Corona

So läuft der Lieferservice der Gastronomen in Gladbeck

Hinweisschilder weisen in den Lokalen auf die geltenden Regeln hin, wie hier in Thesings Marktstübchen. Es findet ein Außer-Haus-Verkauf statt.

Hinweisschilder weisen in den Lokalen auf die geltenden Regeln hin, wie hier in Thesings Marktstübchen. Es findet ein Außer-Haus-Verkauf statt.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Im November bleiben Restaurants auch in Gladbeck dicht, einige bieten einen Lieferservice an. Gewinne machen sie kaum, geben aber nicht auf.

Küche auf, Bewirtung zu: Der „Lockdown light“ bedeutet für Wirte in Gladbeck leider auch Umsatz light. Seit dem 2. November dürfen Restaurants, Bars und Cafés keine Gäste mehr empfangen. So sollen Kontakte verhindert und den immer noch hohen Infektionszahlen etwas entgegengesetzt werden. Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer und Angela Merkel haben sich zunächst auf Maßnahmen bis Ende November verständigt. Bisher hat sich der bundesweite Anstieg der Zahlen zwar leicht verlangsamt, doch bisher ist kaum Besserung in Sicht. In Gladbeck erst recht nicht.

Der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen der vorausgegangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, lag am Sonntag bei 267,2. Nächsten Mittwoch will die Bund-Länder-Runde sich erneut beraten. Lockerung gelten als unwahrscheinlich. Das wissen auch die Wirte in der Stadt.

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Geschäftsführer der Gaststätte Alte Post: Der zweite Lockdown trifft das Lokal härter als der erste

Seki Numanovic, Geschäftsführer der Alten Post, sagt: „Dafür gibt es noch zu viele Infizierte, aber wir warten ab. Wir kämpfen weiter, bisschen lächeln, wir lassen uns nicht unterkriegen.“ Doch er räumt auch ein, dass der zweite Lockdown das Restaurant schwerer trifft als der erste .

Darauf, dass der Lockdown verlängert wird, hat sich Familie Do bereits provisorisch eingestellt. „Do Sushi“ am Willy-Brandt-Platz wird unabhängig von neuen Beschlüssen erst nächstes Jahr wieder für Gäste öffnen, wie die Inhaberin berichtet. Wo früher Sushirollen am Laufband über den Tisch flitzten, werden jetzt Lieferungen vorbereitet: „Am Wochenende haben wir sehr viel zu tun, unter der Woche weniger. So können wir die Fixkosten decken, aber keinen Gewinn machen“, sagt Do.

Ausfallende Getränke-Einnahmen machen sich bemerkbar

Im Gegensatz zur Bewirtung im Lokal fallen beim Außer-Haus-Verkauf die Einnahmen durch Getränke weitestgehend aus. Besonders kritisch ist außerdem der Zeitraum, wie Wolfgang Thesing, Inhaber des Lokals Thesings Marktstübchen , und Vassiliou Evangelos vom Restaurant Artemis erklären. „Die Monate November und Dezember gelten in der Gastronomie normalerweise als die umsatzstärksten Monate“, so Thesing. „Die ganzen Weihnachtsfeiern fallen auch einfach weg“, sagt Evangelos, „aber wir können nur durchhalten.“ Er sagt, er könne sich auf seine Stammkundschaft verlassen.

„Wir sind seit über 20 Jahren hier, wir bleiben auch weiter.“ Kreative Ideen sollen es möglich machen. Falls auch über die Weihnachtsfeiertage kein Betrieb möglich ist, plant Evangelos ein komplettes Weihnachtsmenü mit Lieferung. „Die Leute wollen sich ja trotzdem noch etwas gönnen und etwas Leckeres essen“, äußert sich Sandra Schwarte zuversichtlich. Sie betreibt das Rathaus-Café-Schwarte in der Innenstadt. Sie setzt auf aufwendige Hausmannskost und Kuchen, die sich nur wenige Menschen selbst zubereiten würden. Wie die anderen Wirte gibt sich Schwarte kämpferisch und solidarisch: „Schlussendlich sitzen wir alle im selben Boot. Es hilft nur weitermachen.“

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