NAZI-SCHMIEREREI

Schon wieder Nazi-Schmierereien in Gladbeck entdeckt

Hakenkreuze (von der Redaktion bewusst verfremdet) verschandeln die Fußgängerbrücke über die B 224. Die Zeichen sollen so schnell wie möglich verschwinden.  Foto:Lutz von Staegmann

Hakenkreuze (von der Redaktion bewusst verfremdet) verschandeln die Fußgängerbrücke über die B 224. Die Zeichen sollen so schnell wie möglich verschwinden.  Foto:Lutz von Staegmann

Gladbeck.   An der Fußgängerbrücke über die B 224, Höhe Freibad, wurden Hakenkreuze entdeckt. Symbole wurden erneut mit Hilfe einer Schablone aufgesprüht.

Es mutet wie eine Serie an: Wieder bekommt es der Staatsschutz mit einer Hakenkreuz-Schmiererei in Gladbeck zu tun. Diesmal haben die Täter – es könnte sich auch um einen einzelnen handeln – das verbotene Symbol auf die Fußgängerbrücke über die B 224 in Höhe des Freibads gesprüht. Unübersehbar prangen die Zeichen an Pfeiler, Geländer und Hinweisschild.

Vorfall im Nordpark

Wie in diesem aktuellen Fall hatten Unbekannte schon in der vergangenen Woche im Nordpark per Schablone Nazi-Symbole auf Bänke, Abfallbehälter und Mauern geschmiert. Der Zentrale Betriebshof Gladbeck (ZBG) hatte dies entdeckt. Sprecherin Brigitte Köhler: „Wir haben eine Belohnung von 250 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgelobt.“ Eine Reaktion darauf habe es nicht gegeben. Wenige Tage später meldeten die Jusos Nazi-Symbole auf einem Verteilerkasten an der Uhland-/Ecke Goethestraße.

Mehrfach Schablone benutzt

Polizeisprecher Michael Franz ergänzt die Liste dieser Fälle: „In der vergangenen Woche haben Kollegen Hakenkreuz-Schmierereien an einer Betonsitzbank auf der Hochstraße entdeckt. Vor drei Wochen war in Wittringen eine Bank beschmutzt.“ Er meint: „Die Vorgehensweise, bei der eine Schablone benutzt wurde, legt die Vermutung nahe, dass es sich um denselben Täter handeln könnte.“

Auch wenn die Häufung dieser Vorkommnisse auffällt, sagt Franz: „Wir haben im Kreis und in Bottrop keine feste rechtsextreme Szene. Wir kennen aber einzelne Personen mit rechtem Gedankengut.“ Werden derartige Schmierereien bei der Polizei angezeigt, würden die Fälle weitergeleitet an den Staatsschutz. Dieser ermittle dann wegen des „Spezialtatbestands Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“. Das umfasse beispielsweise auch das Tragen von Symbolen für Organisationen während der NS-Zeit. Der Strafrahmen bewege sich zwischen einer Geldstrafe und bis zu drei Jahren Haft. Bei aufgemalten oder gesprayten Zeichen, wie sie jetzt vermehrt auffielen, handele es sich zudem um Sachbeschädigung.

Hakenkreuze schnell entfernen

David Hennig, Rathaussprecher: „Wir bringen alle uns bekannten Fälle zur Anzeige.“ Neuralgische Punkte im Stadtgebiet seien im Rathaus nicht bekannt: „Bei den Schmierereien ist kein System erkennbar.“ Wenn man die Täter nicht auf frischer Tat ertappe, bliebe nichts anderes übrig, als die NS-Zeichen so schnell wir möglich zu beseitigen. So soll es auch – wie unter anderem am Nordpark – an der B 224 geschehen. Die Jusos hatten dem Bürgermeister vorgeschlagen, dass der Künstler Maurizio Bet den verschandelten Verteilerkasten an der Uhlandstraße umgestalten könnte. Hennig: „Wir sind dafür nicht zuständig, sondern die Ele. Aber wir vermitteln gerne.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik