Strassen der Stadt

Schulte-Berge-Straße erinnert an bedeutenden Braucker Hof

An der Schulte-Berge-Straße auf dem Rosenhügel wurden einst Wohnhäuser für die Beschäftigten von Gelsenberg in Horst gebaut. Foto:Oliver Mengedoht

An der Schulte-Berge-Straße auf dem Rosenhügel wurden einst Wohnhäuser für die Beschäftigten von Gelsenberg in Horst gebaut. Foto:Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Schon im 14. Jahrhundert wurde der Hof auf dem Rosenhügel erwähnt. Der ehemalige Dompropst Ferdinand Schulte Berge stammt von dem Anwesen.

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Die Schulte-Berge-Straße auf dem Rosenhügel erinnert an einen der größten und bedeutendsten Bauernhöfe im Gladbecker Süden.

Der Hof Schulte Berge war ein Lehnshof der Herren von Horst. Im 14. Jahrhundert wurde er erstmals erwähnt. Der Name heißt nichts anderes als „Bauernhof auf einer Bodenwelle“. Der Name erklärt sich aus dem Umstand, dass der Hof auf einer Anhöhe zwischen Emscher und Hahnenbach – dem Bergeroth, heute Rosenhügel – lag.

Beschäftigte von Gelsenberg fanden ein neues Zuhause

Museumsleiterin Dr. Christine Schönebeck berichtet in ihrem Buch „Damals in Brauck“, dass der Hof Schulte Berge in einem Brandkataster von 1810 mit einem Wert von 1230 Talern als das wertvollste Anwesen unter den Braucker Bauernhöfen taxiert wurde.

1841, einige Zeit nach der Bauernbefreiung von 1808, kaufte sich der Hof Schulte Berge von Schloss Horst frei. Etwa 100 Jahre später veräußerte die Familie weite Teile des Hofes an die Rheinisch Westfälische Siedlungs AG, die auf dem Gelände die noch heute vorhandenen Wohnhäuser für die Mitarbeiter der Gelsenberg Benzin AG in Horst baute. Zur Erschließung wurde die heute rund 400 Meter lange Straße zwischen Hügelstraße und dem Grüngebiet im Hinterland der Holthauser Straße gebaut.

1940 bekam die Straße zum ersten Mal einen Namen

1940 bekam die Straße einen Namen: zunächst Hansestraße, 1945 umbenannt in Schulte-Berge-Straße in Anlehnung an den Hof, der etwa 100 Meter südöstlich der Straße lag, nahe an der Stadtgrenze zu Horst. 1973 wurde die Straße 30 Meter verlängert nach Osten, dort wurden zwei weitere Häuser gebaut.

Vom Hof Schulte Berge stammt ein berühmter Sohn aus dem Gladbecker Süden: der ehemalige Dompropst Ferdinand Schulte Berge, der seinen Lebensabend 98-jährig in Essen verbringt. Nach einem Brand auf dem benachbarten Hof Buter war er als Kind mit Geschwistern bei den kinderlosen Schulte Berges untergekommen. Er blieb bei ihnen, wurde adoptiert und gefördert. Er studierte Theologie und wurde später Dompropst in Essen.

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