Tierschutz

Schlägel und Eisen-Abrissplan in Gladbeck sorgt Tierschützer

An der Futterstelle im baldigen Abrissgelände: Dorina Hack (l.) vom Tierschutzverein und Patrizia Anastasia von der Tierhilfe sorgen sich um die Zukunft der wilden Schlägel und Eisen-Katzen.

An der Futterstelle im baldigen Abrissgelände: Dorina Hack (l.) vom Tierschutzverein und Patrizia Anastasia von der Tierhilfe sorgen sich um die Zukunft der wilden Schlägel und Eisen-Katzen.

Foto: Heinrich Jung

Gladbeck.  In den Ruinen leben Katzen, die beim Abriss in Gefahr sind. Die Tierfreunde hoffen auf Unterstützung aus der Bevölkerung für eine Umsiedelaktion.

Die neuen Pläne für die marode Schlägel- und Eisen-Siedlung in Zweckel, deren Abriss so schnell wie möglich erfolgen soll, sorgt Gladbecker Tierschutzvereine. Grund: Auf dem 16.000-Quadratmeter-Areal leben zahlreiche Katzen in den Hausruinen, deren Leben beim Abriss mit schwerem Gerät in Gefahr ist. „Wir gehen von bestimmt 25 Tieren aus, darunter Jungtiere und Kitten, die dort von Menschen ausgesetzt worden sind und die sich auch vermehrt haben“, so Patrizia Anastasia von der Tierhilfe Recht aus Leben Gladbeck e.V.

Die erste Vorsitzende hat sich bereits mit ihrer Amtskollegin vom Tierschutzverein Gladbeck, Tanja Zimmer, verständigt. Auch hier ist die Sorge um die Samtpfoten groß. „Vor allem, wenn die Abrissbagger schon kurzfristig anrollen sollten und wir so kaum Zeit haben, die Katzen zu retten“, so Zimmer.

Die Abrissgenehmigung soll in Kürze erteilt werden

Im Gespräch mit der WAZ am Donnerstagabend hatten die Investoren mitgeteilt, dass der Abriss umgehend starten soll, „auch noch dieses Jahr, und zwar, sobald die Abrissgenehmigung vorliegt“. Dass damit in Kürze zu rechnen ist, teilte Stadtbaurat Volker Kreuzer im Planungsausschuss mit.

Die Tierschützer haben seit geraumer Zeit einen Blick auf die Katzensituation auf dem Siedlungsgelände. Mehrere Verschläge mit

Boxen und Stroh sind an verschiedenen Stellen vor den Hausruinen aufgebaut worden, um den Katzen besonders in der jetzt wieder kalten Jahreszeit einen wärmeren Unterschlupf und Futter zu bieten. „Ansonsten halten sich die Katzen in den für sie leicht zugängigen Kellern und Zimmern auf“, so Dorina Hack vom Tierschutzverein, das habe sie an Kotspuren festgestellt.

Kranke und verletzte Tiere werden versorgt

Wiederholt sind auch von den ehrenamtlich engagierten Tierfreunden Fangaktionen durchgeführt worden, um die Katzen zu kastrieren, die Vermehrung zu stoppen. Kranke und verletzte Tieren werden versorgt und aufgepäppelt.

„Wir möchten mit den neuen Besitzern jetzt schnell in Kontakt treten, um vernünftig und einvernehmlich zum Wohl der Katzen zusammen zu arbeiten“, so Patrizia Anastasia. Investor Rolf Klinkhammer erklärt sich auf Anfrage der WAZ dazu grundsätzlich bereit.

Tierfreunde mit Freigelände für Umsiedlungs-Aktion gesucht

Eine für die Tierschützer zügig vorstellbare Aktion wäre, „die Katzen einzufangen und an anderer Stelle unterzubringen“, so Julia Filzen von der Tierhilfe – etwa auf Bauernhöfen, wo Mäusefänger gebraucht werden, oder auch in großen Privatgärten, wo die Freigänger einen Unterschlupf erhalten. „Denn die Tierheime sind voll, und halbwilde Katzen werden eh nicht aufgenommen.“ Dabei hoffen die Tierschützer auf Meldungen und Unterstützung aus der Bevölkerung.

  • Wer die Fangaktion auf dem Schlägel- und Eisen-Areal unterstützen oder ein Freigelände mit Unterschlupf zur Umsiedlung anbieten möchte, kann sich bei den Tierschützern melden.
  • Kontakt zur Tierhilfe Recht auf Leben e.V. Gladbeck: Tel. 5033740, Email info@tierhilfe-ral.de. Tierschutzverein Gladbeck und Umgebung: Tel. 32310, Email Tierschutz-Gladbeck@web.de
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