Kommentar

Stichwahl: Die Weichen scheinen in Gladbeck gestellt zu sein

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert die Ausgangslage vor der Stichwahl ums Bürgermeister- und Landratsamt.

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert die Ausgangslage vor der Stichwahl ums Bürgermeister- und Landratsamt.

Gladbeck.  Bei der Bürgermeister- und Landrats-Stichwahl dürfte es wohl kaum Überraschungen geben. Ein Kommentar.

Viel Wahlkampfgetöse gab es in den letzten 14 Tagen nicht mehr. Nach Lage der Dinge gehört auch keine große Vorhersagekraft dazu, bei der Bürgermeister-Stichwahl in Gladbeck am Sonntag die SPD-Kandidatin Bettina Weist vorn zu sehen. Die Frage ist nur, mit welchem Abstand zu ihrem CDU-Herausforderer Dietmar Drosdzol sie gewinnt.

Es käme einem politischen Erdbeben gleich, wenn Drosdzol noch die Wende gelänge. Dafür war der Unterschied zwischen Weist und Drosdzol mit 20 Prozentpunkten beim ersten Wahlgang zu groß. Hinzu kommt die nicht ganz unerwartete Wahlempfehlung der Grünen, den erneuten Koalitionspartner der SPD, für Weist, die sich ganz offensichtlich auf der Zielgeraden befindet.

Nicht mal alle CDU-Wähler votierten für Drosdzol

Dennoch ist es für die CDU und Drosdzol ein politischer Erfolg, Weist in der bisherigen SPD-Hochburg überhaupt in die Stichwahl gezwungen zu haben. Auch wenn Drosdzol mit dem Ergebnis des ersten Wahlgangs nicht zufrieden sein dürfte: Letztlich votierten für ihn als Bürgermeisterkandidaten (22,3 Prozent) weniger Wähler als für die CDU bei der Ratswahl (26,3 Prozent). Das war und ist ernüchternd.

Ernüchternd war auch das Ergebnis im ersten Wahlgang für den SPD-Kandidaten Michael Hübner im Kampf ums Landratsamt: In nur drei der zehn Kreisstädte hatte er die Nase vorn, selbst in seiner Heimatstadt Gladbeck verfehlte er die absolute Mehrheit. Da ist es schwer, die sechs Prozentpunkte zum CDU-Herausforderer Bodo Klimpel wett zu machen.

Auch hier scheinen die Weichen gestellt zu sein. Gleichwohl bleibt diese Stichwahl spannender.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben