Leseförderung

Politiker in Gladbeck fordern die frühe Leseförderung

Die Leseförderung an Gladbecker Grundschulen beschäftigt die Politik.

Die Leseförderung an Gladbecker Grundschulen beschäftigt die Politik.

Foto: Felix Kästle / dpa

Gladbeck.  Um die Leseförderung bei Grundschülern sorgt sich die Politik in Gladbeck. Und schreibt einen Brief an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer.

Die Lesekompetenz von Gladbecker Schülern hat jetzt, nach einem entsprechenden Antrag der CDU, die Schulausschuss-Mitglieder beschäftigt. Hintergrund: Laut einer Pisa-Studie sei der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der Lesefähigkeit besonders stark ausgeprägt, auch spiele eine Rolle, ob es einen Migrationshintergrund gibt. „Diese beiden Faktoren sind in Gladbeck überdurchschnittlich vorhanden“, so die CDU in ihrem Antrag. Sie forderte daher Daten über die Lesekompetenz von Gladbecker Schulen an und bat um Vorschläge, wie Ausschuss und Verwaltung reagieren können, wenn Schüler – so von der CDU vermutet – in Gladbeck im Landesvergleich unterdurchschnittlich gut lesen könnten.

An entsprechende Daten komme die Stadtverwaltung nicht, so Schuldezernent Rainer Weichelt. Und: „Für Fragen der Leseförderung ist die Schulaufsicht zuständig.“ Daher machte die SPD den Vorschlag, einen entsprechenden Brief an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zu schreiben. Die Ausschuss-Mitglieder stimmten einstimmig zu.

Ein Bücherbus fährt regelmäßig die Grundschulen an

„Wir als Kommune können Leseförderung in anderer Form betreiben, und das machen wir auch“, so Rainer Weichelt. Als Beispiele nannte der Erste Beigeordnete die Bücherei und den Bücherbus, der auch alle Grundschulen regelmäßig anfahre. Aber auch Lesewettbewerbe sowie zahlreiche Initiativen und Förderungen, wie die frühe Beschäftigung mit Sprache und Buch durch Vorlesepatinnen und -paten in Kitas und Schulen, gehöre dazu.

„Gladbecker Lehrerinnen und Lehrer begrüßen ausdrücklich diese Vielzahl von Maßnahmen, die die Lesefähigkeit bis hin zur Lesekompetenz seit Jahrzehnten außerschulisch stärken. Sie dürfen aber nicht allein gelassen werden, sondern sie brauchen dringend Unterstützung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort“, heißt es in dem Brief. Es gebe aber „Schwierigkeiten mit der Versorgung der Grundschulen mit Lehrerinnen und Lehrern. „Frühe Leseförderung kann deshalb offensichtlich nicht im dringend notwendigem Maße stattfinden“, schreibt Schulausschuss-Vorsitzender Norbert Dyhringer. Die Forderung: „Lesefähigkeit und Lesekompetenz müssen früh systematisch und individuell gefördert werden.“ Dies war und sei Aufgabe von Schulen.

Die Gladbecker Politiker fordern die Schulministerin in ihrem Schreiben dazu auf, gezielte Förderprogramme zur Leseförderung für alle Kinder, die es nötig haben, auf den Weg zu bringen und Maßnahmen zu entwickeln, den Lehrermangel zu beheben. Sie wünschen sich zudem in einigen Fällen die Reduzierung der Schülerzahl in den Klassen. „Der Brief geht jetzt dahin wo er hingehört, an die zuständigen Stellen“, so Rainer Weichelt. Auf die Antwort von Yvonne Gebauer sei er gespannt.

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