Essen und Trinken

So stellen Gladbecker Eiscafés ihr Angebot im Winter um

Germknödel und hausgemachte Pralinen verkaufen Wolfgang Haas und Mitarbeiterin

Foto: Michael Korte

Germknödel und hausgemachte Pralinen verkaufen Wolfgang Haas und Mitarbeiterin Foto: Michael Korte

Gladbeck.   Auch in der kalten Jahreszeit bleiben einige Eisdielen geöffnet. Vermehrt bieten sie jetzt warme Süßspeisen an, das Eissortiment ist reduziert.

Für Peter Staden und seine Klassenkameraden war das Eiscafé „Cortina“ in der Innenstadt in den Pausen immer Anlaufpunkt. „Für 50 Pfennig gab es dort eine Kugel Eis.“ Der einstige Schüler des heutigen Ratsgymnasiums ist jetzt mitten in der kälteren Jahreszeit wieder nach Gladbeck gekommen, um die Tradition mit seiner Frau aufleben zu lassen. „Nur, dass die Kugel jetzt teurer geworden ist“, sagt der Dorstener. Er isst Eis auch gerne ab und an mal im Winter. Aber: „Langsam wird es mir auch zu kalt.“

Damit geht es ihm wie vielen Eisliebhabern. Darum stellen sich auch die Eisdielen auf die Wintersaison ein und setzen verstärkt auf Waffeln, Crêpes und Strudel. „Wir haben im Winter eine spezielle Karte“, sagt Wolfgang Haas, Inhaber des Eiscafés „Creme“. Neben den Standards wie Waffeln gehören auch Knödel, Dampfnudeln und überbackenes Eis zum Wintersortiment.

Kosten für Miete und Strom bleiben

Seit 1994 betreibt Haas sein Café an der Lambertistraße 5 in der Innenstadt. „Im Winter sind die Kosten für Strom und Miete die gleichen, da mussten wir uns überlegen, was wir neben Eis noch anbieten können.“ Und: Die sechs Festangestellten müssten schließlich auch im Winter leben.

Eissorten, die er jetzt überwiegend anbietet, sind vor allem „warme“ Sorten wie Schokolade, Nuss oder Zimt. Von insgesamt 24 Geschmacksrichtungen hat Haas sein Angebot auf etwa zehn reduziert. Vor allem Stammkunden kommen in sein Café. „Die freuen sich jetzt schon auf unsere selbstgemachten Pralinen“, sagt Wolfgang Haas. Im vierten Jahr verkauft der gelernte Koch diese Leckereien inzwischen in der kalten Zeit.

Leitungen nachschauen und Maschinen warten

Silvia Morossi ist sich sicher: „Eisesser haben kein Problem mit Jahreszeiten.“ Dennoch sei Eiszeit nun mal im Sommer und so schließt sie ihr Geschäft „Dolomiti“ ab Anfang Dezember bis Ende Januar. Die Wintermonate nutzt ihr Sohn dazu, Leitungen nachzuschauen oder Maschinen zu warten. Den Außenbereich auf der Horster Straße 9, gleich an der Lambertikirche, bauen die Inhaber in den nächsten Tagen ab.

Auch das Eiscafé „Cortina“ auf der Hochstraße 12 schließt am 20. Dezember. Für Rosanna Fabbro und ihren Mann geht es dann nach Italien. „Weihnachten muss zuhause gefeiert werden“, sagt sie. Seit 22 Jahren betreibt das Ehepaar das Eiscafé, das seit 1938 in Familienhand ist. „Die Kunden wollen jetzt vor allem Warmes wie Toast, Waffeln oder Kaffee und Kakao.“ Eine Mitarbeiterin beschäftigt das italienische Ehepaar jetzt noch – in den Sommermonaten sind es um die sieben.

Auf der Terrasse sitzen jetzt nur noch die Raucher

Deutlich ruhiger geht es jetzt auch im Eiscafé „Diana“ an der Horster Straße 3 zu. Von rund 20 auf sechs Sorten ist hier das Eis-Angebot reduziert. Waffeln gibt es dort bis April. Auch „San Remo“ im City Center verkauft Waffeln. 70 Prozent der Gäste seien Stammkunden, die eh jeden Tag kämen, meist auf einen Kaffee. Auf der Terrasse stehen noch etwa fünf Tische. „Dort sitzen jetzt nur noch die Raucher“, sagt „San Remo“-Inhaber Krasniqi Bekim.

Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik