Kunstausstellung

Sven Kroners Bilder gewähren Einblicke in besondere Welten

Künstler Sven Kroner vor einem seiner Landschaftsbilder, die er in der Neuen Galerie zeigt. Viele der Arbeiten sind übrigens private Leihgaben.

Künstler Sven Kroner vor einem seiner Landschaftsbilder, die er in der Neuen Galerie zeigt. Viele der Arbeiten sind übrigens private Leihgaben.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  „Planetoiden“ heißt die Ausstellung mit Werken von Sven Kroner, die ab Freitag in Gladbeck zu sehen ist. Es gibt eine ganz besondere Edition.

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Das Ausstellungsjahr 2019 in der Neuen Galerie Gladbeck neigt sich dem Ende entgegen – mit einer ganz besonderen Schau. Ab Freitag zeigt der Düsseldorfer Künstler Sven Kroner im Rathauspark seine großformatigen Acrylbilder. Planetoiden – so heißt die Ausstellung.

Planetoiden sind kleine Planeten

Aber eigentlich, sagt Kroner zwei Tage vor der Ausstellungseröffnung in Gladbeck, spiele der Titel nicht wirklich eine große Rolle. Einen Erklärungsansatz liefert er dann aber dennoch. Als Planetoiden bezeichnet man kleine Planeten, kleine Welten. Und wie ein Kind, das sich in der Fantasie seine eigene Welt schafft, seien auch seine Bilder kleine, von ihm geschaffene Welten. Und wie einem Kind scheint es Kroner diebischen Spaß zu bereiten, die Betrachter seiner Bilder ein wenig hinters Licht zu führen. Denn vieles in den anfangs absolut realistisch anmutenden Darstellungen wirkt beim genauen Hinschauen schon gar nicht mehr so glasklar.

Sven Kroner wurde 1973 im Allgäu geboren. In den 90er Jahren zog er nach Düsseldorf, studierte in der dortigen Kunstakademie bei Dieter Krieg. Kroner gilt als Meister aktueller Landschaftsmalerei. „Einige Jahre wollte ich nur Landschaften malen, obwohl das ja eigentlich total blöd, weil banal und belanglos ist“, sagt Kroner. Belanglos sind seine Motive aber bei weitem nicht, sondern vielmehr von feiner Ambivalenz. So wirken die Häuser in tief-verschneiter Einsamkeit nur auf den ersten Blick wie Idylle pur. Schaut man noch einmal hin, ist da auch etwas Bedrohliches, Unheimliches.

Kroner spielt mit Größenverhältnissen und Perspektiven

Neben Landschaftsbildern zeigt Sven Kroner in Gladbeck auch seine Fenster-Bilder – Blicke aus seinem Atelier. Und oft platziert er als Stilmittel ein Bild im Bild. Er spielt mit Größenverhältnissen und Perspektiven.

Die einzelnen Details in seinen Bildern sind realistisch, aber im Zusammenspiel werfen sie Fragen auf, wirken wie optische Täuschungen. Schiffe, sagt der Künstler, faszinieren ihn. Sie stehen für ihn für Abenteuer, aber auch für Gefahr. Und so ist auf einem Bild eine Vitrine zu sehen, in der, neben vielen anderen Gegenständen, auch ein Modell der Titanic steht. Ein anderes Bild zeigt einen Eisbrecher, der mitten in einer Felderlandschaft liegt. So, als wäre er vom Himmel gefallen oder von einem Tsunami dorthin „geweht“ worden.

Es gibt eine ganz besondere Gladbeck-Edition

Fast wie ein Puzzlespiel, könnte man meinen, setzt Sven Kroner seine Bilder zusammen. Dafür stellt er auch eigens kleine Modelle her, die er einem Motiv hinzufügt. Einige dieser bildhaften Modelle – unter anderem besagte Titanic, aber auch ein Dinosaurier, ein Kastenwagen und ein Frosch – sind in Gladbeck nun als Edition zur Austellung zu haben. Insgesamt umfasst die Edition 20 Bilder, die je nach Größe zwischen 400 und 600 Euro kosten.

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 22. November, um 19.30 Uhr in der Neuen Galerie Gladbeck. In das Werk des Künstlers einführen wird Hans-Jürgen Lechtreck, stellvertretender Direktor vom Essener Museum Folkwang.

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