Kultur

13-jähriger Hagener räumt am Klavier etliche Preise ab

Der 13-jährige Simon Pütter wird von Klavierlehrerin Sigrid Althoff unterrichtet.

Der 13-jährige Simon Pütter wird von Klavierlehrerin Sigrid Althoff unterrichtet.

Foto: Yvonne Hinz

Hagen.  Simon Pütter (13) spielt seit seinem fünften Lebensjahr Klavier. Seine Konzentrations- und Fingerfertigkeit sei enorm, sagt seine Lehrerin.

Er sieht sich nicht als Wunderkind oder junges Genie, „ach, Klavierspielen macht mir einfach Spaß – meistens“, sagt Simon Pütter. Der 13-Jährige spielt seit seinem fünften Lebensjahr Klavier und räumt mittlerweile Preise zuhauf ab, zuletzt beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Halle an der Saale.

Was Simon auszeichnet? „Seine absolut ungewöhnliche Fingerfertigkeit“, urteilt Sigrid Althoff ohne zu zögern. Sie unterrichtet den Schüler seit gut drei Jahren. Das Unterrichten mache ihr im Falle Simon besonders viel Freude, da er alle Tipps und Ratschläge direkt umsetze, „er lernt so rasant schnell, er ist ein echt aufgewecktes Kerlchen“, lächelt die Klavierlehrerin mit Bewunderung im Blick.

Simon wirkt ein wenig verlegen, erzählt, wie er „ganz normal“ Lust am Musizieren bekommen hat.

Bei Aldi ein kleines Keyboard gekauft

Als sein älterer Bruder Lukas in der Grundschule war, gab es dort mehrmals im Jahr Instrumenten-Vorstellungen, „da bin ich mal mitgegangen“. Anfangs hatte es ein Cello Simon besonders angetan, dann aber doch mehr ein Klavier, „weil mein Opa auch Klavier gespielt hat“. Das Ehepaar Pütter nickt, erinnert sich gut an damals zurück. „Wir haben dann für Simon erstmal bei Aldi ein kleines Keyboard gekauft“, lacht Oliver Pütter.

Darauf klimperte der Junge herum, bis ihn eine Nachbarin – eine Sopranistin – zu sich bat. „Komm’ doch mal hoch, ich hab’ in meiner Wohnung ein richtiges Klavier“, hatte die Dame zu dem damals Fünfjährigen gesagt. Simon folgte ihrer Aufforderung, „weil ich, wenn ich bei ihr ein bisschen Klavier gespielt hab’, zur Belohnung immer Schokolade bekommen hab“.

N

ach drei Monaten erkannte die musikaffine Nachbarin Simons Talent und schnelle Auffassungsgabe und empfahl seinen Eltern, den Jungen doch von einem erfahrenen Lehrer unterrichten zu lassen. Ein paar Jahre kümmerte sich dann Prof. Hans Sutter um Simons musikalische Weiterbildung.

„Das Aldi-Keyboard wurde ausrangiert, denn bei einer Haushaltsauflösung haben wir für kleines Geld ein uraltes Klavier-Schätzchen erstanden“, erzählt Vater Simon Pütter. Er und seine Frau Michaela hätten immer darauf geachtet, dass „der Junge auf dem Boden bleibt“.

Seit 2016 unterrichtet Sigrid Althoff den Gymnasiasten, der bereits mehrere Konzerte in Hagen und Umgebung gespielt hat.

Eineinhalb Stunden Klavier pro Tag

Wie Simons Alltag heute aussieht? Nach der Schule übt der Junge Klavier – eineinhalb Stunden pro Tag, dann erledigt er seine Schularbeiten, dann trifft er sich ab und an mit Freunden. Einmal pro Woche hat er bei Lehrerin Althoff Unterricht, und vor Wettbewerben übt er direkt am Veranstaltungsort.

Apropos Wettbewerb: „Nur Üben ist langweilig, sich für einen Wettbewerb vorzubereiten, das macht Spaß“, sagt Simon und liefert damit die Begründung, warum er sich so rege bei „Jugend musiziert“ engagiert.

2018 hat er beim Regional- und Landeswettbewerb den ersten Platz belegt, in diesem Jahr hat er gleich drei Preise eingeheimst – beim Regionalwettbewerb in Dortmund, beim Landeswettbewerb in Köln und jüngst beim Bundeswettbewerb in Halle an der Saale. Organisiert wurde der Bundeswettbewerb von der Musikschule Dortmund. Deren Vertreter stellten für den Wettbewerb Quintette, die aus Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters bestanden, zusammen.

Erfolgreiches Quintett

„Zu Fünft haben wir etliche Male in Dortmund geprobt und dann gemeinsam am Bundeswettbewerb teilgenommen “, erinnert sich Simon gern zurück, „ich spiele lieber im Ensemble, ich bin ein Teamspieler.“ 25 Punkte (Höchstzahl) hat das Quintett ergattert für langsame und schnelle Stücke, für einen klassischen und einen modernen Beitrag.

Auch am nächsten Regionalwettbewerb, der im Januar 2020 stattfindet, will der Junge teilnehmen, dann werden allerdings Solo-Darbietungen bewertet. „Im Ensemble wird nach Noten gespielt, in der Kategorie Klavier-Solo müssen die Pianisten hingegen auswendig spielen“, erläutert Expertin Sigrid Althoff. Auswendig zu spielen hätte durchaus einen gewissen Charme, unterstreicht die Lehrerin, „die Pianisten tauchen mehr in ihrer Musik ab und werden visuell nicht abgelenkt.“

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