Übergang Schule/Beruf

Nur wenige Schüler starten in Gladbeck in die Ausbildung

Auch für das traditionelle Bäckerhandwerk ist schwierig, geeigneten Azubi-Nachwuchs zu finden.

Auch für das traditionelle Bäckerhandwerk ist schwierig, geeigneten Azubi-Nachwuchs zu finden.

Foto: Jan Woitas

Gladbeck.   Die Jugendberufshilfe führte wieder eine Umfrage durch. Dabei kam heraus: Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich nicht verbessert.

Obwohl das Lehrstellenangebot so gut ist wie seit Jahren nicht, und viele Betriebe händeringend Azubis suchen, starten nur wenige Schulabgänger mit Abschluss der Klasse 10 in eine berufliche Ausbildung. Die aktuelle Erhebung der Jugendberufshilfe der Stadt belegt das geringe Interesse.

Nur 11,4 Prozent der beteiligten Schülerinnen und Schüler gaben an, nach Abschluss der Sekundarstufe I eine Berufsausbildung zu beginnen. Das sind zwar etwas mehr als im Vorjahr (10 Prozent), das Ergebnis zementiert aber den seit 2011 (17,4 Prozent) ruckläufigen Trend.

Oft fehlen die verlangten Qualifikationen

Nicht erhoben wurde, ob ein Teil der Schüler, die noch unversorgt sind (11,8 Prozent), oder die jetzt eine Qualifizierungsmaßnahme (11,4 Prozent) absolvieren oder das Berufskolleg besuchen (45,6 Prozent) eine Berufsausbildung anstrebten, aber keinen Lehrvertrag erhalten haben. Denn es ist auch weiterhin ein Problem, dass Azubi-Bewerber von Arbeitgebern abgelehnt werden, weil verlangte Qualifikationen fehlen.

Fakt bleibt weiterhin, dass der Trend zum Erreichen eines möglichst hohen Schulabschlusses anhält. Dies belegt der große Anteil derjenigen, die nach Abschluss der Sekundarstufe I in der Regelschule zum Berufskolleg wechseln, etwa, um dort die mittlere Reife (Fachoberschulreife FOR) oder das Abitur zu erreichen.

Der Trend zum hohen Schulabschluss hält an

Festhalten lässt sich positiv, dass der Trend zum hohen Schulabschluss dazu führte, dass 2018 fast 77 Prozent der befragten Schüler ihre Schule mit einem mittleren Schulabschluss verlassen haben. Lediglich 20,4 Prozent des Jahrgangs machten einen Hauptschulabschluss. Diese von den wenigsten Kindern besuchte Schulform hat sich aber insoweit in Gladbeck stabilisiert, dass dort seit 2015 kein Absinken der Schülerzahlen mehr festzustellen ist.

In diesem Jahr ist sie sogar wieder gestiegen, was auch für die Zahl der Schulabgänger gilt. Dies mag auch an den ab 2015 über verstärkte Zuwanderung nach Gladbeck gekommenen Kindern und Jugendlichen liegen.

Eine Schülergruppe, die laut der Auswertung der Jugendberufshilfe auch für den Anstieg der noch unversorgten Schulabgänger ausschlaggebend sein könnte, von in den letzten Jahren stabilen etwa acht auf nun wieder auffällige 11,8 Prozent.

Der Migrationshintergrund spielt eine Rolle

Eher pessimistisch bewertet wird die erhoffte Trendwende, dass sich die Ausbildungschancen für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund angleichen. Denn weiterhin verlassen Jugendliche mit Migrationshintergrund die Schule häufiger mit einem Hauptschulabschluss als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Auch eine Lehrstelle zu erhalten, ist für sie schwieriger. Dementsprechend hatten auch 76,1 Prozent der Jugendlichen, die Beratungsbedarf signalisierten, einen Migrationshintergrund (2017 66,6 Prozent).

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