Auto-Serie

Schätze auf vier Rädern: Gladbecker peppt alte Rennautos auf

Rainer Zurhausen zeigt seinem Sohn René die Funktion der Einspritzdüsen im BMW M3 E30 .

Foto: Alexa Kuszlik

Rainer Zurhausen zeigt seinem Sohn René die Funktion der Einspritzdüsen im BMW M3 E30 . Foto: Alexa Kuszlik

Dreißig Jahre ist Rainer Zurhausen Rennen gefahren. Der alte NSU TT steht noch heute in seiner Werkstatt. Sein Traum: Ihn wieder aufzupeppen.

48 Jahre hat der blaue NSU TT, der vor der Werkstatt von Rainer Zurhausen steht, auf dem Buckel. Dass der Kfz-Mechatroniker damit mal viele Rennen gewonnen hat, sieht man heute nicht mehr. Rennen im holländischen Zaandfort, im belgischen Zolder-Terlaemen oder am Nürburgring ist er mit dem Oldtimer gefahren. Heute ist nur noch die Karosserie übrig geblieben.

„Den mal wieder fertig zu machen, ist ein Traum von mir“, erklärt der 57-Jährige. „Das wird aber eher eine Aufgabe im Rentenalter.“ Und eine kostspielige Aufgabe, vermutet seine Frau, Gaby Zurhausen. Ein langer Weg liege vor ihnen, bis das alte Rennauto wieder verkehrstauglich sei. „Da müssen viele Ersatzteile beschaffen werden. Wie teurer das ist, wissen wir noch nicht“, so Gaby Zurhausen. „Aber wenn er mal fertig ist, dann ist er etwa 40 000 Euro wert.“

Die Werkstatt gibt es seit 1992

Mit 19 Jahren hat Rainer mit den Wettkämpfen angefangen. Sein erstes Rennauto steht allerdings nicht mehr hier.

Ovalrennsport ist René Zurhausens Leidenschaft

Regelmäßig fährt René Zurhausen sogenannte Ovalrennen. Im Familienbetrieb, der Werkstatt Zurhausen in Gladbeck, bringt er zusammen mit seinem Vater auch alte Fahrzeuge wieder in Schuss.
Ovalrennsport ist René Zurhausens Leidenschaft

Durch seinen Vater ist er auf den Geschmack von „Ovalracing“ gekommen, das sind Rennen, die nur im Kreis führen – bis zu 20 Teilnehmer sind dabei gleichzeitig unterwegs.

Damals habe er regelmäßig auf einer Rennstrecke in Gelsenkirchen-Ückendorf geübt, bis er sich auf die großen Strecken getraut habe. Nicht immer sind die Autos wieder heil zurück gekommen, ein bisschen Risiko sei immer. „Natürlich hat man auch Kontakt mit anderen Autos. Das bleibt nicht aus.“ Seine Frau ist zu all den Rennen mitgekommen – aber nur als Begleiterin. „Mir reicht es zuzugucken. Das ist schon aufregend genug“, findet Gaby Zurhausen.

Seit 1992 führt das Paar die Werkstatt an der Hegestraße, die damals noch eine Tankstelle war, vorher schraubten sie an Autos in Herne. Obwohl auf den ersten Blick nur Oldtimer ins Auge stechen, kümmert sich das Duo auch um „normale“ Autos. „Oldtimer sind unsere Leidenschaft“, so die 59-Jährige. „Für einige sind es Schrottautos, für andere Schätze. Manchmal kommen auch Interessierte vorbei, um Fotos zu machen. Die haben dann ein Auge dafür.“ Zu ihren Schätzen zählt nicht nur der alte NSU – auch der orange-schwarze BMW 02 Alpina hat einige Jahre und Rennen hinter sich. Als Familienkutsche und Reisebegleiter hält momentan der silberne Mercedes W116 280 SE von Rainers Bruder her. Rennen ist das Modell von 1975 zwar nie gefahren, trotzdem hat es mit 400 000 eine beachtliche Kilometerzahl hinter sich.

Sohn René tritt in die Fußstapfen des Vaters

Mehr als 30 Jahre ist Zurhausen Rennen gefahren, jetzt überlässt er das lieber seinem Sohn René. „Irgendwann reicht’s einfach.“ Der tritt nämlich in seine Fußstapfen und macht gerade seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker – und dreht regelmäßig seine Runden auf einer Strecke im holländischen Ter Apel. Mit seinem Opel Corsa A aus den 80ern nahm er erst vergangenes Wochenende an einem Wettbewerb teil. „Der hat zum Glück nur ein paar Kratzer abgekommen“, so der 25-Jährige. „Aber ein bisschen Risiko ist immer.“ Etwa 40 Rennen hat der Auszubildende in den vergangenen fünf Jahren bestritten: „Und das ist erst der Anfang.“

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