Sitzung Hauptausschuss

Politik in Gladbeck plädiert für Abriss des Kottens Kleimann

Der alte Kotten Kleimann soll für ein weiteres Ärztehaus abgerissen werden. Der Hauptausschuss gab am Montagabend grünes Licht, das Verfahren, das Haus von der Denkmalschutzliste zu bekommen, bis zum Ministerentscheid weiter zu führen.

Der alte Kotten Kleimann soll für ein weiteres Ärztehaus abgerissen werden. Der Hauptausschuss gab am Montagabend grünes Licht, das Verfahren, das Haus von der Denkmalschutzliste zu bekommen, bis zum Ministerentscheid weiter zu führen.

Foto: Michael Korte

Gladbeck.  Die Politik gibt grünes Licht, einen Ministerentscheid zum Streichen aus der Denkmalliste zu erwirken. Stadt: Dann gibt’s Chancen zur Vermarktung

Die Verwaltung bekommt Rückendeckung aus der Politik bei ihrem Vorgehen, den Kotten Kleimann an der Horster Straße in Butendorf für ein weiteres Ärztehaus-Projekt abreißen zu wollen: Das Baudezernat hat nun grünes Licht, notfalls einen Ministerentscheid in Düsseldorf zu erwirken, um den Denkmalschutz von dem Haus zu bekommen.

Baudezernent Dr. Volker Kreuzer sagte vor dem Haupt- und Finanzausschuss, der Abriss nach Streichen von der Denkmalliste sei „moralisch vertretbar“, da der Zustand des Gebäudes zu schlecht sei, um es zu erhalten. Außerdem gebe es im Stadtgebiet sieben weitere bauliche „Zeugen jener Zeit“. Bürgermeister Ulrich Roland betonte, dass die „unselige Geschichte“ der erfolglosen Vermarktung seit zehn Jahren zur Niederlegung zwinge, zumal es nun mit dem zweiten Ärztehaus-Projekt eine Investitionsmöglichkeit gebe. Der Wirtschaftsförderungsausschuss hatte sich schon in der vergangenen Woche für den Abriss ausgesprochen.

Die südliche Giebelwand und ein Torbogen sollen erhalten bleiben

Als Entgegenkommen an die Denkmalschützer soll nun der möglicherweise einzige erhaltenswerte Teil des Hofes, die südliche Giebelwand samt Delen-Torbogen in einen Neubau integriert werden. SPD-Fraktionschef Michael Hübner regte an, dem Investor durch die Stadt das Risiko für diese zusätzliche Hürde abzunehmen. Im Ausschuss herrschte Einvernehmen, so vorzugehen. Einzig Linke-Fraktionschef Olaf Jung enthielt sich der Stimme.

Der Kotten stammt von 1822, seit 1927 gehört er der Stadt, seit 1980 besteht der Denkmalschutz, den die Stadt als Unter Denkmalschutzbehörde streichen kann. Der Kreis (Obere Denkmalbehörde) und der Landschaftsverband sind dagegen. Man habe aber gute Gründe, dass der Ministerentscheid zu Gunsten der Stadt ausfalle, hieß es.

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