Fahrrad-Aktionstag

Viele Besucher kamen zum Fahrrad-Aktionstag in Gladbeck

Kein Fahrrad-Aktionstag ohne Versteigerung: Für rund 30 Räder wurde vor dem Rathaus ein neuer Besitzer gesucht.

Kein Fahrrad-Aktionstag ohne Versteigerung: Für rund 30 Räder wurde vor dem Rathaus ein neuer Besitzer gesucht.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.   Beim Aktionstag auf dem Rathausplatz ersteigern Gäste Fundstücke und drehen eine Runde auf dem Hochrad. Oder sie fahren durch die Waschstraße.

Christoph Wolthaus ist in seinem Element und hat alle Hände voll zu tun. Mehr als 30 Fahrräder sollen beim Fahrrad-Aktionstag auf dem Willy-Brandt-Platz bei einer Versteigerung an den Mann oder an die Frau gebracht werden. Als Auktionsleiter erklärt er den Ablauf. „Ich gebe einen Anfangsbetrag vor, die Steigerung nenne ich auch und dann zum ersten, zweiten, dritten und ersteigert.“

Die Lust, ein reparaturbedürftiges Herrenrad – 28 Zoll und Gangschaltung – zu ersteigern, hält sich beim ersten Versuch bei den Besuchern jedoch in Grenzen. „Wir starten mit 2,50 Euro“, so Wolthaus und blickt in die Menschenmenge vor dem Alten Rathaus. Niemand hebt den Finger für das Fundstück. „Überwältigend, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, scherzt er. Dann geht er sogar auf einen Euro runter. Letztlich erbarmt sich ein Bieter und ersteigert das Herrenrad für einen Euro.

Es ist die Initialzündung. Immer mehr Menschen kommen zum Haupteingang. Danach gehen die Fundsachen, dazu gehören auch Handys und ein Motorroller, für ein- bis zweistellige Beiträge weg wie warme Semmel. „Wir müssen alles loswerden. Alles muss raus“, sagt Wolthaus.

Besucher können ihre Räder codieren lassen

Die Versteigerung ist allerdings nicht die einzige Aktion auf dem Willy-Brandt-Platz. Bei der Verkehrswacht lassen Fahrradbesitzer aus Schutz vor Diebstahl ihre Drahtesel kostenlos codieren.

Diese sind bei Günther Büttel in besten Händen. Zunächst befestigt er einen schmalen Klebestreifen auf die Stelle an der Sattelstange, an der der Code platziert werden soll. Dieser Schritt ist notwendig. „Damit der Lack nicht abplatzt“, erklärt der Fachmann. Dann wird auf dem Streifen der Code nur wenige Millimeter tief in den Rahmen eingearbeitet und darauf ein Schutzaufkleber befestigt.

Neben dem Infostand der Verkehrswacht hat sich inzwischen eine kleine Schlange von Radlern gebildet. Alle wollen ihrem Zweirad eine kostenlose Wäsche in der Waschstraße verpassen lassen. Auch E-Bikes unterziehen sich problemlos dieser Prozedur. „In der Maschine ist nur Sprühregen“, erklärt ein Mitarbeiter der Waschstraße.

Die rotierenden Bürsten befreien schließlich Rahmen, Sattel, Lenker und Speichen von Dreck. Nach etwa drei Minuten sieht das Rad blitzblank aus. Mit einem Lappen werden die letzten Wasserspritzer von Hand entfernt. Danach dürfen die Besitzer wieder aufsteigen.

Hochradführerschein auf historischen Rädern

Rolf Flörens historische Hochräder hätten dagegen ein Problem mit dem Besuch in der Waschstraße. Sie wären schlichtweg zu groß. Bei ihm können die Besucher eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert unternehmen. Eine Auswahl der alten Schmuckstücke in verschiedenen Größen präsentiert er an seinem Infostand.

Neugierige Besucher steigen auf, um eine kleine Runde zu drehen und machen damit zugleich ihren Hochradführerschein. Flörens leistet bei Problemen die nötige Hilfestellung, um auf den Sattel zu kommen. Währenddessen vergnügen sich die kleinen Besucher bis zu fünf Jahren in der Kinderspielecke mit weiteren Nostalgierädern.

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