Zerstörung

Vandalismus kommt den Betriebshof Gladbeck teuer zu stehen

Bernhard Schregel, Grün-Experte beim Zentralen Betriebshof Gladbeck, ärgert sich über mutwillig beschädigte Sitzbänke, demolierte Spielgeräte und zerstörte Bäume.

Bernhard Schregel, Grün-Experte beim Zentralen Betriebshof Gladbeck, ärgert sich über mutwillig beschädigte Sitzbänke, demolierte Spielgeräte und zerstörte Bäume.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  In Gladbeck summieren sich die Kosten für Vandalismusschäden auf mehr als 60.000 Euro jährlich. Zerstörte Bäume schlagen deutlich zu Buche.

Hier eine durchgesägte Schaukelkette wie vor ein paar Tagen auf dem Spielplatz an der Kurt-Schumacher-Straße, dort ein mutwillig zerstörter Straßenbaum, an anderen öffentlichen Plätzen demolierte Sitzbänke und Zäune. Die Menge der Vandalismus-Fälle läppert sich und kommt den Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG), und damit der gesamten Bevölkerung, teuer zu stehen. Allein in diesem Jahr summieren sie sich nach Angaben des Fachmanns Bernhard Schregel auf 12.860 Euro – bis jetzt.

Gladbeck: Der ZBG bringt jeden Schadensfall zur Anzeige

Für den Grün-Experten beim ZBG ist Zerstörung allgemeinen Eigentums ein absolutes Reizthema, das ihn in Null-Komma-Nichts auf die Palme bringt. Schregel: „Wir als kleine Stadt Gladbeck haben in einem Jahr Schäden von rund 50.000 Euro allein beim ZBG. Hinzu kommen Fälle bei zig anderen Ämtern und Privatleuten. Dann ist eine Kommune auf einmal bei 250.000 oder 500.000 Euro. Rechnet man das auf die ganze Bundesrepublik um, haben wir einen Gesamtschaden, der in die Billionen geht.“

Ein Blick auf seine penibel geführte Liste „Vandalismusschäden“ für 2018/2019 führt vor Augen, dass der Fachmann keineswegs in seinem Gedankenspiel zu hoch gegriffen hat. Unterm Strich stehen 60.505 Euro. Besonders teure Posten stechen prompt ins Auge. Da wäre beispielsweise ein Totalschaden an einer mächtigen Platane, die mehr als 100 Jahre an der Maria-Theresien-Straße stand. Bis sie, so Schregel, vermutlich einem Anwohner ein Dorn im Auge war – vielleicht wegen Verschattung, vielleicht wegen des Laubfalls? „Die Häuser stehen dort seit 25 oder 28 Jahren. Jetzt wollte man den Baum weghaben“, so Schregel. Jedenfalls wurde dem hölzernen Riesen mit einer Chemikalie der Garaus gemacht. Dieser Vorfall schlägt mit 5000 Euro zu Buche. Der ZBG erstattete Anzeige – wie in allen Fällen.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion schaffte ein Täter eine Rotbuche an der Eggebrechtstraße aus dem Weg. Schaden: 2903 Euro. Eine umgefahrene Winterlinde an der Bottroper Straße (2341 Euro), gleich drei beschädigte Bäume an der Lottenstraße (7500 Euro), abgeschälte Exemplare im Bürgerpark Butendorf (2800 Euro) und an der Moltkebahn (2161 Euro): Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Erst Anfang April musste Schregel einen neuen, sehr teuren Vorfall in die Statistik setzen: 4120 Euro, „Baumschaden durch Anlieger“, an der Voßstraße. „Es blieb nur ein bisschen Stamm stehen. Wenn man uns Kopf und Arme abschneidet, gehen wir auch ein. Das ist hier mit dem Baum passiert“, sagt der Experte.

Manche Zeitgenossen, die mit Axt, Säge und Bolzenschneider durch die Lande ziehen, haben es auch auf ganz andere Objekte abgesehen. So demolierten Täter beispielsweise in Wittringen eine historische Infotafel (2500 Euro), „Kiffer“ verunreinigten mehrfach das Behinderten-WC am Friedhof Brauck; Unbekannte besprühten Schilder sowie Geräte im Nordpark, eine schier endlose Litanei zerstörter Papierkörbe (Stück rund 100 Euro) – jeder Posten für sich mag ein relativ geringer Betrag sein, doch die Vielzahl treibt die Kosten in die Höhe.

Auch auf den öffentlichen Kinderspielplätzen. Zwei ZBG-Mitarbeiter kontrollieren im regelmäßigen Turnus die Anlagen. Durchtrennte Ketten eines Klettergerätes oder einer Schaukel sind trotz des geringen Materialwertes (angefangen bei 50 Euro) keine Lappalien. Schregel sagt mit Blick auf das Risiko für Kinder: „Solche Taten stehen kurz vor versuchtem Totschlag.“

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