Finanzen

Stadt muss 420 000 Euro mehr für das Krankenhaus zahlen

Die Geburtshilfe wurde zwar geschlossen, im Innenhof des St. Barbara Hospitals wird jedoch ein Erweiterungsbau errichtet, mit dem die Bettenkapazität des Gladbecker Krankenhauses erhöht wird.

Foto: Lutz von Staegmann

Die Geburtshilfe wurde zwar geschlossen, im Innenhof des St. Barbara Hospitals wird jedoch ein Erweiterungsbau errichtet, mit dem die Bettenkapazität des Gladbecker Krankenhauses erhöht wird. Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck.   Erhöhung auf 1,3 Millionen Euro belastet den Etat und ärgert die Stadtspitze: Gladbeck muss zahlen, darf aber bei Entscheidungen nicht mitreden.

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Diese Nachricht macht keine Freude: Um 420 000 Euro steigt der Beitrag der Stadt Gladbeck zur Krankenhausinvestitionsförderung. Damit beträgt die Gesamtsumme, die noch in diesem Jahr fällig ist, nun 1,3 Millionen Euro. Grund für die Steigerung ist ein Beschluss der neuen Landesregierung, die Krankenhausinvestitionsförderung noch in diesem Jahr zu erhöhen.

Auf die nun bekannt gewordene Steigerung um fast 50 Prozent reagieren Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) und Kämmerer Thorsten Bunte mit Unverständnis. Besonders ärgerlich: Die zusätzliche Summe muss aus dem laufenden Haushalt, der denkbar knapp gestrickt ist, bezahlt werden. Bunte: „Damit erschwert uns die Landresregierung den Haushaltsausgleich zusätzlich. Das ist ein ziemlich einmaliger Vorgang, der uns völlig überraschend trifft. Im Vorfeld hat es seitens des Landes keinerlei Vorgespräche mit kommunalen Vertretern gegeben.“ So würden mühsam erzielte Sparerfolge vom Land mit einem Federstrich kritisiert, kritisiert Roland.

Bürgermeister: „Es stellt sich die Frage, warum wir keine aktive Mitsprachemöglichkeit haben“

Die Erhöhung des Beitrags wirft mit Blick auf die Schließung der Geburtshilfestation im Barbara-Hospital Ende 2016, die für viel Unmut in der Bevölkerung gesorgt hat, weitere Fragen auf. Gladbeck muss zahlen, kann aber keinen Einfluss auf die Entwicklung des Krankenhauses nehmen. Roland: „Für uns stellt sich die Frage, warum wir als Stadt, die sich in spürbarer Weise an der Finanzierung der Krankenhausumlage beteiligen muss, keine aktive Mitsprachemöglichkeit beim Erhalt z. B. der Geburtshilfe haben.“ Bei der Schließung sei Gladbeck vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Prognose: 750 Gladbecker Babys in diesem Jahr

Seitdem ist die Situation für schwangere Frauen in Gladbeck schwieriger geworden. Viele Glabeckerinnen müssten sich zurzeit in Warteschlangen vor den Geburtshilfestationen in den Nachbarstädten einreihen. Dort werden, kein Wunder, steigende Geburtenzahlen gemeldet. Die hätte es wohl auch in Gladbeck gegeben. Laut Stadtverwaltung würden in diesem Jahr 750 Gladbecker Kinder geboren – 150 mehr als 2016.

CDU: Wirtschaftliche Zwänge müssen gesehen werden

Dass diese Kinder nicht mehr im Gladbecker Krankenhaus geboren werden, bedauert auch die CDU-Ratsfraktion. In einer Mitteilung weisen Fraktionschef Peter Rademacher und Müzeyyen Dreesen, künftige Vorsitzende des Sozialausschusses, darauf hin, dass die Kommunalpolitik bei diesem Thema allerding nicht zuständig sei. Die Gladbecker CDU wolle sich angesichts der Geburtenprognosen jedoch für eine positive Betrachtung des Falls Gladbeck im Landesgesundheitsministerium einsetzen.

An der Meinung, dass die Geburtshilfe nötig und wichtig für Gladbeck sei, habe sich nichts geändert, so die CDU. Gleichwohl müsse man wirtschaftliche Zwänge, unter denen die KKEL, wie viele Krankenhäuser, stehe, sehen. Es müsse aber auch beachtet werden, dass andererseits wieder Geld nach Gladbeck fließt, indem das Krankenhaus ja erweitert werde.

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