Europawahl

Politiker stellen sich in Gladbeck kritischen Schülerfragen

 

 

Foto: Berufskolleg

Gladbeck.   Podiumsdiskussion im Berufskolleg lieferte den jungen Leuten einen Einblick in die Sichtweise der Parteien. Viele Themen standen auf der Agenda.

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Das Berufskolleg Gladbeck hatte Vertreterinnen und Vertreter der großen Parteien zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft für und in Europa zu sprechen. Simone Steffens (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Bennarend (SPD), Michael Tack (FDP), Fotis Matentzoglu (Die Linke), Dietmar Drosdzol (CDU), Robert Ernst (Junge Union) und Marco Gräber (AfD) stellten sich den teilweise sehr kritischen Fragen.

Die etwa 100 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Bildungsgängen verfolgten die von Anil Elemen, Lina Rüsche, Viktoria Topheide und Judith Schwanitz aus der AH 12 moderierten 90-minütige Veranstaltung mit großem Interesse.

Schüler wünschten sich eindeutigere Positionierung beim Thema Umweltschutz

Schon zu Beginn der Debatte äußerte das Publikum konkrete Anliegen, etwa eine eindeutigere Positionierung beim Thema Umweltschutz. Als Vorschläge wurden der großflächige Ausbau des Nahverkehrs genannt sowie die stärkere Förderung erneuerbarer Energien und der damit verbundenen Technik.

Die Schüler scheuten sich auch nicht, individuelle Sorgen zu äußern, beispielsweise die Zukunftsangst wegen des ansteigenden Stellenabbaus im Finanz- und Versicherungswesen, von dem sich die angehenden Industrie- und Bankkaufleute am Berufskolleg bedroht fühlen. Auch Themen wie Menschenrechte im Umgang mit Geflüchteten, aber auch im täglichen Miteinander, in Zeiten zunehmender Gefahren durch Terrorismus und Gewalt interessierten die Teilnehmenden.

Auch die Digitalisierung war ein Thema

Einig war sich das Publikum vor allem in seiner Forderung, dass die politischen Entscheidungen schneller durchgesetzt und konkreter festgesetzt werden müssten. Die Politiker äußerten sich ausführlich zu möglichen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Dass diese zum Abbau von Arbeitsplätzen führen werde, daraus machten die Gäste keinen Hehl, dennoch gaben sie Einblicke in parteiinterne Lösungskonzepte und sprachen sich für den Aufbruch in das digitale Zeitalter aus.

Die unterschiedlichen Sichtweisen wurden deutlich und ermöglichten den Teilnehmern einen guten Einblick in die politische Bandbreite der zur Wahl stehenden Parteien. So auch beim Thema der zukünftigen Rolle Europas sowie der Deutschlands im Vergleich zu anderen Ländern: Inwieweit sei Europa noch Vorreiter, ab wann nur noch Geisterfahrer? Bei dieser Frage standen sich die Politiker größtenteils unvereinbar gegenüber.

Am 26. Mai zur Wahl gehen

Am Ende waren sich dann aber alle Parteien einig: Am 26. Mai wählen zu gehen, sei nicht nur ein Recht, sondern auch die Pflicht der Bürgerinnen und Bürger, damit das Europa, wie wir es kennen, weiterhin Bestand habe und man die Zukunft gemeinsam gestalten könne.

Schulleiter Holger Pleines und die Europabeauftragten Sandy Josiane Schulte und Oliver Schmieszek verabschiedeten die Gäste sichtlich zufrieden und hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Gladbeck ihre Chance nutzen werden, aktiv bei der Gestaltung Europas mitzuwirken.

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