Razzia

Verwahrloste Häuser: Stadt Gladbeck kontrolliert Zustände

Elektroschrott, Müll und kaputte Möbel stapeln sich zu Hauf im Hinterhof der beiden Häuser an der Herbert- und Klarastraße im Gladbecker Stadtteil Brauck. Die Feuerwehr überprüfte, ob Brandgefahr von den Unrathaufen ausgeht.

Elektroschrott, Müll und kaputte Möbel stapeln sich zu Hauf im Hinterhof der beiden Häuser an der Herbert- und Klarastraße im Gladbecker Stadtteil Brauck. Die Feuerwehr überprüfte, ob Brandgefahr von den Unrathaufen ausgeht.

Foto: Stadt Gladbeck

Gladbeck.  Müll, Lärm, Prostitution: Nach Beschwerden von Nachbarn hat die Stadt zwei Häuser in Brauck kontrolliert. 40 Polizisten unterstützen die Aktion.

Die Stadtverwaltung hat am frühen Mittwochmorgen in einer konzertierten Aktion und mit Unterstützung der Polizei zwei verwahrloste Häuser im Gladbecker Stadtteil Brauck kontrolliert. Gegen sieben Uhr in der Früh klopften die Behördenvertreter an den Wohnungstüren der überwiegend bulgarischen und rumänischen Familien, die in den beiden Häusern wohnen.

Es gibt massive Beschwerden über Lärm, Vermüllung und Prostitution

Der Aktion vorausgegangen sind massive Beschwerden aus der Nachbarschaft, unter anderem über Lärmbelästigung, Vermüllung und sogar Prostitution.

„Besonders seit Anfang des Jahres sind die Beschwerden massiv geworden“, so Stadtsprecherin Christiane Schmidt. Die beiden heruntergekommenen Eckhäuser an der Herbert- und Klarastraße stehen bereits seit längerem im Fokus der Behörden. Auch die Bauaufsicht schaut dort immer mal wieder nach dem Rechten. „Jetzt aber ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir dort ganz öffentlich die Stärke des Staates demonstrieren wollten“, betont Schmidt kurz nach der Aktion. An der Razzia beteiligt waren Vertreter des Ordnungsamtes, der Ausländerbehörde, der Wohnungsaufsicht, der Meldestelle, des Jobcenters und des Jugendamtes. Auch die Feuerwehr war mit vor Ort. Und die Polizei zeigte Präsenz mit 40 Einsatzkräften einer Hundertschaft.

Das überzeugte dann die meisten Menschen in den beiden Häusern doch recht schnell davon, doch besser rasch ihre Wohnungstüren zu öffnen. Besonders tragisch: In einer Wohnung trafen die Kontrolleure auf ein Kind, um dessen Wohlergehen sich nun das Jugendamt genauer kümmern wird.

Im Hinterhof und in den Schuppen stapeln sich Sperrmüll und Unrat

Müll, Unrat, stapelweise Sperrmüll und Elektroschrott, ein fast vollkommen zugemüllter Hinterhof mit Baracken, die ebenfalls voller Abfall waren: Die Zustände in und an den beiden Häusern seien, so Schmidt, teilweise kaum vorstellbar.

In einer Wohnung gibt es einen heftigen Wasserschaden, der sogar schon zu einem Loch in der Decke geführt hat. „Da muss die Bauaufsicht nun prüfen, ob die Räume überhaupt noch bewohnbar sind.“

34 Personen sind in den Häusern gemeldet

Insgesamt seien 34 Personen in den beiden Gründerzeithäusern gemeldet. 13 Bewohner traf die Stadtverwaltung bei der Kontrolle an, elf von ihnen sind tatsächlich dort gemeldet, zwei nicht. „Fast alle dort gemeldeten Personen beziehen staatliche Leistungen. Wir müssen nun auch überprüfen, wo zum Beispiel Betrugsfälle vorliegen“, so Schmidt weiter. In einem Fall habe das Jobcenter zum Beispiel Geld für eine Renovierung bereitgestellt. Die sei aber ganz offensichtlich nicht ausgeführt worden. Bei anderen dort gemeldeten Menschen müsse überprüft werden, ob sie längere Zeit abwesend sind. Das hätte dann nämlich dem Jobcenter oder Sozialamt gemeldet werden müssen.

Auch der Stromversorgen wird sich noch mit den beiden Häusern beschäftigen

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr beschäftigten sich intensiv mit den Unrat- und Sperrmüllstapeln. Sie überprüften, ob Brandgefahr besteht. „Es lag auch ein gewisser Brandgeruch in der Luft. Wir gehen davon aus, dass dort schon Sachen verbrannt wurden“, erklärt Christiane Schmidt.

Auch die Ele als Stromversorger müsse sich noch intensiv mit den Häusern beschäftigen. Bei einigen Stromleitungen sei nämlich nicht klar gewesen, woher sie kommen und wohin sie führen. Alle beteiligten Fachämter und Behörden seien nun damit beschäftigt, die Liste mit möglichen Verstößen abzuarbeiten. Was sich wohl nicht bestätigt hat ist der Verdacht auf Prostitution. „Dafür konnten wir keine Anhaltspunkte finden. Es herrscht wohl tatsächlich ein reges Kommen und Gehen an den beiden Häusern. Aber das könnten auch Arbeitskolonnen sein, die morgens abgeholt und abends wieder zurück gebracht werden“, erklärt Christiane Schmidt.

Es wird weitere Kontrollen geben

Geräumt wurden die Gebäude nicht. Was aber auf jeden Fall bereits jetzt feststeht: Die Stadtverwaltung wird den beiden Häusern an der Klara- und Herbertstraße weitere Besuche abstatten. Und das schon in nächster Zeit.

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