Hauptausschuss

Schrottimmobilie „Schwechater“: Pläne für Neubau vorgestellt

Erste Ansichten des geplanten neuen Nahversorgungszentrums in Rentfort-Nord stellte der Investor Implementum im Haupt- und Finanzausschuss vor.

Erste Ansichten des geplanten neuen Nahversorgungszentrums in Rentfort-Nord stellte der Investor Implementum im Haupt- und Finanzausschuss vor.

Foto: Implementum / Funke Foto Services

Gladbeck.  Der Gladbecker Hauptausschuss stimmt der Bezuschussung des Abrisses an der Schwechater Straße mit 920.000 Euro zu. Investor stellt Pläne vor.

Die Implementum GmbH, die bereits das Geschäftshaus Hoch10 in der City errichtet hat, ist der Investor, der die Schrottimmobilie Schwechater Straße 38 in Renfort-Nord abreißen und an gleicher Stelle ein neues Nahversorgungszentrum bauen wird. Der Hauptausschuss gab Montagabend grünes Licht, mit dem Düsseldorfer Projektentwickler einen entsprechenden städtebaulichen Vertrag abzuschließen.

Zu dem Vertrag wird gehören, dass sich die Stadt mit voraussichtlich 920.000 Euro an den Abrisskosten beteiligen wird – als Wertausgleich, weil die Kosten des Abrisses (geschätzt derzeit 4,9 Millionen) deutlich über den Wert des dann unbebauten Grundstücks liegen und für den Investor ein Minusgeschäft bedeuten würde. Ohne diese finanzielle Leistung, so Bürgermeister Ulrich Roland und Stadtbaurat Dr. Volker Kreuzer würde sich kein Investor finden. Roland: „Das ist ein historische Chance für uns.“

Ausschuss votierte mit „Ja“ nach über zweistündiger Debatte

Das „Ja“ des Ausschusses fiel nach mehr als zweistündiger Diskussion einstimmig (bei einer Enthaltung). Aus Reihen der Opposition wurden Bedenken laut, trotz neunseitiger Vorlage und knapp einstündiger Vorstellung des Projektes durch Baurat Kreuzer nicht umfangreich genug informiert zu sein. Sowohl CDU als auch Linke kritisierten außerdem, erst im Ausschuss erfahren zu haben, dass die Firma Implementum der Investor sein wird.

Zwei der drei Investoren der Implementum GmbH, Volker Busse und Ulrich Hammer, stellten im Ausschuss der Politik ihr neues Projekt vor, über das sie im Vorfeld lange (eineinhalb Jahre) mit der Stadtverwaltung verhandelt und sich auf Rahmenbedingungen verständigt hatten. Busse erklärte, noch nie ein Projekt angepackt zu haben mit einer derartigen Komplexität.

Investoren wollen sich trotz eines „mulmigen Gefühls“ engagieren

Die Investoren hätten trotz der Finanzhilfen beim Abriss (auch das Land steuert 1,7 Millionen Euro dazu) „immer noch ein mulmiges Gefühl“. Banken zeigten sich zurückhaltend bei Finanzierungsfragen zum Abriss, „daher gehen wir da schon mit Eigenmitteln ran – aber ich denke, wir schaffen das!“ Busse verwies auf erste Entwürfe für die Neubebauung: Ein L-förmiges Gebäude, das eine „skulpturenartige Fassade“ mit Glasbögen als Eingänge zu den etwa sieben Geschäften bekommen wird.

Gesetzt seien bereits, so hieß es, ein Vollsortimenter, der auf bis zu 2000 Quadratmetern einen Supermarkt betreiben wird, und ein Drogeriemarkt mit rund 700 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Verträge seien so gut wie fertig, die Mindestlaufzeit, von der Stadt verlangt, werde zehn Jahre betragen. Lob für die Investoren – vor allem aus Reihen der SPD – gab es für den Mut, das Projekt trotz aller finanziellen Risiken anzupacken.

Der alte Block F, der stehen bleibt, soll baulich angepasst werden

Zum Komplex wird ein großer Parkplatz gehören, der auf der Westseite vom alten Block F – der stehen bleiben wird – begrenzt wird. Der Block F soll sich baulich anpassen. Das sei auch Wunsch der verblieben Eigentümer.

Wann alles fertig sein wird, ist noch unklar. Doch Implementum werden Fristen gesetzt, öffentliche Gelder fließen nur nach Rückbauforschritt, die Vergaben der Arbeiten erfolgen öffentlich durch die Stadt, die auch die Rückbauarbeiten begleiten wird.

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