Markt der Talente

Wie eine Gladbeckerin kreativ Gläser und Dosen recycelt

Sarah Krachalsky freut sich, dass dank ihres Hobbys deutlich weniger Müll anfällt. Täglich sitzt die 26-Jährige an ihrem Werktisch und verwandelt Gläser und Dosen in Dekostücke. 

Foto: Joachim Kleine-Büning

Sarah Krachalsky freut sich, dass dank ihres Hobbys deutlich weniger Müll anfällt. Täglich sitzt die 26-Jährige an ihrem Werktisch und verwandelt Gläser und Dosen in Dekostücke.  Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.  Sarah Krachalsky hat ihre kreative Ader entdeckt. Sie bemalt und dekoriert Marmeladengläser und Konservendosen. Sie geht zum Markt der Talente.

Konservendosen in den Müll werfen? Marmeladengläser im Altglascontainer entsorgen? Von wegen! Sarah Krachalsky kann die Behältnisse gebrauchen. Sie verwandelt sie in Dekostücke.

Kunstunterricht in der Schule war eher so gar nicht ihr Ding, erzählt die 26-Jährige. Erst als sie vor ein paar Jahren kleine Weihnachtsgeschenke für nette Mitmenschen suchte, entdeckte sie ihre kreative Ader: „Es sollte nicht Gekauftes sein, sondern etwas Selbstgemachtes, das von Herzen kommt.“ Irgendwo habe sie dann eine Krone entdeckt, die früher mal eine Konservendose war und jetzt als Windlicht diente. „Die Idee habe ich aufgegriffen, nicht nur, weil mir das Teil so gut gefiel, sondern auch, weil es zu meiner Überzeugung passt, dass wir weniger Müll produzieren und mehr recyceln sollten.“

Zu Weihnachten bekamen nette Mitmenschen kleine Engel

Mit Unterstützung von Ehemann Stefan (weil er mehr Kraft hat) beschneidet sie die Dosen so, dass am Ende Kronen daraus geworden sind. Sie bemalt sie mit Kreidefarbe oder besprüht sie mit Lack, dekoriert sie mit Spitze, Bändchen, Perlen und Co. und stellt ein Teelicht hinein. Fertig. Alternativ sehen sie auch bepflanzt sehr dekorativ aus.

Im Jahr darauf bekamen die netten Mitmenschen zu Weihnachten kleine Engel von Sarah und Stefan Krachalsky geschenkt. Die Bankkauffrau braucht dazu die Mini-Becher der „Fruchtzwerge“, die Söhnchen Leon (4) so gern isst. Die füllt 26-Jährige mit flüssigem Beton, lässt ihn hart werden, stülpt das Ganze um – und schon ist der Engelskörper fertig. Eine farbig gestaltete Styropor-Kugel wird zum Kopf, und der Heiligenschein entsteht wahrweise aus Draht oder Perlen.

An Konservendosen probiert sie etwas Neues aus

Nutella- und Marmeladengläser verschönert Sarah Krachalsky mal mit ausrangierten Geschenkbändchen, mal mit Spitzen, Federn oder Filz, stellt sie sich als Windlichter, Vasen oder Pflanzenübertöpfe vor. An den Konservendosen probiert sie gerade etwas Neues aus: Sie sticht kleine Löchter hinein und lässt so Herzen, Sterne oder Anker entstehen. „Dann leuchtet das Licht von innen schön hindurch.“

Sarah, Stefan und Leon Krachalsky essen übrigens nicht nur „Dosenfutter“, sondern durchaus auch Frisches. Das Material für ihre Deko-Stücke liefern auch Familie, Freunde, Bekannte und Nachbarn. „Alle zusammen produzieren wir deutlich weniger Müll.“

Bisher hat Sarah Krachalsky, die jeden Abend ein bis zwei Stunden werkelt, ihre Produkte verschenkt. Seit einiger Zeit verkauft eine Bekannte in ihrem Blumengeschäft die handgemachten Übertöpfe und Vasen auch. Und beim „Markt der Talente“ am BBzB im September baut die 26-Jährige erstmals einen eigenen Verkaufsstand auf.

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