Bergbau

RAG bietet höhere Abfindung für Kohledeputate an

Ein selten gewordener Anblick im Revier: Kohle zum Heizen liegt vor dem Haus.

Ein selten gewordener Anblick im Revier: Kohle zum Heizen liegt vor dem Haus.

Foto: Andre Hirtz

Bottrop/Gladbeck.   Im Streit ums Deputat will die RAG klagenden Kumpeln 15 Prozent mehr zahlen. Bewegung AUF will Zahlungen für alle. Treffen in Bottrop.

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Für den Bergbau im Revier ist am kommenden Freitag endgültig Schicht im Schach. Der seit längerem geführte Rechtsstreit um Kohledeputate und Abfindungen, der auch Gladbecker Kumpel betrifft, wird noch einige Zeit andauern. Rechtsvertreter der RAG haben klagenden Bergleuten oder Bergbaurentnern zwar höhere Abfindungen angeboten, um den Rechtsstreit beenden zu können. Das Vergleichsangebot sieht nach Auskunft der Dattelner Anwaltskanzlei Kuhlmann eine um 15 Prozent höhere Einmalzahlung vor. Daraus könnten sich schnell einige hundert Euro mehr ergeben.

Bewegung Kumpel für AUF will, dass alle Anspruchsberechtigten mehr Geld bekommen

Die linke Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF will aber nun erreichen, dass die RAG die höhere Abfindung nicht nur an einige hundert Kläger zahlt, sondern an alle Anspruchsberechtigten, teilt Sprecher Michael Pillibeit aus Bottrop mit. Das wären nach seinen Erkenntnissen rund 124.000 Bergleute und Bergbaurentner. Um darüber zu beraten, lädt der AUF-Sprecher am Dienstag, 18. Dezember, 18 Uhr, alle Betroffenen zu einer Versammlung in das Hotel Boyer Hof am Boyer Mark 4, in Bottrop.

Der Arbeitsrechtler Daniel Kuhlmann, der in dem Rechtsstreit um die Kohle-Deputate insgesamt knapp 700 Mandaten vertritt hat erklärt, dass das Angebot der RAG ausschließlich für Mandanten gilt, die mit seiner Kanzlei geklagt haben oder klagen werden. Der Anwalt berichtet im Gespräch mit der WAZ auch, dass die RAG nun auch jüngeren Bergleuten Teilzahlungen als Ausgleich für die Energiebeihilfen zugestehe. Dabei geht es um RAG-Mitarbeiter, die nach dem 1. Juli 1982 im Bergbau angefangen haben zu arbeiten. „Bisher hätten sie überhaupt kein Geld bekommen“, sagt der Jurist.

Angebot: Ein Schritt in die richtige Richtung

Mit Blick auf die Feiern zur Beendigung des Steinkohlenbergbaus sieht der Anwalt in dem Vergleichsvorschlag zwar einen Schritt in die richtige Richtung, doch er hält das Angebot nicht für gut genug. Die Zahlungen seien weiterhin zu gering. Kuhlmann will für seine Mandanten nachverhandeln, führe derzeit mit der RAG weitere Vergleichsgespräche, sagte der Arbeitsrechtler im WAZ-Gespräch. Bis zu einer Einigung werde er aber alle Ansprüche seiner Klienten vor Gericht weiterfolgen.

Berechnungsfehler können Nachzahlungsansprüche begründen

In den Streit geht es um ziemlich komplizierte versicherungsmathematische Berechnungen, nach denen die jeweilige Höhe der Abfindungen für die Energiebeihilfen festgelegt werden. Die Kumpel-Bewegung sieht das Vergleichsangebot der RAG als Eingeständnis dafür an, dass diese Berechnungen nicht korrekt gewesen seien. Das sieht auch die Kanzlei Kuhlmann so. Es sei ihr mit Hilfe von Fachgutachten gelungen, Berechnungsfehler nachzuweisen, teilt sie mit. Dies könne in vielen Fällen Nachzahlungsansprüche begründen

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