Altlasten

Schadstoff verschmutzt 300 Meter Grundwasser in Gladbeck

Mit Großgerät sanierte der Altlastensanierungsverband (AAV) bis zum Sommer 2012 das Gelände an der Postallee 43 bis 45 a. Jetzt sind erhöhte Grundwasser-Belastungen im Grundwasser-Abstrom westlich dieses Bereichs festgestellt worden.

Mit Großgerät sanierte der Altlastensanierungsverband (AAV) bis zum Sommer 2012 das Gelände an der Postallee 43 bis 45 a. Jetzt sind erhöhte Grundwasser-Belastungen im Grundwasser-Abstrom westlich dieses Bereichs festgestellt worden.

Foto: WAZFotoPool

Gladbeck.   Eine 300 Meter lange Schadstoff-Fahne ist im Grundwasser auf dem Gelände an der Postallee in Gladbeck festgestellt worden. Es besteht eine deutlich erhöhte Belastung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) - jetzt soll im Rahmen weiterer Erkundungen bis zu 40 Meter tief ins Erdreich gebohrt werden.

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Die Belastung des Grundwassers in Gladbeck bleibt 2014 ein top-aktuelles Thema. Nach der Sanierung des Geländes an der Postallee 43 bis 45a ist nun im Bereich westlich dieses Areals eine deutlich erhöhte Belastung des Grundwassers mit CKW festgestellt worden.

Um Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) drehte sich auch die millionenteure Sanierung auf dem Gelände an der Postallee, auf dem heute eine Wohnanlage steht und auf dem einst die chemische Reinigung Raupach zu finden war. Durch unsachgemäß gelagerte Betriebsmittel wurde die Boden-Verunreinigung hier ausgelöst; das Grundstück selbst wurde umfassend saniert; der Boden dort ist nun bis zu einer Tiefe von 10 Metern ausgetauscht.

300 Meter lange Schadstofffahne

Unmittelbar nach dieser Maßnahme startete ein umfangreiches Grundwasser-Monitoring, bei dem nun im Zuge der letzten beiden Untersuchungen festgestellt wurde, dass es eine 300 Meter lange Schadstoff-Fahne mit deutlich erhöhten CKW-Werten im Grundwasser gibt, die sich westlich des Geländes an der Postallee ausbreitet. Laut Kreis-Pressesprecher Jochem Manz sind hier CKW-Werte von bis zu 8000 Mikrogramm pro Liter Grundwasser festgestellt worden.

Eine akute Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, so Jochem Manz, gleichwohl geben diese Werte Anlass für eine weitere Erkundung: Der federführende Kreis Recklinghausen hat einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung gestellt, denn immerhin fallen im Zuge dieser Erkundung Kosten in Höhe von 120.000 Euro an; falls die Bezirksregierung grünes Licht gibt, wird die Maßnahme zu 80 Prozent vom Land gefördert.

Laut Jochem Manz wird es aller Voraussicht nach in diesem Frühjahr im Bereich westlich des Ex-Raupach-Grundstücks an der Postallee weitere Bohrungen mit einer Tiefe von bis zu 40 Metern geben, um im Wege einer umfassenden Grundwasser-Analyse die exakten Belastungen festzustellen. Der Kreis wird im Vorfeld dieser Maßnahmen die Gladbecker nochmals informieren.

Olaf Jung (Die Linke): „Schadstofffahne genau bestimmen“

Auch der Gladbecker Umweltausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen. Die Partei Die Linke hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Olaf Jung (Die Linke) unterstreicht: „Es ist zwingend notwendig, die Ausdehnung der Schadstofffahne, die sich mit dem Grundwasserabstrom fortbewegt, zu bestimmen“ - zumal diese Schadstofffahne bis in das benachbarte Wohngebiet reiche. Kreissprecher Jochem Manz sieht das ganz ähnlich und geht von einem recht zügigen Beginn der weiteren Bohrungen in diesem Frühjahr aus.

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