Justiz

28 Kilo Marihuana lagern in Kisten und Kartons in Hagen

Der Angeklagte verweigert vor Gericht die Aussage.

Der Angeklagte verweigert vor Gericht die Aussage.

Foto: Kleinrensing

Hagen.   Vor dem Landgericht in Hagen wurde der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann eröffnet, der kiloweise mit Rauschgift gehandelt haben soll.

Der Angeklagte (38) wohnt selbst in Haspe, doch in Altenhagen hatte er zwei weitere Wohnungen angemietet – in denen mehr als 28 Kilo Marihuana in Umzugskartons, Tragetaschen und Tupperdosen eingelagert waren.

Prozessauftakt vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts: Der Angeklagte, dem „Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ vorgeworfen wird, schweigt. „Zum jetzigen Zeitpunkt wird er keine Angaben machen“, sagt sein Verteidiger Yücel Arslan, „auch nicht zur Person.“

Fund in Bunkerwohnungen

Im Gerichtssaal sitzt auch Dr. Nikolaus Grünherz (66), Arzt für Psychia­trie, der im Laufe des Verfahrens ein Gutachten über den Angeklagten erstatten soll. Ihm macht Verteidiger Arslan, unter Feixen zahlreicher Familienmitglieder, die sich im Zuschauerraum versammelt haben, unmissverständlich klar: „Eine Exploration kommt nicht infrage.“

Bereits vor Prozessbeginn hatte ein Bruder (36) des Angeklagten darum gebeten, als Zeuge vorgezogen zu werden, um dem Verfahren möglichst von Anfang an beiwohnen zu können. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Andreas Behrens kommt dem Wunsch freundlicherweise nach. Der Bruder verweigert wie angekündigt seine Aussage und setzt sich ins Publikum.

Über 17.000 Euro sichergestellt

Was von diesem kurzen Prozesstag bleibt? Die Verlesung der Anklageschrift, die nur wenige Minuten dauert. Am 5. Februar, seit diesem Tag sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft, war seine Wohnanschrift in Haspe durchsucht worden. Dort wurde nichts gefunden.

Zeitgleich durchsuchten die Ermittler die beiden vom Angeklagten angemieteten „Bunkerwohnungen“ an der Gertrudstraße und der Wittekindstraße. Dort entdeckten sie vier Umzugskartons, einen kleinen Karton, zwei große Kunststofftüten, eine schwarze Textiltragetasche und eine Tupperdose – befüllt mit insgesamt 28,35 Kilo Marihuana.

Zudem wurden 17.565 Euro in bar sichergestellt. Das Geld will die Staatsanwaltschaft vom Gericht einziehen lassen.

Bis Anfang Juli sind acht Verhandlungstage anberaumt.

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