Hitzewelle

Sommerhitze: Gladbecks Grün-Experten schlagen Alarm

Gladbeck stöhnt unter der anhaltenden Sommerhitze. Die Natur leidet: Bäumen und Sträucher, aber auch den Feldfrüchten fehlt Wasser.

Gladbeck stöhnt unter der anhaltenden Sommerhitze. Die Natur leidet: Bäumen und Sträucher, aber auch den Feldfrüchten fehlt Wasser.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Gladbecks Förster stuft die Trockenheit als dramatisch ein. Bäume und Sträucher geraten unter Hitzestress. Bauern befürchten schlechte Maisernte.

Angesichts der anhaltenden Sommerhitze schlagen Gladbeck Grün-Experten Alarm: Die Trockenheit steige enorm, Bäume, Sträucher und Pflanzen geraten unter zunehmenden Hitzestress. „Es ist dramatisch trocken, die Natur leidet“, sagt Gladbecks Förster Markus Herber. „Es wird brenzlig für unser Grün“, sorgt sich Landwirt Bernd im Winkel, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Lokalvereins. Die Maisernte könnte eine „ziemliche Katastrophe“ werden, befürchtet er.

Auch beim ZBG schrillen die Alarmglocken. „Die Trockenheit ist schon sehr, sehr groß“, betont Peter Konzels, der Leiter der Grünflächenverwaltung beim Betriebshof. Und fügt hinzu: „Es gibt wenig Reserven im Boden, denn eine richtige Durchfeuchtung der tieferen Bodenschichten hat im vergangenen Winter und im Frühjahr nicht stattgefunden.“

Der Grundwasserspiegel ist auf fast zwei Meter abgerutscht

Förster Markus Herber bestätigt das: „Es ist kein Wasser im Boden, der Grundwasserspiegel ist auf 1,80 bis 2 Meter abgesunken.“ Es werde umso schlimmer, je heißer es sei oder sogar noch werde. „Die Bäume geraten unter Trockenstress, Äste können brechen“, warnt er Waldbesucher. Nachhaltiger, lang anhaltender Regen sei dringender denn je nötig, so Herber.

Das sieht auch Bernd Im Winkel so. „Bei den hohen Temperaturen und der noch sehr intensiven Sonne verdunsten die letzten Wasserreste im Boden.“ Der Boden sei knochentrocken. Die Drainagen auf Teilen seiner Felder, ein bis 1,20 Meter tief, seien schon seit langem trocken gefallen.

Die Maisernte 2020 könnte katatrophal werden

Düster sehe es inzwischen für die Maisernte aus. Bislang habe er noch auf eine gute bis durchschnittliche Ernte gehofft. Leider werde die wohl eher schlecht, meint Im Winkel nun angesichts der Hochsommerhitze - ausgerechnet zu dem Zeitpunkt der Wachstumsphase, wenn der Mais Feuchtigkeit benötige.

Beim ZBG haben sie in den vergangen Tagen die Bewässerungsteams für die Straßenbäume aufgestockt. Die Bäume lassen bereits aus Schutz vor zu starker Verdunstung Teile des Laubs fallen. Peter Konzels: „Anfangs war ein Team unterwegs, zuletzt zwei, nun haben wir drei Teams zusammengestellt.“

ZBG bewässert Bäume täglich mit 25.000 Litern Wasser

Jedes Team fährt mit dem Wagen 2000 Liter Wasser aus, das bis zu drei- oder viermal am Tag. So können bis zu 25.000 Liter verteilt werden. In erster Linie versorge man im Frühjahr frisch gepflanzte Bäume, nun aber auch die im 2. und 3. Jahr.

Konzels: „Aber jeder Straßenbaum freut sich inzwischen über einen Eimer Wasser.“ Der ZBG bittet die Bürger um Mithilfe. „Wir sind den Leuten sehr dankbar, wenn sie den Bäumen helfen.“ Aber auch Bodendecker oder Sträucher freuten sich über etwas Wasser.

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