Terrorgefahr

Poller als Schutz gegen Anschläge nicht die einzige Lösung

Beim 36. Turmblasen im vergangenen Jahr schützten schwere Müllfahrzeuge des ZBG die Zufahrt zur Friedrich-Ebert-Straße.  Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services

Foto: Christoph Wojtyczka

Beim 36. Turmblasen im vergangenen Jahr schützten schwere Müllfahrzeuge des ZBG die Zufahrt zur Friedrich-Ebert-Straße. Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services Foto: Christoph Wojtyczka

Gladbeck.   Der Hauptausschuss diskutiert über Sicherheit bei Events. Bürgermeister wirbt um Konsens und Zustimmung für Anträge von CDU und SPD/Grünen.

In Duisburg will man sie, in Münster haben sie beim Katholikentag 2018 Premiere, Bottrop und Castrop-Rauxel sehen darin jedoch keine Lösung: Versenkbare Poller, die die Bevölkerung bei Großveranstaltungen gegen terroristische Lkw-Anschläge schützen könnten.

In Gladbeck hat die Diskussion über Poller begonnen, seit es im Dezember vor einem Jahr den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gab und die CDU im September diesen Jahres einen Antrag dazu stellte.

Ob aber die Installation kostenträchtiger Poller – allein die Anschaffung eines einzelnen kostet zwischen 20 000 bis 40 000 Euro – an den Zufahrten zur Fußgängerzone und zum Willy-Brandt-Platz der Weisheit letzter Schluss sind, darüber diskutierte der Haupt und Finanzausschuss im Rahmen der Haushaltsberatungen. Denn auch Poller würden keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten, zudem sind die Erfahrungen mit dem einen zwischen Rathaus und Sparkasse, der häufig technische Probleme bereitet, eher negativ, berichtete Baurat Dr. Volker Kreuzer.

Zwei Anträge zum Thema: CDU will 10 000 Euro im Haushalt einstellen, SPD/ÜGrüne 100 000 Euro

Gleich zwei Anträge zum Thema galt es jedoch zu entscheiden: Die CDU will, dass eine Machbarkeitsstudie erstellt wird, wofür 10 000 Euro bereit gestellt werden sollten. SPD und Grüne wollen satte 100 000 Euro als Ermächtigungsverpflichtung vorsehen, also für den Fall, dass die Planung 2018 dafür schon weit genug gediehen ist.

Am Ende gab es Zustimmung für beide Änderungsanträge, was angesichts des sonst üblichen Abbügelns von Vorschlägen der Opposition schon Seltenheitswert hat. Aber die Frage der Sicherheit der Bevölkerung ist allen Fraktionen wohl ein zu wichtiges Thema, als dass es in parteipoliltischem Gezänk zerredet werden sollte. „Unterm Strich sind doch alle einer Meinung“, warb Bürgermeister Ulrich Roland für Konsens.

Bis andere Lösungen gefunden sind, werden Müllfahrzeuge des ZBG weiterhin Veranstaltungen sichern

Sein Vorschlag: Statt sich allein auf die Pollerthematik zu beschränken, sollte gemereller das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum in den Blick genommen und offen angegangen werden.

Dann könnte beispielsweise sowohl ein Referent aus Münster eingeladen werden, um sich über die dortige Entscheidung über die Anschaffung von Pollern zu informieren. Aber es könnten auch andere Systeme in den Blick genommen werden. Das fand einhellige Zustimmung, nach einigem Zögern auch bei SPD und Grünen, die den CDU-Vorschlag zunächst abgelehnt hatten.

Bis andere Lösungen gefunden sind, werden wie bisher Müllautos als Barrierr die Zufahrten bei Veranstaltungen versperren. Besonders hübsch ist das zwar nicht, im Sinne der Sicherheit ist das aber eher zweitrangig.

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