Einbrüche

Zahl der Wohnungseinbrüche in Gladbeck sinkt, Angst bleibt

Die Angst vor einem Wohnungseinbruch ist bei vielen Menschen groß.

Die Angst vor einem Wohnungseinbruch ist bei vielen Menschen groß.

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Gladbeck.  Auch wenn es laut Zahlen der Polizei weniger Einbrüche gibt, sind viele Gladbecker beunruhigt. Unbekannte spionieren immer wieder Häuser aus.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Gladbeck ist in diesem Jahr im Vergleich zu 2018 rückläufig. Das sagt Michael Franz von der Pressestelle der Polizei Recklinghausen auf WAZ-Anfrage.

In 104 Wohnungen stiegen Einbrecher nach Angaben der Polizei im Juni dieses Jahres ein oder scheiterten beim Versuch. Ein Jahr zuvor waren es noch 154 Einbrüche, und im Juni 2014 lag die Zahl sogar bei 260. Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums, zu dem die übrigen Städte des Kreises Recklinghausen sowie Bottrop zählen. Angaben speziell für Gladbeck macht die Polizei nicht.

Trotz der sinkenden Fälle: Die Angst vor einem Wohnungseinbruch ist bei vielen Menschen groß. Erst Anfang vergangener Woche hatte die WAZ über einen Mann berichtet, der zwei Gladbeckerinnen beunruhigt hatte, indem er bei mehreren Mehrfamilienhäusern im Gildendreieck geklingelt und verdächtige Fragen zu Bewohnern gestellt hatte. „Das kann die Vorbereitung auf einen geplanten Einbruch sein“, sagte Polizeisprecherin Ramona Hörst daraufhin zur WAZ.

Die Polizei weiß von den Vorfällen nichts

Auch Klaus Rottmann, Kreisverbandsvorsitzender der Siedlergemeinschaften, kennt solche Fälle. „Erst vor eineinhalb Wochen waren drei Männer in Rosenhügel unterwegs, haben gezielt ältere Menschen angesprochen und gefragt, ob bestimmte Nachbarn im Urlaub sind.“ Das gleiche sei im Juli in Gladbeck-Ost passiert, Anfang des Jahres in Rentfort. Die Polizei weiß davon nichts. „Die Hemmschwelle, die 110 zu wählen, ist unglaublich groß. Gerade ältere Leute sagen, dass sie doch noch nie etwas mit der Polizei zu tun hatten“, weiß Rottmann. Die Leute dazu zu bringen, die Polizei zu informieren, sei sehr schwierig. Auch bei ihm in Butendorf habe er schon beobachtet, dass Unbekannte in die Einfahrten laufen und sich in den Höfen umsehen.

Rottmann nimmt diese Vorfälle sehr aufmerksam wahr. An andere Siedlungsvorsitzende gibt er aktuelle Tricks schnell weiter. „Wir haben uns unsere Häuser erarbeitet und erspart, das lassen wir uns doch nicht kaputt machen.“

Viele Menschen sind sensibilisiert und lassen sich beraten

Besonders die Ferienzeit ist oft Hochsaison für Einbrecher. In diesem Jahr ist es jedoch anders. „Die Urlaubszeit ist immer eine typische Zeit für Einbrüche gewesen. Das können wir für diese Ferien bisher nicht feststellen“, so Michael Franz. Drei bis vier Meldungen pro Tag für den gesamten Bereich des Polizeipräsidiums seien nicht viel.

Eine mögliche Erklärung für die laut Polizei sinkende Zahl an Einbrüchen: Viele Menschen sind sensibilisiert. „Immer mehr minimieren die Möglichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden.“ Viele nehmen Beratungen der Polizei an. Wer wissen möchte, wo Einbrecher unterwegs sind, kann sich im Internet das Wohnungs-Einbruchs-Radar der Polizei ansehen. Dort wird auch zwischen einem versuchten und einem gelungenen Einbruch unterschieden.

Gerade in der Ferienzeit sei es immens wichtig, dass Häuser nicht verlassen aussehen. „Zeitungen sollten sich nicht vor der Tür stapeln, Rollladen nicht ständig runter und die Pflanzen in Blumenkästen nicht verwelkt sein“, so Michael Franz. All dies gebe möglichen Tätern den Hinweis, dass niemand zu Hause ist und dort leicht eingebrochen werden könne. Nachbarn oder Verwandte sollten deshalb regelmäßig nach der Post schauen und die Pflanzen gießen. Und eines sollte man auf keinen Fall tun, sagt Franz: in sozialen Netzwerken Bilder aus den Ferien posten mit dem Hinweis, dass man gerade im Urlaub ist.

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