Schulbeginn

Schulstart in Gladbeck mit Angst und Unsicherheiten

Montag beginnt für Kinder und Jugendliche die Schule wieder. In Gladbeck herrscht auch im Unterricht Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen.

Montag beginnt für Kinder und Jugendliche die Schule wieder. In Gladbeck herrscht auch im Unterricht Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Montag beginnt wieder der Unterricht. Schulleiter in Gladbeck blicken dem mit gemischten Gefühlen entgegen. Grund ist auch der hohe Inzidenzwert.

Montag beginnt nach zwei Wochen Herbstferien wieder die Schule. Auch vor dem Hintergrund des hohen Inzidenzwertes in Gladbeck könnte dies zu einer Herausforderung werden. „Die Angst und die Unsicherheit der Kollegen ist schon zu spüren“, sagt etwa Verena Wintjes, Leiterin des Riesener-Gymnasiums.

„Die Infektionszahlen sind weiter nach oben gestiegen, obwohl jetzt Herbstferien waren“, so Wintjes. Das mache Angst. Sie und ihre Kollegen hatten regelmäßig die Möglichkeit genutzt, sich alle 14 Tage kostenlos auf das Virus testen zu lassen. „Das schafft Sicherheit.“ Auch die drei Möglichkeiten zum Testen bis zu den Weihnachtsferien lobt Wintjes.

Schulleiter hoffen auf einen gelungenen Start nach den Herbstferien

Bisher habe es keine Corona-Fälle an ihrem Gymnasium gegeben, wohl aber Quarantäne-Fälle. „Wir kooperieren mit der Gesamtschule und den anderen beiden Gymnasien, da hat es schon einige Infektionsketten vor den Ferien gegeben.“ Ein Problem dabei sei, dass das Gesundheitsamt diese gar nicht schnell abtelefonieren kann. Nun drücke sie, so Wintjes, die Daumen, dass es einen gelungenen Start geben wird.

Auf einen Neustart nach den Herbstferien hofft auch Alrun ten Have, Leiterin der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, an der es zuletzt einige Corona-Fälle gab. Sie rechnet fest damit, dass es zwischen Herbst- und Weihnachtsferien erneut zu Corona- und Quarantäne-Fällen an ihrer Schule kommen wird. „Jugendliche sind Jugendliche, man kann ihnen immer wieder sagen, dass sie Abstand halten müssen. Im nächsten Moment haben sie es wieder vergessen. Das ist keine böse Absicht.“

Stadtverwaltung hatte zuletzt in allen Schulen geprüft, ob sich die Fenster öffnen lassen

Dass Schüler und Lehrer künftig mit dicker Jacke im Klassenraum sitzen werden, um sich vor Kälte wegen des regelmäßig nötigen Lüftens zu schützen, nimmt die Schulleiterin gelassen. „So ist das Leben.“ Alle zwanzig Minuten soll, so die Empfehlung, durchgelüftet werden. Vor dem Ende der Sommerferien hatte das städtische Immobilienamt in allen Schulen geprüft, ob sich die Fenster öffnen lassen und teilweise nachgebessert. Am Heisenberg wurden etwa zusätzliche Schutzmaßnahmen an der Brüstung angebracht, damit komplett gelüftet werden kann.

Jetzt prüft die Immobilienverwaltung, kurzfristig CO2-Warngeräte für jede Klasse anzuschaffen. Ein bis drei pro Klasse sollen dann zum Einsatz kommen. „Es kann sein, dass es dann öfter als alle zwanzig Minuten nötig wird, die Räume zu lüften“, sagt Stadtsprecherin Christiane Schmidt.

Gewerkschaft schlägt Alarm

Indes schlägt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Gelsenkirchen und Gladbeck Alarm. „Die Entwicklung des Inzidenzwertes beziehungsweise die Zahl der aktuellen Neuinfektionen pro Tag beobachten wir mit großer Sorge“, so Britta Logermann und Lothar Jacksteit von der GEW Gelsenkirchen/ Gladbeck. Wenn sich nicht mehr alle Infektionsketten zurückverfolgen ließen, könnten Schulen zum Hot-Spot werden.

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Die GEW fordert eine „klare und hilfreiche Ansage von der Landesregierung“. Überall dort, wo der Inzidenzwert die kritische Fünfzigermarke – wie auch in Gladbeck – überschritten hat, sollten Lerngruppen mindestens halbiert und der Stundenplan entschlackt werden.

170 Laptops sollen jetzt kurzfristig eintreffen

Eine Halbierung der Lerngruppen ist bisher nicht vorgesehen. „Das könnte auch schwierig für die Schüler werden, wenn sie 50 Prozent dann wieder Unterricht auf Distanz hätten. Die Endgeräte sind schließlich noch nicht bei uns angekommen“, so Alrun ten Have. In der nächsten Zeit, kündigt Stadtsprecherin Christiane Schmidt auf Nachfrage an, sollen die ersten 170 von insgesamt rund 2000 georderten Laptops nun aber eintreffen. Je nach bisheriger Ausstattung der Schulen sollen diese dann dort verteilt und als Leihgeräte zur Verfügung stehen. „Da profitieren wohl als erstes die Realschulen von, weil die Gymnasien mit festen PCs breiter aufgestellt sind,“ so Schmidt weiter.

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