Die Horster Straße

Skatepark und Festplatz: Wo Skater und Parker glücklich sind

Marvin Buchwald ist angetan von der Anlage an der Horster Straße.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Marvin Buchwald ist angetan von der Anlage an der Horster Straße. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.   Diesmal besuchen wir zwei Orte an der Horster Straße. Den Festplatz, auf dem kaum gefeiert wird. Und den Skatepark. Da fehlt ein Eiswagen.

Eine Kirmes. Das wäre mal was. Karussells, Autoscooter, verzerrte Ansagen, fröhliche Kinder, Menschenmassen, die sich durch Budengassen schieben. Wer das sucht, muss demnächst mal wieder einen Ausflug nach Crange machen. Denn auf dem Gladbecker Festplatz sind festliche Anlässe eher selten – und Volksfeste Fehlanzeige.

Dabei würde sich das runde Areal zwischen der Halde der ehemaligen Zeche Moltke und der Horster Straße eigentlich gut eignen, und eigentlich ist sein Name auch sinngebend. 3700 Quadratmeter samt angeschlossener Parkplätze – genutzt werden sie meist von Autofahrern, die gebührenfreies Parken schätzen.

Gelegentlich schlägt ein Zirkus seine Zelte auf, kürzlich war ein Hüpfburgen-Parcours zu Gast. Ein muslimischer Verein feiert sein Gemeindefest. Und das war’s mit der Festlichkeit.

Und so ist ein Besuch auf dem Festplatz wenig aufregend. Brennnesseln wuchern, Müll liegt herum, der kleine Verbindungsweg zur Bergmannstraße scheint ein beliebtes Hundeklo zu sein. So riecht es dort zumindest. Und wer im Dunklen schon einmal dort war, weiß: Laternen machen nicht zwangsläufig Licht. Verweilen mag hier wahrscheinlich niemand.

Das sieht auf der anderen Straßenseite ganz anders aus. Der Stadtteilpark Butendorf punktet mit großen Rasenflächen, einem Basketballplatz, einem kleinen Ascheplatz zum Fußballspielen und der Skateranlage. Angesichts der sommerlichen Hitze ist es dort tagsüber allerdings auch eher ruhig.

In ihrer Freizeit testen sie Anlagen im ganzen Ruhrgebiet

Marvin Buchwald (24) und Markus Runau (30) haben den Skatepark an diesem Nachmittag für sich. Gar nicht so schlecht, finden die beiden Recklinghäuser, die in ihrer Freizeit Anlagen im ganzen Ruhrgebiet testen.

„Wir hatten eigentlich gar keine Vorstellung“, sagt Marvin. Was ihn besonders begeistert, mag Gladbeckern erstaunlich vorkommen: „Es ist so sauber hier. Sehr sauber, in der ganzen Stadt – im Vergleich zu Recklinghausen.“ Die paar Scherben, das bisschen Müll, die klebrigen Flecken auf dem Asphalt – da ist der Skater aus seiner Heimatstadt viel schlimmeres gewohnt. „Hier hörst du sogar Kinder lachen“, sagt Markus. So klingt Gladbeck-Begeisterung.

Zuerst gibt es ein kleines Picknick

Unter einem Bäumchen am Rande des Ascheplatzes haben es sich die zwei Freunde gemütlich gemacht. Und weil sie es bei der Hitze lieber locker angehen lassen, haben sie erstmal ein kleines Picknick ausgepackt. Obst gibt es (der Käse musste schnell gegessen werden, bevor er davon floss), dazu Mineralwasser.

Für den Fotografen setzen die Skater ihre Rollen dann aber doch in Bewegung. Ganz schön glatt ist die Oberfläche der Quarterpipe, Marvin muss sich konzentrieren. Der Betonboden ist zwar tückisch, richtig übel seien aber Rampen aus Holz. Da gebe es schlimmere Verletzungen bei Stürzen. Was die blutigen Krusten an Marvins Armen beweisen.

Auf der Wiese liegt ein Mann im Schatten

Auf dem Beton gleitet es sich besser. Die beiden wagen ein paar Sprünge, nehmen Anlauf, heben ab. Aber dann lieber wieder: schattiges Plätzchen, Pause. Ein bisschen weiter weg macht es ein Mann genauso, liegt im Schatten auf der Wiese, genießt den warmen Nachmittag. Erst, wenn es kühler wird, werden auch Kinder kommen und auf dem Spielplatz spielen.

Und vielleicht kommt auch Jason. Der war 2016 ein Traumpaar mit Josie. Das hat zumindest jemand mit Edding auf eine Rampe geschrieben. Jemand anders hatte weniger Glück in der Liebe: „Single bleiben, Stress vermeiden“ hat er oder sie aufgeschrieben.

„Der Skaterpark gehört allen“

Vor drei Jahren haben der Gladbecker Sprayer Maurizio Bet und seine Freunde den Parcours mit Miniramp, Funbox, Quarterpipe, Curb, Rails und Bank mit Graffiti aufgehübscht. Teile davon sind noch erhalten. Aber ein Teil ist auch unter Schriftzügen anderer Sprayer verloren gegangen. Aber das stört die Skater nicht, denn ihre Hindernisse sind ja intakt. Noch heute scheint zu gelten, was schon zur Wiedereröffnung 2014 Motto war: „Der Skatepark gehört allen“. Auch denen, die extra zum Skaten anreisen.

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