Schrottimmobilie

Ruine Schwechater Straße 38: Arbeiten am Kaufvertrag laufen

Das Hochhaus an der Schwechater Straße 38 steht bereist seit Jahren leer und ist nur noch eine Ruine.

Das Hochhaus an der Schwechater Straße 38 steht bereist seit Jahren leer und ist nur noch eine Ruine.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Gladbeck.  Die Arbeit am Vertrag zum Verkauf der Schrottimmobilie Schwechater Straße gestaltet sich schwierig. Doch es gab bereits einen ersten Notartermin.

Wann genau die Abrissbagger damit beginnen werden, an den maroden Betonmauern der Hochhausruine Schwechater Straße 38 zu knabbern, das steht nach wie vor nicht fest. Aber: Beim Vertragswerk über den Verkauf der Immobilie an den Investor, das Düsseldorfer Unternehmen Implementum, ist zumindest wohl ein erster Schritt getan. Wann das Werk allerdings zur Unterschrift vorliegt, darüber wollte und konnte die Verwaltung in der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses keine Auskunft geben.

Die CDU hatte einen Sachstandsbericht gefordert

Die CDU hatte einen „detaillierten Sachstandsbericht Schwechater Straße 38 mit einem zeitlichen Ausblick der weiteren Aktivitäten“ eingefordert. Den lieferte die Stadtverwaltung nun in der Sitzung am Donnerstag. Zum Hintergrund: Seitdem im Juli 2019 bekannt geworden war, dass Implementum die Schrottimmobilie kaufen, abreißen und an dieser Stelle dann ein Nahversorgungszentrum für Rentfort-Nord bauen will, war es wieder still geworden um das Projekt. „Wir wünschen uns da schon ein wenig mehr Transparenz“, betonte Dietmar Rymann (CDU) im Ausschuss.

Ein erster Notartermin hat Mittwoch in Düsseldorf stattgefunden

Die neue Nachricht nun: In Düsseldorf hat am Mittwochnachmittag ein Notartermin stattgefunden, an dem Ulrich Hammer, einer der drei Implementum-Geschäftsführer, Vertreter der Immobilienagentur Khrb, die Mehrheitseigentümer an der Ruine ist, sowie einigen Einzeleigentümern stattgefunden, um den Vertrag auf den Weg zu bringen.

Wie viele schwierige Detailfragen bis zur Unterschriftsreife jedoch noch zu klären sind, erläuterte die städtische Rechtsassessorin Catrin Armgart. Ein Problem stellen nämlich nicht nur die Einträge in 250 Grundbüchern dar, die es vor Vertragsabschluss zu bereinigen gilt. Auch die Tatsache, dass der Block F des Gebäudekomplexes (dort befand sich früher unter anderem die Filiale der Deutschen Bank) auf Wunsch der Eigentümer stehen bleiben soll, stellt eine weitere Schwierigkeit dar. Um das darstellen zu können, müssen nämlich die Grundstücke „Block F“ und der Teil, den Implementum kaufen wird, geteilt werden.

Stadtverwaltung kann diesen privaten Immobilien-Verkauf nur begleiten

Ein weiteres Problem: Die Gladbecker Immobilienagentur Khrb hält zwar laut Armgart 70 Prozent der Eigentümeranteile an der Schrottimmobilie. Die Agentur besteht aber aus mehreren Untergesellschaften mit teilweise unterschiedlichen handelnden Personen.

Eine Aussage zu treffen, wann genau das Vertragswerk wirklich fertig sein könnte, ist nach ihrer Ansicht unter Berücksichtigung aller noch zur Klärung anstehenden rechtlichen Fragen nicht möglich. Und Bürgermeister Roland stellte darüber hinaus auch erneut klar, dass die Stadtverwaltung diesen privaten Verkauf nur „begleiten könne“.

Immerhin, das kam ebenfalls zur Sprache, hat der Investor aber bereits jetzt die Bauvoranfrage zum Bau des Nahversorgungszentrums eingereicht, um so auch zu dokumentieren, dass seine Pläne für Rentfort-Nord nach wie vor festen Bestand haben. Ebenfalls bereits gearbeitet wird an der Ausschreibung für die Abrissarbeiten.

Sieben Geschäfte sollen in das Nahversorgungszentrum einziehen

Das Unternehmen Implementum, das auch das Hoch10-Geschäftshaus in der Innenstadt gebaut hat, will in Rentfort-Nord ein Zentrum mit wahrscheinlich sieben Geschäften errichten.

Fest steht bereits, dass es sich dabei um einen Supermarkt mit 2000 Quadratmetern Fläche und einem Drogeriemarkt (700 Quadratmeter Verkaufsfläche) handeln wird. Erste Entwürfe sehen ein Gebäude in L-Form mit bogenförmigen Glas-Eingängen zu den Geschäften vor. Das Land NRW fördert den Abriss der Schrottimmobilie, die seit Jahren jede städtebauliche Weiterentwicklung in Rentfort-Nord verhindert, mit knapp 1,7 Millionen Euro. Zudem ist geplant, dass sich die Stadt mit voraussichtlich 920.000 Euro ebenfalls daran beteiligt. Das geschieht, weil die Abrisskosten deutlich über dem Wert des dann freien Grundstücks liegen. Im Gegenzug für diesen Werteausgleich verpflichtet sich Implementum zum Bau des Nahversorgungszentrums. Das wird über einen bereits beschlossenen, aber noch nicht unterschrieben Städtebauvertrag geregelt. Dieser Vertrag stehe aber fest, betonte die Verwaltung auf Nachfrage der CDU.

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