Windenergie

Windräder im Wechselwind

Das Ellinghorster Windrad wird schon bald durch einen größeren und leistungsstärkeren Nachfolger ersetzt. Foto: Ilja Höpping

Das Ellinghorster Windrad wird schon bald durch einen größeren und leistungsstärkeren Nachfolger ersetzt. Foto: Ilja Höpping

Foto: WAZ

Gladbeck.   Während fürs Ellinghorster Windrad-Projekt die finanzielle Bürgerbeteiligung startet, gibt es in Rentfort warnende Stimmen vor einem möglichen Windrad im Stadtteil.

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SL-Windenergie-Firmenchef Klaus Schulze Langenhorst warb am Dienstagabend in der Volksbank für eine breite finanzielle Bürgerbeteiligung am neuen Ellinghorster Windrad; zugleich gibt es in einem anderen Gladbecker Stadtteil, in Rentfort, durchaus warnende Stimmen dortiger Siedler, die sich gegen ein mögliches Windrad-Projekt in Nähe des Innovationszentrums Wiesenbusch wenden.

Die aktuelle Diskussion um die Windenergie in Gladbeck spiegelt also insofern exakt die bundesweite Lage: Einerseits sehen viele Gladbecker die Chance, auch mit eigener finanzieller (Gewinn-)Beteiligung die regenerative Energie zu fördern, andererseits wenden sich Hausbesitzer gegen eine solche Anlage in ihrem Umfeld.

Rund 80 aufmerksame Zuhörer fanden sich am Dienstagabend in der Volksbank ein, wo Klaus Schulze Langenghorst das Ellinghorster Projekt nochmals vorstellte. Wie berichtet ist das Fundament bereits gegossen, die Arbeiten laufen auf Hochtouren und schon im Spätsommer soll sich das insgesamt 150 hohe, neue Windrad (die Nabenhöhe beträgt 108 Meter) am Ellinghorster Himmel drehen.

Für die Bürger sind Beteiligungen ab 2000 Euro möglich - mit einer Obergrenze von 10 000 Euro pro Person.

Lokale Wertschöpfung

Schulze Langenhorst setzt also auf eine möglichst breite Bürgerbeteiligung und stellt Zinserträge von zunächst 5 Prozent in Aussicht, die auf bis zu 8 bzw. 10 Prozent steigen sollen. Klaus Schulze Langenhorst unterstrich auch nochmals, dass es ihm eine klare lokale Ausrichtung und Verankerung des Ellinghorster Windrad-Projekts gehe. Auf dem Wege einer möglichst breiten finanziellen Bürgerbeteiligung verbleibe die Wertschöpfung aus der regenerativen Energie in Gladbeck und wandere nicht in die Kassen anonymer Groß-Unternehmen.

Sein Unternehmen SL Windenergie sei dem lokalen und regionalen Umfeld verbunden und investiere ausschließlich in NRW, unterstrich der Gladbecker Schulze Langenhorst, der das regenerative Zeitalter im Jahr 1996 in seine Heimatstadt gebracht hatte, als er das jetzt noch bestehende Windrad in Ellinghorst errichtete. Dieses Windrad wird verschwinden, wenn die neue Ellinghorster Anlage an einem etwas zurückgesetzten Standort nun bald vollendet ist.

Das neue Ellinghorster Windrad wird ein Teil der regenerativen Energieerzeugung, die Schritt für Schritt von der SL Bürgerenergie Gladbeck GmbH & Co. KG aufgebaut wurde: Auf angemieteten städtischen Dachflächen (vor allem an Schulen) hat das Unternehmen in großem Stil Solarmodule angebracht, ebenfalls mit Bürgerbeteiligung. 100 Gladbecker kassieren erstmals in diesem Jahr die entsprechenden Erträge.

Schulze Langenhorst bestätigte am Dienstagabend in der Volksbank, dass sein Unternehmen auch über den (bereits in der Diskussion befindlichen) weiteren Windrad-Standort im Bereich Wiesenbusch (Nähe Innovationszentrum) nachdenke. Auch die Besorgnisse dortiger Siedler hat der Gladbecker Unternehmer bereits vernommmen. „Ich kann solche Sorgen eigentlich nicht verstehen, zumal es in diesem Bereich ja schon die beiden Flachglas-Schornsteine gibt“, sagte Schulze Langenhorst am Dienstagabend in der Volksbank. Zugleich machte er aber immer wieder deutlich, dass es ihm auf Bürgerbeteiligung und damit auch auf eine möglichst breite Bürger-Akzeptanz für seine Projekte ankomme.

Siedler wollen sich informieren

Auch die Rentforter Siedler wollen bei dem Thema am Ball bleiben und konkret Einsicht nehmen in die entsprechenden Planungsunterlagen, die derzeit im Neuen Rathaus öffentlich ausliegen (bis zum 11. Juli).

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