Pilotprojekt

Polizisten in Gladbeck testen als erste das neue Smartphone

Halterabfrage per Smartphone: Das wird künftig in Sekundenschnelle gehen und die Arbeit der Polizei immens erleichtern.

Halterabfrage per Smartphone: Das wird künftig in Sekundenschnelle gehen und die Arbeit der Polizei immens erleichtern.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.   Das Präsidium in Recklinghausen ist eine von drei Pilotbehörden. Vor allem Beamten im Streifendienst soll das Gerät die Arbeit erleichtern.

Schnell mal ein Autokennzeichen checken, oder prüfen, ob der Ausweis echt ist: Für Polizeibeamte in Gladbeck und Bottrop ist das ab jetzt eine Sache von Sekunden. Sie dürfen als erste die neuen Smartphones testen, die NRW-Innenminister Herbert Reul in der vergangenen Woche vorgestellt hat. Rund 90 solcher Smartphones wurden dem Präsidium in Recklinghausen, das neben Dortmund und Wesel eine von drei Pilotbehörden in NRW ist, zur Verfügung gestellt. Die Wache in Bottrop, die auch für Gladbeck zuständig ist, wurde als Teststation ausgewählt.

„Die meisten Geräte werden von den Beamten im Streifendienst genutzt werden“, sagte Polizei-Pressesprecherin Ramona Hörst auf WAZ-Anfrage. „Wir wollen ja sehen, wie alltagstauglich die Smartphones sind.“ Einige wenige gingen auch an die Kripo und die Hundertschaft.

Messenger-Dienst wird von großem Nutzen sein

Drei Programme, beziehungsweise Apps, von Fachleuten eigens für die Diensthandys der Polizei entwickelt, sollen den Alltag der Polizisten künftig wesentlich erleichtern. So wird eben die Antwort auf die Halterabfrage eines Auto-Kennzeichens jetzt in Sekunden möglich sein, beispielsweise noch während der Streifenwagen hinter einem Fahrzeug herfährt – und die Beamten wissen viel schneller als bisher, ob alles in Ordnung ist. Oder ein Ausweisdokument kann nun schnell eingescannt und abgefragt werden. Das alles hat sonst viel länger gedauert.

Von besonders großem Nutzen aber wird der Messenger-Dienst sein, sagt Ramona Hörst. Ein Beispiel: Wenn ein Bewohner eines Altenheims „abgängig“ ist, wie es heißt, wenn eine demente Person sich aus der Einrichtung entfernt hat. Dann könne jetzt zur detaillierten Beschreibung auch ein Foto per Messenger an andere Beamte geschickt werden. Sie wissen also schnell, wie die Person aussieht, auf was sie achten müssen. Bislang wurden diese Informationen per Funk übermittelt. Hörst: „Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“

Großer Vorteil für den täglichen Dienst

Die Ergebnisse der achtwöchigen Testphase im Bereich Gladbeck und Bottrop wird die Polizeibehörde in Recklinghausen an das Landesamt übermitteln. Weitere Funktionen für die Smartphones soll es nach und nach geben. Bis zum Frühjahr 2020 werden rund 20.000 Geräte flächendeckend im Einsatz sein.

Dass die Smartphones die Arbeit der Polizei schneller, einfacher und moderner machen werden, davon ist Ramona Hörst überzeugt. „Für den täglichen Dienst wird das ein großer Vorteil sein.“

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