Politik

Robert Farle – von der DKP Gladbeck zur AfD Sachsen-Anhalt

Robert Farle, Ex-Kommunist aus Gladbeck und nun AfD-Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt.

Robert Farle, Ex-Kommunist aus Gladbeck und nun AfD-Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt.

Foto: WNM

Gladbeck.   Bemerkenswerter politischer Seitenwechsel des Ex-Kommunisten aus Gladbeck: Robert Farle ist nun Landtagskandidat der Alternative für Deutschland.

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Ein politischer Seitenwechsel sorgt in Gladbeck für Aufsehen und bei manchem Beobachter sogar für einen kleinen Schock: Robert Farle, der in Gladbeck einst zu den führenden Vertretern der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) gehörte und DKP-Fraktionsvorsitzender im Gladbecker Stadtrat war, kandidiert bei der Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt als Landtagskandidat für die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD).

Die Tageszeitung „Volksstimme“ (Magdeburg) berichtete im September über die Kandidatur von Robert Farle für einen Posten im AfD-Landesvorstand, als er sich beim AfD-Landesparteitag gegen einen Kontrahenten bei der Wahl des Schriftführers durchsetzte. Auch die „Volksstimme“ wunderte sich über den Seitenwechsel des Ex-Gladbeckers von der DKP zur AfD: „Bis zur Wende war Robert Farle 17 Jahre lang in Nordrhein-Westfalen bei der DKP aktiv“, schrieb die Tageszeitung aus Sachsen-Anhalt. „Laut Satzung hätte der Ex-Kommunist gar nicht in die AfD aufgenommen werden dürfen. Der Sitzungsleiter sah jedoch kein Hindernis für die Kandidatur.“

Im Ruhrgebiet und gerade auch in Gladbeck galt der redegewandte und auftrittsstarke Farle einst als ein fester Bestandteil des linken politischen Spektrums. Auch in der Friedensbewegung engagierte er sich, als es in den 80er Jahren gegen den Nato-Doppelbeschluss ging und Hunderttausende bei Demos mobilisiert wurden.

Farle: „Deutschland muss Deutschland bleiben“

Jetzt ist Farle offenbar ein treuer Vertreter recht strammer, gar nicht so friedlich gestimmter AfD-Positionen. Die „Volksstimme“ zitiert ihn mit den Worten, seine einstige Orientierung auf die Sowjetunion sei ein Fehler gewesen: „Deutschland muss Deutschland bleiben. Ich will nicht in 30 Jahren von den Amerikanern oder einer islamischen Regierung gesteuert werden.“

DKP-Ratsmitglied Gerhard Dorka hat ebenfalls schon von der neuen politischen Orientierung Farles hin zur AfD gehört. Dorka hat jahrelang eng mit Farle in der DKP Gladbeck zusammengearbeitet, seit rund 20 Jahren habe es nun aber keine persönlichen Gesprächskontakte mehr gegeben, erläutert Dorka. „Robert Farle hat sich damals in Gladbeck sehr für die kleinen Leute engagiert und sehr viel für sie erreicht“, sagt das DKP-Ratsmitglied rückblickend. „Ich kann wirklich nicht nachvollziehen oder auch nur ansatzweise verstehen, warum er jetzt glaubt, sich zur AfD hin orientieren zu müssen.“

Michalowsky: „Bei der Kaderschulung nicht aufgepasst“

Ralf Michalowsky aus Gladbeck (Die Linke) feuert unterdessen aus allen Rohren gegen Farle und seine politische Neuausrichtung: „Irgendwie hat Farle bei der Kaderschulung nicht aufgepasst oder seine Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Halle (seit der Wende) hat ihn den Verstand gekostet“, formuliert der Die-Linke-Landeschef NRW. „Seine Ex-Genossen in Gladbeck und Bottrop werden das wohl gar nicht gut finden.“

45 000 Wähler im Wahlkreis 33 – 2011 gewann der SPD-Kandidat

Bei der Landtagswahl am 13. März in Sachsen-Anhalt tritt Farle im Wahlkreis 33 (Eisleben) an, in dem es rund 45 000 Wahlberechtigte gibt. Ein SPD-Kandidat gewann dort bei der Landtagswahl 2011 das Direktmandat mit 34,9 Prozent der Stimmen. Die AfD trat damals noch nicht an. Das hat sich mit Robert Farle geändert.

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