St. Elisabethkirche

Übers Denkmal nochmal nachdenken?

Die Kirche St. Elisabeth in Gladbeck Ellinghorst wurde am 20,. November 2010 geschlossen. Archiv-Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Die Kirche St. Elisabeth in Gladbeck Ellinghorst wurde am 20,. November 2010 geschlossen. Archiv-Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

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Gladbeck. Die Kirche St. Elisabeth in Ellinghorst ist unwiderruflich geschlossen, aber sie steht trutzig wie eh und je im kleinsten Gladbecker Stadtteil an der Maria-Theresien-Straße. Und sie ist seit dem Schließungstag am 20. November 2010 häufiger im Gespräch als jemals zuvor. Denn noch immer ringen einige Mitglieder der Ellinghorster Kirchengemeinde und des Arbeitskreises Stadtbildpflege um den Erhalt dieser Kirche. Zuletzt, wie berichtet, mit dem Mittel des Denkmalschutzes. Gregor Collet hatte den Antrag beim LWL, Landschaftsverband Westfalen Lippe, im vergangenen Sommer gestellt. Und die Experten aus Münster bescheinigten der Kirche tatsächlich Denkmalwürdigkeit wegen ihrer in der Region einmaligen Bauweise mit Chorturm und Atrium/Kreuzgang.

Der Kulturausschuss, der laut Satzung als Untere Denkmalbehörde dazu eine Entscheidung treffen kann, lehnte dennoch ab. Einstimmig sprach sich das politische Gremium sogar gegen die recht offen formulierte Empfehlung der Verwaltung für eine Unterschutz-Stellung der Kirche aus. Anke Hein (CDU) nannte einen von mehreren Gründen: „Eine leere Hülle am Eingangstor zur Stadt, wollen wir das?“

Damit ging das Thema zurück an den LWL, der die Begründung für die Ablehnung noch einmal prüfen wollte. Das ist zwischenzeitlich erfolgt, so die LWL-Pressestelle, und die Gladbecker Stadtverwaltung sei erneut angeschrieben worden mit der Aufforderung, die ablehnende Entscheidung nochmals zu überdenken. Zwei neue Aspekte führen die LWL-Historiker an: Sie verweisen auf die Bedeutung des Architekten Otto Spengler und auf die Tatsache, dass die Kirche Ende der 50er Jahre unter dem Bistum Münster geplant wurde, nach der Neuaufteilung der Bistümer dann jedoch unter dem Essener Bistum gebaut wurde.

Kulturdezernent Dr. Thomas Wilk sieht darin jedoch keinen Grund, die Entscheidung zu revidieren. „Der Beschluss des Kulturausschusses steht.“ Es gebe für diese Entscheidung keine neuen Aspekte zu denen, die schon in der Vorlage zur Sitzung am 21. November genannt worden waren. „Das Verfahren ist abgeschlossen“, werde er dem LWL mitteilen.

So gut wie abgeschlossen ist übrigens auch die Leerräumung des Kirchengebäudes, teilt Norbert Aldejohann mit, der in der Großpfarrei St. Lamberti dafür zuständig ist. Nur noch das Kreuz, auch eine Arbeit des Bildhauers Gottfried Kappen, hängt noch. Ein neuer Platz sei dafür schon auf dem katholischen Teil des Friedhofs in Mitte gefunden worden. Auch ist die Kirche mittlerweile profaniert, also entweiht worden. und damit keine Kirche mehr. Dieser Akt, der sonst mit einem Gottesdienst begangen wird, wurde in St. Elisabeth eher still erledigt. Der Antrag lag dem Bischof vor, der Priesterrat hat im letzten Herbst darüber entschieden. Die Pläne eines Investors, der das Kirchengrundstück bebauen will, seien noch immer aktuell, so Aldejohann.

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