Lesung

Wie man als Frau rund und glücklich durchs Leben geht

Magda Albrecht las im Café Goethestraße.

Magda Albrecht las im Café Goethestraße.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   „Fa(t)shionista – rund und glücklich durchs Leben“ ist das erste Buch von Magda Albrecht (31). Die Wahl-Berlinerin las daraus im Goethe-Café.

„Diäten sind Zeitverschwendung“ – davon ist Magda Albrecht (31) überzeugt. Im Januar 2018 mit ihrem ersten Buch „Fa(t)shionista – rund und glücklich durchs Leben“ als Autorin gestartet, arbeitet die Wahlberlinerin in der politischen Bildung, hält Vorträge und gibt Workshops zu den Themen Körpernormen, insbesondere „Dickendiskriminierung“.

Lesung vor eher familiärer Kulisse

Zurzeit ist sie auf Lesetour und machte am Donnerstagabend in Gladbeck Station. Auf Einladung der Gladbecker Jusos und der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) las sie vor eher familiärer Kulisse im Café Goethestraße.

„Wir haben mit der ersten Veranstaltung im letzten September eine Reihe zu feministischen Themen begonnen“, erklärt Nina Krüger, stellvertretende Vorsitzende der Gladbecker Jusos, zum Hintergrund. Folgeveranstaltungen sind geplant.

„Schlank ist nicht von jeher das einzige Körperideal gewesen“

Was aufgrund des Untertitels eher einen der zahllosen Ratgeber zum Umgang mit Übergewicht und Diäten befürchten lässt, entpuppt sich als unterhaltsame und durchaus politisch-kritische Lektüre. Albrecht hat gründlich recherchiert und wandert durch die Geschichte der unterschiedlichen Körperformen und Körpernormen.

„Schlank ist nicht von jeher das einzige Körperideal gewesen“, ruft sie ihrem jungen Publikum zu. Gespickt mit Anekdoten aus ihrer eigenen Erfahrungswelt als „dickes Kind“, durchläuft sie Stationen der Diskriminierung von der Kindheit bis ins Alter und deckt kapitalistische Mechanismen rund um das gängige Schlankheitsideal auf.

„Nicht die anderen Mädchen sind das Problem“

Dabei sollte es auch bei ihr einige Zeit dauern, „bis ich kapierte, dass die anderen Mädchen – weder die Schönen noch die Hungernden – nicht wirklich das Problem sind. Die Probleme sind: Schlankheitsnormen und Schönheitsideale“, schreibt Magda Albrecht und informiert, dass es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewesen sei, die den Body Mass Index – „das Maß aller Dinge im Schlankheitswahn“ – auf Drängen der Pharmaindustrie herabgesetzt habe.

Diskriminierung werde insbesondere bei der Mode deutlich und jetzt kommt der Begriff Fatshionista ins Spiel, eine Kombination der englischen Worte fat und fashion. Im Netz fand Magda Albrecht unter diesem Label bunte und freche Mode für Kleidergrößen XXL, die das Vorurteil „dicke Körper und schöne Kleidung passen nicht zusammen“ widerlege.

„Immer das, was dir gut tut, sollte im Mittelpunkt stehen“

Obwohl gemeinhin eher ein Frauenthema, hatten auch einige männliche Interessenten – manchmal wohl nicht ganz freiwillig – den Weg ins Café Goethestraße gefunden. Im Anschluss an die Lesung hatten auch sie noch Fragen an die Autorin, wie Dustin, der wissen wollte, ob Magda Albrecht „Rückmeldungen“ auf ihr Buch bekommen habe.

„Positives, aber auch viel Hass und Abwertung“ seien darunter gewesen, antwortet die Autorin, die am Schluss ihre Kernbotschaft formulierte: „Immer das, was dir gut tut, sollte im Mittelpunkt stehen.“

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