Viele neue Eindrücke in Israel gesammelt

Mit zahlreichen neuen Eindrücken und wertvollen Erkenntnissen sind 24 junge Gladbecker, zwischen 17 und 26 Jahren alt, von einer einwöchigen Reise nach Israel zurückgekehrt. Gedenkstättenfahrer Georg Liebich-Eisele, der schon viele Gladbecker Jugendliche bei Reisen nach Berlin und Israel für das Thema Holocaust sensibilisierte, hatte wieder gemeinsam mit Partnern vor Ort einen interessanten Reiseplan und Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden zusammengestellt.

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Mit zahlreichen neuen Eindrücken und wertvollen Erkenntnissen sind 24 junge Gladbecker, zwischen 17 und 26 Jahren alt, von einer einwöchigen Reise nach Israel zurückgekehrt. Gedenkstättenfahrer Georg Liebich-Eisele, der schon viele Gladbecker Jugendliche bei Reisen nach Berlin und Israel für das Thema Holocaust sensibilisierte, hatte wieder gemeinsam mit Partnern vor Ort einen interessanten Reiseplan und Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden zusammengestellt.

Im Vordergrund des Projektes unter dem Motto „Erinnern für eine gemeinsame Zukunft” standen, so Liebich-Eisele,„die Auseinandersetzungen mit der Shoah, dem Judentum sowie der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in Israel.“ Nach den Vorfällen am Tempelberg, die kurz vor der Fahrt stattfanden, war bei etlichen Teilnehmern vor Beginn der Reise ein bisschen Anspannung zu spüren, berichtet der Reiseorganisator. „Trotzdem haben sich alle Jugendlichen dazu entschieden, an der Fahrt ins Heilige Land teilzunehmen.“

Am Grab von Oskar Schindler

Und sie haben es nicht bereut, so der Reiseorganisator. Nach der Ankunft in Tel Aviv wurden die vom Guide Uriel Kashi empfangen und nach Jerusalem begleitet, wo die Gruppe die nächsten fünf Tage verbracht hat. Bei einer interreligiösen Stadtführung in Yerushalaim (Jerusalem, „Ort des Friedens“) besuchte die Gruppe das Grab von Oskar Schindler, die Grabeskirche und das jüdische Viertel. An der Klagemauer feierten an diesem Tag viele jüdische Jungen ihre Bar Mizwa. Liebich-Eisele: „Die friedliche und entspannte Atmosphäre im Schatten des Tempelberges überraschte uns alle und war sehr angenehm.“

Tags drauf ging’s nach Bethlehem, das sich auf palästinensischem Gebiet befindet. „Auch hier war nichts von den augenblicklichen Spannungen zu spüren, so dass wir viel Zeit für die Besichtigung der Geburtskirche hatten, die von Kaiser Konstantin erbaut wurde und bis heute noch steht.“ In Beit Sahur schauten sich die Jugendlichen den Ort an, an dem der Überlieferung nach die Engel den Hirten die Geburt Jesu verkündet haben. In Jerusalem gab es ein Gespräch mit Johanna Gottesfeld, der Vorsitzenden der Hilfsorganisation Amcha, einem nationalen Zentrum für psychosoziale Unterstützung von Holocaust-Überlebenden (zurzeit sind es noch ca. 200 000), wo die Besucher über die Situation der Holocaust-Überlebenden in Israel informiert wurden.

Das Thema Holocaust stand natürlich auch beim Besuch von Yad Vashem, der bedeutendsten Gedenkstätte Israels an die nationalsozialistische Judenvernichtung, im Fokus. Bei Workshops in der Gedenkstätte beschäftigten sich die jungen Gladbecker intensiv mit verschiedenen Themen des Holocaust.

Besonders in Erinnerung, da ist sich Liebich-Eisele sicher, wird allen das Gespräch mit dem Zeitzeugen Saul Oren bleiben. Oren war 14 Jahre alt, als er nach Auschwitz deportiert wurde. Durch eine Selektion kam er wie elf weitere Jugendliche ins KZ Sachsenhausen, wo er mehrere Jahre voll schmerzhafter medizinischer Versuche und einen Todesmarsch überlebte. Über Frankreich gelang ihm mit norwegischer Hilfe die Auswanderung nach Palästina – ein Lebensbericht, dem die jugendlichen Gäste mit Erstaunen zuhörten. „Der Besuch von Yad Vashem hinterließ bei ihnen einen sehr intensiven Eindruck“, so Georg Liebich-Eisele.

In Tel Aviv hatten die Reisenden in einem Seminarzentrum die Möglichkeit, über das Thema „Arabische Minderheit und Jüdisch-Arabische Koexistenz“ zu diskutieren. Bei einer Tour schauten sie die Sperranlagen sowie das Dorf Barta´ah an. Das Dorf liegt, so Liebich-Eisele, genau auf der „Grünen Linie“ und wird gespalten. „Es zeigt die schwierige Lebenssituation der palästinensischen Bevölkerung.“

Stadtführungen in Jaffa und Tel Aviv standen ebenfalls auf dem Programm, u.a. wurde das Haus Meir Dizengovs besucht, in dem David Ben Gurion 1948 die Unabhängigkeitserklärung Israels verkündete. Der letzte Programmpunkt war auch gleichzeitig der Emotionalste, so die Reiseorganisator. Im südlich von Tel-Aviv gelegenen Holon trafen die Gladbecker in einem Begegnungszentrum Holocaust-Überlebende. Hier hatten sie die Möglichkeit, sehr intime Einblicke in die Seelenwelten der Holocaust-Überlebenden Herta Goldman, Batsheva Dagan und Naftali Arjan zu bekommen, „die mit beeindruckender Offenheit und Emotionalität von ihren Erlebnissen erzählten, die sie während des Krieges erfuhren“.

„Das war eine Reise, die sehr berührte und viele nachdenklich stimmte“, bilanzierte Liebich-Eisele. Eine wichtige Erkenntnis sei aber auch, dass in Israel trotz aller Schwierigkeiten auch ein ganz normales Leben stattfinde.

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